CD-Review: Marsmobil - Minx
Mit Minx vereint Roberto Di Gioia Rück- und Vorwärtsgewandtheit zu einem Sammelsurium organischer Klänge, das beiden beteiligten Labels zu höchster Ehre gereicht: denn die Klangteppiche, sich hier ausbreiten, sind von bester Qualität und äußerst feinmaschig gewoben. Marsmobil bedient sich zwar stilsicher und kenntnisreich an der trashigen Klang-Ästhetik der 60er und 70er Jahre Synthies, führt diese allerdings mit kontemporären Produktionsmitteln und einem außergewöhnlichen Gespür für Songwriting fort.
Fotos: Florian Seidel
Filmmusik für Streifen, die nie gedreht wurden - das Kopfkino beginnt ohnedies im Moment der Rezeption ganz von allein, Regie zu führen. Früher hätte man derartigen Sound wohl als psychedelisch bezeichnet, aber ein derart vorbelasteter Begriff erwiese dem fantastisch weiten Referenzrahmens Marsmobiles bloß einen Bärendienst.
“Minx” ist einfach eine Platte voller unerwartet guter Momente geworden. Kaum glaubt sich der Zuhörer in ein bestimmte Klangästhetik zurückversetzt, folgt stets ein meisterlich gesetzter Kontrapunkt, spielt der Protagonist mit eingefahrenen Hörmustern. Und mit Sängein Marine Rojina hat Multinstrumentalist Di Gioa, der Keys, Bass und Gesang beisteuert, die konginale Partnerin für seine akustische Extravaganzen gefunden, die ein grenzgeniales Instrumentalalbum in ein Stück großen Pop verwandelt.
Kommentare zu "CD-Review: Marsmobil - Minx":
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Trackbacks und Pings
- datenschmutz.net schrieb am 27. June 2007 um 10:23
CD-Review: Samon Kawamura - Translations
Samon Kawamuras Debutalbum “Translations” besticht durch fein ziselierten Instrumental-Hip Hop, der auf Subtilität statt brachialer Effekte setzt.
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Gibt’s das Album schon im Shop? Das erste Marsmobil war ja schon nicht schlecht, aber von diesem scheinst du ja richtig angetan zu sein; eigentlich gar nicht deine Richtung, oder?
Ja, das nenn ich “kreativen Umgang mit popkollektivem Erbe” - wirklich ein Reinhören wert. Viele Flashbacks und dann doch wieder “anders”.