Mehr Browser, als die Internetpolizei erlaubt — naja, nicht gerade die Internetpolizei, aber zumindest die Standardisierungsgremien. Wer dennoch schon immer mal der Frage nachgehen wollte, wie FlickR im 16-Bit-Netscape Navigator 0.4 gerendert wird, dem sei dringend ein Besuch des Browser Archives empfohlen. Von “A” wie Air Mosaic Demo bis “W” wie World Wide Web Nexus von Tim Berners-Lee* findet sich dort eine Menge Software, die in den letzten 15 Jahren Webseiten dargestellt hat.
Ein spannendes Archiv der “weichen” Materialitäten unserer Kommunikation: der Browser als Interface wird gewiss noch Gegenstand medienhistorischer Forschungen. In diesem Sinne könnte man das Archiv also als einen Prototypen einer neuen Art von Sammlung bezeichnen: was noch fehlt, sind erläuternde Bemerkungen, Kontextualisierungen und eine virtueller Rundgang durch das jüngste technische Museum der Internetgeschichte.
Was ebenfalls fehlt, sind die neuere Versionen des Internet Explorers: das dürfte wohl lizenzrechtliche Gründe haben. Aber wir erinnern uns ohnehin mit Grausen an die Zeiten, an denen Microsofts semiproprietärer Browser eine Abdeckung von rund 90% erreichte. Auch Opera endet bei der Version 7; allerdings bemühen sich die Macher der Seite um alle verfügbaren Betriebssystemversionen — zudem wird die Seite ständig upgedatet und erweitert. Hier geht’s zur Software-Zeitreise: http://browsers.evolt.org/.
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* Der britische Informatiker gilt gemeinhin als Begründer des World Wide Web.



Ritchie Pettauer, Social Media Berater, Experte für digitale Kommunikation, Lektor an der Universität Wien, Blogger, mag Photographie, elektronische Musik, Hip Hop, Martial Arts, Technische Physik, Web-Fundstücke und Hunde.








