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Die Kolumne #55 (August 2004)

29.09.2006, geschrieben von , Keine Kommentare

Vom uner­laub­ten Unterlassen nüt­zer Ausflüge in modi­sche Gefilde — jetzt um 25% redu­ziert!

Zuerst wollte ich noch, auch und vor allem um eine zu machen, die vom letz­ten Mal quasi fort­set­zen, doch stan­den wir eines Abends vor der Passage in Kleingruppe, Moritz und ich mit Baseballcaps, und wären auf­grund unse­res offen­sicht­lich nicht aus­rei­chend ele­gan­ten Outfits, hätte nicht der Obertürsteher einen von uns erkannt, doch tat­säch­lich nicht rein­ge­kom­men, kamen dann aber rein, hat­ten Eintritt bezahlt, um dann zwei Stunden spä­ter fest­zu­stel­len, dass der rus­si­sche 0J, des­sent­we­gen wir eigent­lich da waren, nicht da war — ein Floor, so wie wir ihn uns vor­ge­stellt hat­ten, übri­gens auch nicht -, doch es ward dann vor allem ein span­nen­der Abend, weil sich situa­ti­ons­be­dingt eine hoch­auf­schluss­rei­che Diskussion ergab über die Funktion des Türstehers, einer Spezies, die, tritt sie in Talkshows auf, eigent­lich davon über­zeugt ist, stark für den Erfolg (Misserfolg?) der jewei­li­gen Tanzveranstaltung ver­ant­wort­lich zu sein, per sorg­fäl­ti­ger Gästeselektion.

Dabei sind in Wahrheit die Türsteher gar nicht dazu da, Gäste, die man als Clubbetreiber nicht drin haben will, abzu­wim­meln, son­dern ihre Aufgabe ist es, zu beur­tei­len, ob der Gast Spaß haben wird, und ihm ansons­ten den unnö­ti­gen Eintritt zu erspa­ren. Mit ande­ren Worten: Wo ich nicht rein­komm, will ich auch gar nicht rein. Gut, nicht? Das Ganze hat also rein gar nix mit Coolness, Kohle etc. zu tun — son­dern ist der beste Service am Gast über­haupt! Hoch die Türsteher … Jedenfalls hab ich dann mit Thomas Weber über meine dies­be­züg­li­chen Erkenntnisse gespro­chen, und der riet mir in gewohnt pro­fes­sio­nell jour­na­lis­ti­scher Manier, die­ses Erlebnis doch in meine Kolumne zu packen, wor­auf ich, in gewohn­tes Manier jour­na­lis­ti­sche Professionalität vor­täu­schend. ant­wor­tete, das hätte ich ohne­dies vor. Zufällig lagen bei unse­rem Gespräch gerade ein Fotograf, eine Polaroid-Kamera und etli­che teure Klamotten rum — also zwang mich unser gna­den­lo­ser Chef zur bild­li­chen Dokumentation tex­ti­len Nicht-Schickimicki-Schicks, und was hab ich davon? Ein paar sünd­haft­teure Markenklamotten, mit denen mich der Obertürsteher zwar wie­der nicht in die Passage las­sen wird, aber da will ich ja sowieso nicht hin, wie ich jetzt weiß. Das nenn ich eine Win-Win-Win-Situation.

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