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Die Kolumne #56 (September 2004)

30.09.2006, geschrieben von , 1 Kommentar

Gehet in Frieden, doch befrie­digt euch nicht im Gehen. Oder: Das Darniederregnen — eine sel­tene Form von Doppelunnützigkeit.

Proporz — nicht aus­schließ­lich ein schö­nes Wort, son­dern zugleich auch das Prinzip, dem fol­gend redak­ti­ons­in­tern die begehr­te­ren Jobs ver­ge­ben wer­den, etwa Akkreditierungen für die Schafwollmesse in Scheibbs: es fah­ren immer ein Gitarrenfan, ein Elektroniker und ein com­pu­ter­spiel­re­zen­sie­ren­der Redakteur. Und selbst­ver­ständ­lich , die bringt ja die beleg­ten Brötchen mit.

Viel mehr gibt das Sommerloch nicht her: selbst alt­ein­ge­ses­sene und seriöse Medien berich­ten über Widerstände gegen die Rechtschreibreform. Gämsn, sag ich da nur. Frei asso­zi­ie­ren­des Denken, dahin­floa­tende Gedankenburgen, war­tend aufs Darniederregnen auf die ver­sam­mel­ten Gäste. Resignation ob sta­gnie­ren­der Hitze oder Wehklagen über aus­blei­ben der­sel­ben. “Instead of using fin­ger to demons­trate how fin­ger is no fin­ger, us no fin­ger to demons­trate how fin­ger is no fin­ger,” schreibt Chuang Tzu in den “Inner Chapters”, und das ist der bei wei­tem beste Ratschlag, den ich seit lan­gem gehört habe. Darum gebe ich ihn auch gerne und frei­mü­tig an euch, dürs­tende LeserInnen, weiter.

Die letzte Frage: Hat der Mensch einen freien Willen?

Man weiß es nicht genau. Hätte er kei­nen, könnte er ja auch nicht ent­schei­den, ob er’s weiß, und falls er doch einen hätte, könnte er frei ent­schei­den, ob er einen hat oder nicht. Nenne es freier Wille und Boom, there it goes. Now medi­tate this!

ACHTUNG, SEHR WICHTIG: Polylux heißt eine lus­tige, offen­sicht­lich wenig Recherche-Aufwand ver­lan­gende Sendung im –Brandenburger Rundfunk. Neulich berich­tete das Magazin über den Trend der Körperkonservierung durch Minusgrade —  ein ent­spre­chen­des Kryonik-Zentrum soll in Merseburg errich­tet wer­den. Ein Protagonist der Anlage droppte dazu jenen denk­wür­di­gen Satz: “Immer das­selbe Problem in  —  zuerst fin­det in den ande­ren Ländern ein Vorreiten statt.”

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