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Die Kolumne #59 (Jänner 2005)

03.11.2006, geschrieben von , Keine Kommentare

Die Kolumne. Das Special. Der ver­spä­tete Jahresbeginn 2005. Oder: Dem Bösen in Gestalt des Bären gewäh­ren wir sel­ten län­gere Audienzen. Oder: Tausende Links auf fül­lige Experten, den­noch regiert das Fernsehen.

Letztens unter­hielt ich mich mit über Käse in all sei­nen viel­ge­stal­ti­gen Erscheinungsformen. Zugleich lief im Fernsehen eine Dokumentation über bäu­er­li­che Erotik, und irgend­wie ver­misch­ten sich die bei­den Welten in mei­nem Kopf. Jedenfalls sind Senner auf Almhütten meist ziem­lich ein­sam, und weder TB noch ich glau­ben mitt­ler­weile an die schu­li­sche Erklärung der Löcher im Käse. Ihr beißt gerade herz­haft in ein Stück “leicht geräu­cher­ten Bergfürst”? Lasst euch den Appetit nicht ver­der­ben, sonst endet ihr wie die Dinosaurier: nicht nur tot, son­dern aus­ge­stor­ben! Das im Titel ange­kün­digte Special erstreckt sich im übri­gen auf die Tagebuchform der rest­li­chen Kolumne (Vorsätze, neues Jahr und so — das passt wie die Löcher in den Käse. Daher auch dies­mal die Überlänge).

2.2., 17:11
Schon wie­der so eine unpack­bare Fernsehserie über Dinosaurier gese­hen, in der die Tierchen der­art ver­mensch­licht wer­den, dass man meine könnte, der Regisseur habe nicht nur per Zeitmaschine unter ihnen gelebt, son­dern sich auch präch­tig unter­hal­ten kön­nen. Aber Originalaufnahmen sind’s nicht, selbst in zeit­ge­nös­si­schen Computerspielen bewe­gen sich simu­lierte Reptilien weni­ger ruckelnd.

2.2., 17:16
Erinnere mich, mal gele­sen zu haben, dass kein Mensch weiß, ob die Dinosaurier military-grün waren oder nicht doch vio­lett mit gel­ben Punken (zum Beispiel). Fragen geht nicht, und all­fäl­lige Farbpartikel in der Haut ver­rot­te­ten, anders als Knochen, längst.

2.2., 17:31
Vielleicht waren die Dinosaurier ja schwarz-weiß, viel­leicht waren die moder­nen Farbsaurier des Medienzeitalters noch gar nicht erfun­den, back in the days. Analogieschlüsse, aus­ge­hend von zeit­ge­nös­si­schen Reptilien, schei­nen mir kei­nes­falls zuläs­sig. Sonst wären die Saurier wohl nicht so groß gewesen.

2.2., 17:36
Liebes Tagebuch, heute quel­len die Einträge nur so aus mir her­aus, und das, obwohl ich dich die letz­ten 15 Jahre sträf­lich ver­nach­läs­sigt habe. Liebes Tagebuch, sag mir: wenn die Dinosaurier schwarz waren, haben sie dann auch nur schwarz-weiß gese­hen? Wenn sie far­ben­blind waren, wären sie in ihrer eige­nen ja auf jeden Fall schwarz-weiß gewe­sen, wenn nicht, hätte ihnen auf­fal­len müs­sen, dass die Pflanzen rund um sie in allen Farben des Regenbogens strah­len, ganz zu schwei­gen von den dama­li­gen, paläolithisch-gewaltigen Regenbögen, dass sie selbst jedoch daher­kom­men wie eine Derrick-Folge aus den frü­hen 50ern. Vielleicht wur­den sie gar darob so betrübt, dass sie beschlos­sen, auszusterben?

2.2., 17:45
Habe noch­mals über meine vorige zum Aussterben nach­ge­dacht, sie erscheint mir nicht mehr so plau­si­bel wie vor weni­gen Minuten. Es exis­tie­ren zuviele Unwägbarkeiten in punkto Farbsehen — benutz­ten die Dinos Wasserflächen als Spiegel? Sahen sie sich selbst als Individuen oder mehr im Verbund, wie zB die Borg in Star Trek? Liebes Tagebuch, ich muss mich ärgern — statt brauch­ba­rer Fakten ver­mensch­licht der Regisseur wei­ter­hin gna­den­los seine geschupp­ten Protagonisten, lässt Sozialdramen inner­halb der Herde ablau­fen, gegen die GZSZ wie eine Tierdoku wirkt.

3.2., 14:00
Hallo Tagebuch, Recherchen im Internet haben erge­ben, dass sowohl das Aussterben sowohl von Analosaurus als auch von Masturbatiodonten wenig Fragen offen las­sen. Aber was zum Geier geschah mit dem Nymphodaktylus?

3.2., 19:00
Die Saurier ver­schwin­den lang­sam aus mei­nem Kopf, wie wohl­tu­end! Noch schnell schein­hei­lig zu einem ande­ren Thema, um vom gestren­gen Chefredakteur nicht erneut der Ideenlosigkeit bezich­tigt zu wer­den: selbst der Beruf des Autorenbetreuers, ein ele­gan­ter, könnte man mei­nen, kann seine Untiefen auf­wei­sen und die eigene Demutsgrenze schnell auf Grund sin­ken las­sen. Wisst ihr, wer das Buch “Rufus Woods, the Columbia River, & the Building of Modern Washington” geschrie­ben hat? Robert E. , von sei­nen Freunden ver­mut­lich nur des­halb nicht Fick-Robby genannt, weil die wie er in Amerika hau­sen. Nun stellt euch vor, ihr holt Rob von Wien Schwechat ab, zu einem inter­na­tio­na­len Columbia-Kongress viel­leicht, und dann steht ihr da in der Ankunftslounge mit einem gro­ßen Schild — so schnell könnte man in den Verdacht des gewaltl­lo­sen Flughafenterroristen geraten.

12.2., 14:39
Wie fast immer auf der Suche nach guten Links gewe­sen, im Internet, wo sonst. Im Esoterikforum.at hab ich Tante Brigitte getrof­fen — sie war aller­dings in Eile, weil grade im Aufbruch zu einer Astralreise begrif­fen. Also denk ich mir: “Was soll’s, gehste flink noch­mal zurück zu Gugl, und gibst ein: tau­sende Links”. Mach das Mal, Leser, du mit dem blauen Sweatshirt. Das gibt eine, je nach per­sön­li­cher Präferenz, inter­es­sate / reverse / scho­ckie­rende / zutref­fende / absto­ßende / ein­zig wahre Hitparade der Prioritäten, ganz ent­ge­gen der land­läu­fi­gen Meinung aber sex­freier als DSF spätnächtens:

  1. Tausende Links zu & Fantasy
  2. Tausende Links zu C++ und ande­ren Programmiersprachen
  3. Tausende Links zu Frieden, Abrüstung & Gewaltfreiheit
  4. Tausende Links zum Thema Reisen
  5. Tausende Links zum Thema Tischtennis
  6. Nochmal tau­sende Links zum Thema Reisen
  7. Tausende Links zum XML-Themen
    x. außer­halb der Wertung, ein Reinrutscher: Tausende Arbeitslose
  8. Tausende Links zu Politik, Medien & Soziologie
  9. Tausende Links zu Ska-Bands
  10. Tausende Links auf ver­mut­lich alle Drachenhomepages in aller Welt
  11. Tausende Links von (warum von?) pri­va­ten Homepages
  12. Tausende Links auf nicht-relevante Seiten (schön!)
  13. Tausende Links zu Moderatoren, Schauspielern, Musikern, Comedians,
    Models und Autoren
  14. Tausend Links zu mathe­ma­ti­schen Sachverhalten von all­ge­mei­nem Interesse (?)
    x auch außer Konkurrenz, aber sehr bemüht rät jemand: Um einen gro­ßen Bekanntheitsgrad vor­zu­täu­schen, beschaf­fen Sie sich hun­derte, bes­ser tau­sende, Links auf Ihre Homepage.
  15. Tausende Links zu Schulthemen

—arden­tum*—
Zu guter letzt noch zwei Beitrag aus der Kategorie “Sätze, die sich so nur / oder so kei­nes­falls auf Speisekarten vege­ta­ri­scher Restaurants fin­den”: 1. Auf Wunsch wer­den alle Speisen auch mit Käse über­ba­cken ser­viert. 2. Für Firmenfeiern wie Massenentlassungen und der­glei­chen berei­ten wir unsere Schlachtplatten auf Wunsch auch gerne auf/für eine grö­ßere Anzahl von Personen vor.

* ich pfeif auf meine huma­nis­ti­sche büdung! Ich kann pfeifen!

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