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Slideshare: Präsentationen teilen

Slideshare-ScreenÜber Nico Zorns Blog bin ich gerade auf Slideshare gestoßen. Die Funktion der Seite ist schnell erklärt: analog zu FlickR und ähnlichen Video-Communities stellen die User ihre eigenen Dateien online – in diesem Fall allerdings keine Filmchen, sondern Powerpoint-Präsentationen.

Die Größenbeschränkung von 20MB erlaubt auch umfangreiche Slideshows mit eingebunden Bildern, kategorisiert wird mittels der inzwischen so beliebten Tags. Diverse Social-Navigation-Funktionen wie beliebteste, neueste, meistkommentierte Einträge etc. erlauben einen flotten Einstieg in die weite Themenwelt der Powerpoint Präsentationen. Das eigene Profil versammelt alle selbst hochgeladenen Präsentationen.

Mich erinnert die Seite unweigerlich an Vilém Flussers Voraussagen über die neue Medienwelt: es werde nicht mehr darauf ankommen, möglichst viel Information zu speichern – neue Techniken führen dazu, dass wir unsere kognitiven Fähigkeiten nicht mehr primär zum Abspeichern von Information nutzen, sondern zum Strukturieren und Rekombinieren, da der vergleichsweise unkreative Speicherakt elegant auf Maschinen ausgelagert wird. [vgl. Flusser, Vilém: Vom Subjekt zum Projekt. Menschwerdung. Bollmann Verlag, Bensheim/Düsseldorf 1994 sowie Flusser, Vilém: Kommunikologie. Bollmann Verlag, Bensheim/Düsseldorf 1996]

Arbeitsteilungsstrategien via digitale Medien – die Eleganz und Zuversicht dieser Idee hat mich schon während des gesamten Studiums viel mehr begeistert als das konstante Grundrauschen der Kulturpessimisten, die in in bisher jedem neuen Medium den Untergang der Kultur zu erblicken glaubten. Wir alle stehen ja ohnehin „auf den Schultern von Giganten“, wie’s so schön heißt.

Selbstverständlich könnte man ganz nach persönlicher Präferenz in einer Plattform wie Slideshare eine weitere Schaufel Erde auf dem Grab kultureller Eigenleistung vermuten – und natürlich könnte sich die Plattform zu einem beliebten Selbstbedienungsladen etwa für studentische Seminare-Referate entwickeln. Sei’s drum: die digitalen Datenspeicherung erleichtert ja nicht nur den Plagiierenden das Leben, sondern ermöglicht auch erst die Existenz des neuen akademischen Berufsbildes Plagiatsjäger. Ich halt’s da jedenfalls lieber mit Frank Hartmann, der in seinem Telepolis-Artikel Pimp my text imho ziemlich elegant zusammengefasst hat, warum man seriöses Arbeiten nicht erzwingen – im besten Fall aber durch sinnvollen Einsatz der neuen Medien wesentlich spannender gestalten kann. Wozu wiederholen, was andere schon vorher gemacht haben? Take it and continue from there! In diesem Sinne – viel Spaß mit Slideshare.net.

PS – der Werbeblogger hat Slideshare.net auch schon verlinkt – mal sehen, ob demnächst der recht geringe Anteil an deutschsprachigen Präsentationen ansteigt 🙂

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