Interessiert an Web 2.0, Medientechnik, Bloggig und Popkultur? Dann abonnieren Sie doch einfach datenschmutz News bequem via RSS Feed oder E-Mail! Danke für Ihren Besuch und viel Spaß auf meinem Blog.

Max TurnerTrust me, you don’t wanna paint against me. Not the purple pro, phantom power is lent to me!

Wo amerikanische Hip Hop “Erfinder” immer noch vollmundig, wortarm und langweilig großkotzen über ihre angebliche Sprachgewandtheit, verleiht sich der in Barcelona lebende schottische Berliner Max Turner gleich ein post-ernsthaftes Superhelden Label: der Purple Pro hat den Green Planet erreicht, und er will und wird ihn rocken. Nicht, dass der Gespiele von Schneider TM und Kollaborateur Gonzalez’ ein popkulturell unbeleckter Akteur wäre: außergewöhnlich gut informierte Kreise vermeinen in ihm gar ein Mitglied der äußerst anonymen Puppetmastaz ausgemacht zu haben.

Vorgeschichten zählen hier freilich nicht, denn Turner liefert erstaunlich Neues, das er selbst als Kraut Hop bezeichnet: seltsame Heimsampling-Lo-Fi Ästhetik, viel Sinn für Spielereien, kluger Einsatz von Hintergrundgeräuschen und akustischen Texturen untermauern verblüffend untraumatisierte Raps. Natürlich verbindet der Protagonist nicht als erster Gitarrensamples und klicketi-klack Beats mit umgestülpter Hip Hop Attitüde. Aber meistens bilden derartige Experimente bloss die denkbar kleine Überschneidungsmenge von Gangsta und Popper Ideologie: beide siedeln sie irgendwo am Spektrum zwischen “interessantes Experiment” und “hassenswert” an. Dieses Schicksal wird dem Purple Pro gänzlich erspart bleiben, denn Turner’s Strauß Buntes verkommt nie zum Selbstzweck.

Besäßen nicht langsam Mobilfunkanbieter und Elektrofachmärkte den Alleinanspruch auf den ehemals hippen Terminus “grooven”, ließe sich Turners Platte ganz gut damit umschreiben. “Swingend” als Prädikat weckt zu saubere Assoziationen, wenn, dann eher Soundtrack für den intellektuellen Swingerclub. Immerhin treibt’s hier jedes Genre mit jedem Instrument, dennoch wirkt das Resultat kompakt, treibend und vor allem ausgesprochen freundlich - und reimtechnisch macht dem vermeintlichen Puppetmasta nicht so leicht jemand Konkurrenz:

I’m paying a visist / to the blue planet.
Not saying I’m paying / to visit your planet.
Just aimin’ for the green / call me the blue bandit.
It’s all about the green / guess you caught me red-handed.

Label: Metabooty.com
Max Turner auf myspace


veröffentlicht am:  29.11.2006.
Tags: ,

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Stimmen, Durchschnitt: 5von 5)
Loading ... Loading ...

Kommentare zu "CD-Review: Max Turner - The purple pro":

 


Kommentar verfassen






Dieses Blog erlaubt Keywords als Backlinks. Wenn Sie ins Namensfeld username@keyword eingeben, so wird Ihr Keyword anstatt des Usernamens verlinkt. [ia KeywordLuv]


Bei Antworten am laufenden bleiben: klicken Sie die Checkbox an, um via E-Mail über weitere Antworten informiert zu werden..
Erlaubte XHTML-Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
verzögerte Veröffentlichung von Beiträgen: Möglicherweise erscheint Ihr Beitrag aufgrund eines unberechtigen Spamverdachts nicht sofort. Er wird später manuell moderiert und freigegeben - ich bitte um ein wenig Geduld.
Werbliche Einträge und Spam-Kommentare sind zu unterlassen. Wenn Sie auf meinem Blog werben möchten, so können Sie mich bezüglich Bannereinschaltungen direkt kontaktieren.