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Die Kolumne #48 (Juni 2003)

22.09.2006, geschrieben von , Keine Kommentare

Die übli­che Urlaubsfrage: Gen_Italien?

Aufgrund der Hitze ohne viel Umschweife gleich zum Wesentlichen — es gibt dies­mal drei Punkte zu klä­ren, aber lies selbst:

1.) Ein gutes Wort: Sympathieoffensive. Gehört in einer News-Sendung, gebraucht vom Kommentator im Zusammenhang mit der Öffnung der zyprio­ti­schen Grenzbalken, der nun in beide Richtungen pas­sier­bar ist. Ein “Volksgruppenführer” wolle so die Leute für sich ein­neh­men, heißt es. Volksgruppenführer: Da muss man gleich an hie­sige Verhältnisse den­ken. Da steckt doch von allem etwas drin: Volkstümlichkeit, Kulturgruppen, Volkspartei, Gruppendruck, Führer!

Stellen wir uns vor, die Gewerkschaft ver­harrt wei­ter auf ihrem ver­ständ­li­chen Standpunkt. Wir haben Sommer, und gut gezielte Guerilla-Streiktaktiken führ­ten der Konsumgesellschaft in Windeseile vor Augen, wie weit die Spezialisierung in der Großstadt fort­ge­schrit­ten ist, etwa wenn bei drei­ßig Grad der Hausmüll drei Wochen lang im Container vor sich hin rot­tet — Teile der Tierwelt freuen sich, dem Menschen graut. Nehmen wir also kei­nen Kompromiss an, und die Regierung wird gesprengt. Der finanz­mi­nis­ternde Popstar fühlt sich in sei­ner neuen Mutterpartei nicht mehr adäquat auf­ge­ho­ben und grün­det die GPÖ, wer­bend mit dem Slogan: “Karl-Heinz — die Sympathieoffensive des Volksgruppenführers”. Selbstverständlich nur eine der vie­len Möglichkeiten, aber eine, mit der man rech­nen muss wie Abakus.

2.) Eine Fügung, oder wie andere plä­die­ren, Fuge, der ihr Platz in dem Band “Redewendungen der deut­schen Sprache für Eloquente. Sprechen wie die Profis und dabei mit natür­lich wir­ken­den Redewendungen das Gegenüber mit Charme für sich ein­neh­men” sicher sein sollte: “Knittelfelder Beschlüsse”. Ein zwang­haf­ter, schmerz­lich gebo­re­ner Einschnitt, der im Nachhinein noch viel Aufregung ver­ur­sacht. Dann hätte der sym­pa­thi­sche Ort mit dem etwas bru­ta­len Namen end­lich auch sei­nen poe­ti­schen place on the map neben der sprich­wört­li­chen Kremser Suppe, dem Villacher Fasching oder der offi­zi­ell so gern ver­schwie­ge­nen Fetischneigung des süd­li­chen Horitschon im Burgenland.

3.) CD–: Es muss an die­ser Stelle ein­mal klar aus­ge­spro­chen wer­den, um ein altes Missverständnis aus­zu­räu­men: Wir von sind klar dage­gen, dass Musik in jeg­li­cher Form kopiert wird. Wir wären auch in unse­rer spä­ten Jugend nie­mals auf die puber­täre Idee gekom­men, Udo-Huber-Sprachfetzen-verseuchte Chartbreaker auf Kassette zu ver­ewi­gen. Ohne zahl­lose Rechtewahrungsverträge, Copyright-Gesetze und wir­kungs­volle Verfolgung kri­mi­nel­ler CD-Weitergaben, spe­zi­ell auch online, wird es in weni­gen Wochen ein kul­tu­rel­les Schaffen, kei­nen Fortschritt mehr geben kön­nen, son­dern nur noch bloße Stagnation. Sollen Menschen etwa aus Spaß Musik machen? Eben.

Wir von the gap, zumin­dest der Großteil der Redaktion, sind daher wirk­lich vor­be­halt­los gegen das Kopieren von Musik, selbst mit dem Einverständnis des Musikers ist das nicht okay, so viel Konsequenz muss sein. Wo das mal klar gesagt wäre, möchte ich nur eines anmer­ken: Ich bin froh über die neuen Kopierschutzsysteme, die es unmög­lich machen, eine legal erwor­bene CD auf die Festplatte zu grab­ben, um sie z. B. auf die Uhr mit ein­ge­bau­tem MP3-Player zu über­spie­len, wie wir das alle ja täg­lich tun. Es ist end­lich völ­lig unmög­lich, sol­che CDs zu kopie­ren. Gott sei Dank!

Da müsste man schon einen Audio-CD-Player mit opti­schem Digitalausgang mit dem opti­schen Digitaleingang der Soundkarte ver­bin­den (pas­sende SPDIF-Kabel hat der Fachhandel) und mit ent­spre­chen­der Software, z. B. WaveLab, digi­tal mit­schnei­den, wenn die CD läuft. Oder man müsste statt Windows Linux ver­wen­den. Aber das tut bekannt­lich nie­mand, und darum dan­ken wir dafür, dass viele unse­rer CD-Player die kopier­ge­schütz­ten CDs nicht mehr abspie­len kön­nen, denn das ist ein klei­ner Nachteil ange­sichts der vie­len Vorteile, die der Kopierschutz dem Konsumenten bringt! Ja genau, zahl­lose Vorteile, wie z. B. der, dass man mit kopier­ge­schütz­ten CDs der King auf jeder Kopierschutzparty ist. In die­sem Sinne: Zerreibt diese und ver­teilt sie zusam­men mit euren unge­schüt­zen, kopier­ver­seuch­ten Old-School-CDs unter den Armen!

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