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Das kleine Atomlabor

Das kleine Atomlabor O tempora, o mores, o toys – mit den Zeichen der Zeit ändern sich auch ihre Spielzeuge, und das beileibe nicht nur dank des technischen Fortschritt. Radar hat einen faszierenden, mehrteiligen Artikel veröffentlicht über die gefährlichsten Spielzeuge aller Zeiten. Auf Platz eins landete dabei die zielgenauen Rasen-Dartpfeile aka „Death from Above“, den zweiten Platz belegte besagtes Atomlabor.

Übervorsichtige Eltern, die Chemiekästen bereits als potentiellen Gefahrenherd einstufen, dürften bei der Ausstattung des Sets einen Ohmachtsanfall erleben: drei „schwach verstrahlte“ radioaktive Materialien und weitere Spaßigkeiten finden sich im Set:

For a mere $49.50, the kit came complete with three „very low-level“ radioactive sources, a Geiger-Mueller radiation counter, a Wilson Cloud Chamber (to see paths of alpha particles), a Spinthariscope (to see „live“ radioactive disintegration), four samples of Uranium-bearing ores, and an Electroscope to measure radioactivity.

Für Nerds einer der kewlsten Spielzeugkästen aller Zeiten, wenngleich der eigentlich dringend nötige Schutzanzug im Set fehlte:

It’s unclear what effects the Uranium-bearing ores might have had on those few lucky children who received the set, but exposure to the same isotope-U-238-has been linked to Gulf War syndrome, cancer, leukemia, and lymphoma, among other serious ailments.

Vielleicht also doch nicht das ideale Material zum Kuscheln… dennoch ein sehr beliebtes Stück unter Vintage-Toys Sammlern, denn immerhin wurde auf American Memorabilia gerade einer der legendären und va noch vollständig erhaltenen Kästen für den Schnäppchenpreis von knapp 8.000$ verkauft.

Eine angeblich wesentlich safere Variante und noch dazu um einiges günstiger wäre das „Nuclear Spinthariscope“ von United Nuclear: um günstige 30$ kann man Atome bei ihrem intimsten Zerfall beobachten. Warum hab ich bloß das Gefühl, dass solche Spielzeuge bei Eltern aus der Tchernobyl-Generation irgendwie nicht so recht ankommen? [via make]

2 comments
Werner Frey
Werner Frey

Radioaktivität ist in der Natur seit dem Anfang der Menschheit allgegenwärtig. Unser Körper enthält beispielsweise rund 4 KBq K-40, d.h. in einer Klasse mit 30 Schülern und einem Lehrer bestrahlen sich diese Personen gegenseitig im Klassenzimmer mit einer geringen Dosis infolge der Aktivität von 31 x 4 KBq = 124 KBq. Da der menschliche Körper auch noch andere radioaktive Stoffe (z.B. C-14) enthält, liegt der tatsächliche Wert sogar deutlich höher. Wir verändern je nach Lebensgewohnheiten unbewußt die Dosis mit der unser Köper zurechtkommen muß zwischen 1 und 4 mSv pro Jahr. Warum machen Sie ein interessantes und lehrreiches Spielzeug wie "Das kleine Atomlabor", das die Strahlendosis bei intensiver Nutzung um etwa 0,1 mSv pro Jahr erhöht derart nieder? Das ist reine Demagogie!

ritchie
ritchie

Wobei aber die wenigsten Lehrer oder Schüler angereichtertes Uranium in der Hostentasche stecken haben!