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CD-Review: Absolute Beginner — Blast Action Heroes

04.01.2007, geschrieben von , 2 Kommentare

Aus aktu­el­lem Anlass (siehe CD-Review von Jan Delays aktu­el­lem Album “Searching for… the Dubs”) sozu­sa­gen ein Re-Run mei­nes letz­ten Features über die Absoluten Beginner in the gap; ent­stan­den anläss­lich der Veröffentlichung des Albums “Blast Action Heroes”.

Oben herum zischelt es angenehm

Erleben Musikstile zykli­sche Entwicklungen? Zerstört jeder kom­mer­zi­elle Boom not­wen­di­ger­weise ein Subkultur? Und, wenn Subkultur den Kitt in den Fugen der Devianz dar­stellt, wird dann Mainstream Popkultur zum Kitt der Medienindustrie? Die Beginner küm­mert das alles und doch auch wie­der nicht. “Blast Action Heroes” klingt jeden­falls so wie “gute Musik an der lange gear­bei­tet wurde.” Ganz genau so.

“Ich rep­re­sente, für mich is’ Rap noch nich’ am Ende.”

Jenes Album, das noch immer kei­nen Titel hat, schickt sich also an, die ehren­volle und vor­be­las­tete Nachfolge von “Flashnizm”, “Bambule” und “Boombule” anzu­tre­ten — kein Grund zur Panik also, denn wie ihr mir ein in den 70ern sehr hei­mi­scher Kollege mal ver­si­cherte, krie­gen große Rockbands erst beim sieb­ten Album die Krise. Wenn sie es denn über­haupt so weit schaf­fen. Derselbe Kollege beklagte uni­sono mit wei­ten Teilen der Branche auch die Schwierigkeiten zeit­ge­nös­si­scher Bands: hätte man bereits frü­her, so das schla­gende Argument, Bands nach den Qualitäten ihres Erstlingswerks beur­teilt, gäbe es weder Led Zeppelin noch die Rolling Stones noch wer weiß wen — eben weil deren Debuts im Nachhinein zwar Kultstatus erreicht haben mögen, zu ihrer Zeit jedoch ledig­lich mäßige Verkaufszahlen auf­wei­sen konn­ten. Dagegen mache das Quick-Cash ori­en­tierte “One Hit Wonder” Prinzip es nahezu unmög­lich, eine Bandkarriere mit der gebüh­ren­den Sorgfalt aufzubauen.

In der Tat sind Parallelen zu den Eimsbüttler Wortklaubern nicht von der Hand zu wei­sen: “Flashnizm”, das gewöh­nungs­be­dürf­tige Erstlingswerk, zeigte zwar schon deut­lich die weg­wei­sende Richtung an, die Denyos und Eißfeldts Lyrics spä­ter neh­men soll­ten. Aus der lin­ken Punk-Sozialisation machte man weder damals noch spä­ter einen Hehl, legen­där der Text von “Get funky Bulle”. Dope-beat-mäßig ging da zwar auch schon eini­ges, aber hef­tige Punk-Attitude und kreativ-noisiger Umgang mit lär­mer­zeu­gen­den Instrumenten sorg­ten nur bei den Freunden stark abstra­hier­ten Grooves für Kopfschüttelorgien — und von einem kom­mer­zi­el­len Erfolg konnte auch keine Rede sein, denn der sollte erst spä­ter mit der Single “Liebeslied” schlag­ar­tig ein­set­zen. Wer gut Ding machen will, der muss sich Zeit neh­men, daran führt kein Weg vor­bei: “Natürlich sagt jeder Track für sich ne Menge aus, das war ja auch Ziel des gan­zen. Deswegen brau­chen wir für ein Album auch 2 Jahre und nicht zwei Monate. Damit man jede Gefühlslage und Situation ein­mal durch­lebt hat, und sie gebün­delt, gestyled und mit nem dicken Beat ver­packt auf Platte pres­sen kann.”

Die release-technische Stunde null indes datiert auf’s Jahr 1992, als sich das Trio mit der Compilationbeilage “Keine” auf dem stil­bil­den­den Sampler “Kill the nation with a groove” zu Wort mel­det. Im fol­gen­den Jahr ver­folgt bereits eine kleine Fangemeinde erwar­tungs­voll den Release der ers­ten EP “Gotting”, 1994 erscheint die Single “Ill Styles”. Anschließend tou­ren Eißfeldt, Denyo und DJ Mad durch Deutschland, arbei­ten zwei Jahre lang ihrem Soloalbum und machen sich mit “Flashnizm” zu Lieblingen der Kritiker. Der Name, erklärt Eißfeldt, bezieht sich auf die immense Abneigung gegen Wiederholungen: “Wenn wir ein Album machen, dann ist das für uns ein abso­lu­ter Beginn, wir machen jedes Mal was neues.”

Ich zwirble mir am Bart
und wirble durch die Charts.”

Dieser Coup gelingt bei “Bambule” — so hei­ßen in Hamburg hand­greif­li­che Streitereien am Kiez. Ärger, Stunk? Ach wo. Feinste Wortakrobatik nord­deut­scher Prägung, hafen­ge­prüf­ter Humor und tighte Produktion hiev­ten die Singles “Rock On”, “Liebeslied” und “Füchse” mühe­los in die Charts und brach­ten BA ver­kaufs­tech­nisch in die Nähe der Fantastischen Vier. Was war pas­siert? Da hatte doch tat­säch­lich jemand die Frechheit, sich vom us-amerikanischen Hip Hop ledig­lich die hand­werk­li­che Qualität abzu­schauen und ansons­ten völ­lig unbe­schwert und frei einen neuen Style zu kre­ie­ren. Das Eimsbush Basement war in aller Munde, und Stuttgart hatte end­gül­tig die Rap-Oberhoheit an die Stadt an der Alster ver­lo­ren. Anstatt sich auf eta­blierte Majors zu ver­las­sen, schu­fen sich die Eimsbüttler lie­ber ihre eige­nen Strukturen, nicht nur im Studio, son­dern auch in punkto Label und Vertrieb — man nutzt die Vertriebsmöglichkeiten inter­na­tio­na­ler Reseller, behält Label– und Promo-Arbeit aber weit­ge­hend unter eige­ner Kontrolle und ver­mei­det so vehe­ment jeg­li­che Schubladisierung von außen.

Konsequenterweise releasen die Hamburger anschlie­ßend “Boombule”, ein kom­plet­tes Remixalbum des Vorgängers, das mit Hilfe eines beträcht­li­chen Teils der deut­schen Rap-Elite den Songs eine neue Drehung ver­passt — und trotz hef­tigst posi­ti­ver Reaktionen bei­nahe das letzte Lebenszeichen der Beginner auf Pladde gewor­den wäre. Dass es anders kam, ver­dan­ken wir und die Band laut Denyo DJ Mad, dem Mann an den Wheels of Steel: “Wir waren im Jahr 2000 ein­mal kurz davor uns zu tren­nen, und hätte Mad uns in einer zwei­stün­di­gen, spon­tan gehal­te­nen Rede nicht davon über­zeugt, das nicht zu tun, müsste ich mir jetzt nicht die Finger wund schrei­ben. Das war kurz vor dem Flash 2000 Konzert, da woll­ten wir unsere letzte Zugabe spie­len. Bedankt euch bei Mad!”

Trotz beschlos­se­ner Fortführung der gemein­sa­men Bandkarriere ist vor dem nun aktu­el­len Release erst mal eine län­gere Pause ange­sagt, in der die bei­den Rapper ihren Soloprojekten nach­ge­hen. Denyo 77 bas­telt “Minidisco” zusam­men, ein ebenso stil­vol­les wie unter­schätz­tes Kleinod des deut­schen Sprechgesangs. Noch rüh­ri­ger ist Eißfeldt, der einer­seits als Jan Delay “Searching for the Jan Soul Rebels” und gemein­sam mit Produzentenkollegen Tropf als La Boom Deluxe “Atarihuana” her­aus­bringt und zudem immer wie­der als gern gese­he­ner Feature-Gast, wie bei dem Debut der Sam Ragga Band, auf­taucht. Während Herr Delay mit sei­nen links-kritischen Texten dank Referenzen an Bader-Meinhof Zeiten die deut­schen Mainstream-Feuilletons mit gern gehör­tem Futter ver­sorgt und sich mehr­fach Kritik von unbe­ru­fe­ner Seite aus­ge­setzt sieht, beju­beln die Fans die entspannt-relaxte Reggae-Dub Attitude und freuen sich über die teils bit­ter­bö­sen Lyrics. “Atarihuana” indes ent­führt den Hörer mit sei­nen dopig-brummenden Loops mit­ten in rauch­ge­schwän­gerte Dub-Sessions, die einen gelun­ge­nen Spagat zwi­schen Chillen am hei­mat­li­chen Kamin und Kopfnicken unter Ganzkörpereinsatz im Club for­men. Weit ent­schei­den­der als die Alleingänge war für “Blast Action Heroes” laut Denyo frei­lich die gemein­same Chemie: “Die Solodinger waren dafür da, ein­fach mal alles sel­ber ent­schei­den und machen zu kön­nen. Die Erfahrungen aus die­ser Zeit waren nütz­lich und wich­tig, aber nicht aus­schlag­ge­bend für den Sound die­ser Platte. Nur haben wir uns durch die Solo-Phase noch mehr auf das “Wieder zusam­men flas­hen” gefreut. Zur Arbeitsteilung: Denyo und Eizi Eiz saßen tag und nacht im Studio und haben die Musik und die Texte geflas­hed. DJ Mad ist für die der­ben Videos verantwortlich.”

Doch wäh­rend all dies pas­siert, rutscht Hip Hop lang­sam aber sicher in eine ansehn­li­che Midlife-Crisis, und der geneigte Conoisseur fragt sich: Welches Statement darf man in schwie­ri­gen Zeiten wie die­sen von den Beginnern erwar­ten?
Was uns live und direkt zu Anfang die­ses pseu­do­wis­sen­schaft­li­chen Essays über das fidele Hamburger Rap-Trio bringt: Wenn das eigene Genre beginnt, an allen Enden und Ecken zu been­gen, dann wird’s höchste Zeit, ent­we­der sich selbst oder den Kontext neu zu erfin­den. Und weil die Welt bekannt­lich im Kopf statt fin­det, fällt zwei­te­res auch nur schein­bar schwie­ri­ger als ers­tere Variante. Statt also einem ohne­hin längst ver­lo­re­nen, unglaub­wür­di­gen Underground-Status nach­zu­ja­gen, machen sich’s die Beginner in den obe­ren Logen bequem — und ver­mit­teln stark den Eindruck, als könn­ten sie ganz pro­blem­los die nächs­ten drei­ßig Jahre lang Hip Hop Alben auf­neh­men, ohne irgend jeman­den zu lang­wei­len. So ähnlich machen es die Stones, und wer will schon behaup­ten, dass Rock heute ein leben­di­ges Genre ist? Was mei­nen die Beginner also mit der Textstelle “Ich rep­re­sente, für mich ist Rap noch nicht am Ende”? Denyo meint dazu: “Im beson­de­ren den Flash und Spaß, den wir am Machen von Rap Musik immer noch haben. Es gibt sicher paar neue Talente, die inter­es­sante Sachen machen, das sind aber lei­der viel zu wenig. Das Problem ist doch, das eine hand­voll Bands Hip Hop hier­zu­lande groß gemacht haben, um dann zuzu­se­hen, wie tau­sende mit unaus­ge­reif­tem, ide­en­lo­sen Schrott das ganze Ding an die Wand fah­ren. Jetzt liegt es wie­der in der Hand die­ser paar guten Bands, die Musik zu refreshen.”

Die Malaise des dahin­sie­chen­den Patienten wird indes nicht nur durch die sehr vie­len Köche ver­ur­sacht, die zwar zwei­fel­los den Brei ver­der­ben — doch auch die Haubenrestaurants sind nicht mehr das, was sie ein­mal waren. Professionalisierung, Kommerzialisierung? Jedenfalls ein Grund für die tat­säch­lich sehr geringe Zahl von Features auf BAH. “Der blind-dumme Lokalpatriotismus hat abge­nom­men, das finde ich sehr gut. Doch auch das mit­ein­an­der, das Unity-Ding, hat abge­nom­men, das finde ich nicht sehr gut. Jeder kocht sein eige­nes Süppchen. Man hat keine Zeit mehr, um sich mit ande­ren Künstlern zu tref­fen, um zu chil­len. Deswegen haben wir bis auf Max auch kein Feature auf unse­rer Platte, weil wir die Leute, die wir schät­zen, in den letz­ten zwei Jahren kaum gese­hen haben.”

Nicht die Routine irgend­ei­ner deut­schen Rapkapelle,
weil inhalts­leer muss schei­tern wie Westerwelle.
Da schon lie­ber die Routine eines Wille Brandt,
wir bau’n die Tracks, die süß schme­cken wie Philly Blunts.”

Weil wir schon davon schrei­ben: man müsste nun sich daran machen, vor­be­halt­los und genau recher­chiert auf dem weni­gen hier zur Verfügung ste­hen­den Platz auf oder bes­ser ab zu rol­len, wie sich denn Aufstieg und Fall des deut­schen Hip Hop en detail abge­spielt haben. Aber zum einen haben das Sascha Verlan und Hannes Loh mit ihrem ambi­tio­nier­tem Büchlein “20 Jahre Hip Hop in Deutschland” für die sym­pa­thi­schere Seite die­ser Jugendbewegung bereits aus­führ­lich getan, und zum ande­ren soll hier nicht einer ten­den­ziö­sen Sichtweise Vorschub geleis­tet wer­den. So kann man aus der genann­ten Lektüre das eine oder andere treff­li­che Fußnöt– oder Anekdötchen extra­hie­ren, das viel­leicht gar nicht so gut rein­passt in vor­ge­fasste Meinungskategorien. Vor allen ande­ren legen die Autoren einen Schluss nahe: die Aufgabe des Gedankens der Homogenität einer Szene, über die man spre­chen könnte, als agiere sie wie der nächst­beste homo­gene Organismus.

Oder anders gesagt: Ein Azad teilt mit einem Mellow Mark allen­falls die Zugehörigkeit zu einem sozio­gra­phi­schen Segment, das bloß ein äußer­li­cher Hinsicht kohä­rente Codes erzeu­gen kann. Wer weite Hosen trägt, ist ein Hip Hopper, for the worse or the bet­ter. “Hip Hop is a state of mind,” wird Curse nicht müde bei Interviews zu erklä­ren, und auf mehr­ma­lige Nachfrage, worin die­ser besteht, folgt die Detaillierung: “in der Gemeinsamkeit, eben Hip Hop zu leben. Wenn ich das jetzt erkläre, bräuchte ich Tage dazu.” So ist das eben mit dem Sprechgesang: zir­ku­läre Argumentation ohne Ende, häu­fig die expli­zite Forderung nach Mitbestimmung und “poli­ti­schen” Inhalten über bloße Kopfnick-Befriedigung hin­aus, und dann doch blinde Kritiklosigkeit. Man hält sich eben aus Kohärenzgründen sicher­heits­hal­ber lie­ber an Verträge, die man nicht selbst unter­zeich­net, und Konventionen, die man nicht selbst mit­ge­stal­tet. Dieses Wechselspiel aus Self-Empowering und blin­der Gläubigkeit resul­tiert in Schein Autonomien sys­tem­dik­tier­ten Schein-Autonomien,- Aber da ste­hen die Beginner drü­ber. Absolut. Eizi Eis erklärt, was den abso­lu­ten vom Beginner unter­schei­det: “Daß er sich nicht mehr dar­über ärgern muß, das sein Bandname falsch geschrie­ben oder eng­lisch aus­ge­spro­chen wird. Wir waren es leid, die “abso­lute begin­ners” zu sein. Außerdem sind wir seid 5 Jahren nicht mehr kom­plett, denn unser vier­tes Mitglied Platin Mardin ist damals aus­ge­stie­gen. nur waren wir damals major­mä­ßig frisch gesi­gned und durf­ten uns nicht umbe­nen­nen. Das haben wir jetzt nachgeholt.”

Zur neuen Pladde

Man muss nicht unbe­dingt mit den Beginnern spre­chen, um sie zu ver­ste­hen. Denn prak­ti­scher­weise spa­ren Eisi Eis und Denyo gleich von vorn­her­ein mit Selbstbeweihräucherungsorgien, und nut­zen den frei wer­den­den Lyric-Space lie­ber, um über Sachverhalte zu rap­pen, die der ambi­tio­nierte Musikjournalist doch eigent­lich gerne im Zwiegespräch erführe: zum Beispiel wie das so ist, in Hamburg zu woh­nen, warum diese Stadt samt ihrem dau­er­grauen Regenhimmel die gera­dezu prä­des­ti­nierte Homebase für den Beginner-Sound darstellt.

Aber wenn Eißfeldt dann spricht, so tut er dies lang­sam und über­legt — nasal sowieso, in ers­ter Linie aber über­legt. Rapper, die die­sen Titel ver­die­nen, soll­ten bes­ser als andere um die Ohmnacht des Wortes wis­sen. Verständigung ist das Wunder im Alltag der kom­mu­ni­ka­ti­ven Entropie, und allzu leicht arten ernst gemeinte Auseinandersetzungen in selbst­ver­liebte Feuilleton-Umdeutung aus, wie Jan Delay mit sei­nem “Soloprojekt” wie erwähnt selbst erfah­ren hat. Man ist vor­sich­tig gewor­den, ohne zurück­hal­tend zu sein — und hat sich, nicht zuletzt berei­chert durch die krea­ti­ven Inspirationen aus ande­ren Projekten, noch stär­ker auf aus­ge­feilte Produktion kon­zen­triert als bis­her. Der sprich­wört­lich gewor­dene und oft viel zu leicht­fer­tig unter­stellte “Blick über den Tellerrand” wird hier zum Spaziergang über den Frühstückstisch: fröh­lich ver­eint im Hip Hop Gewand grü­ßen Drum’n’Bass-, Techno-, Soul-, Funk– und Pop-Sounds. “Wir haben Ende 2001, als wir mit dem Produzieren des Albums ange­fan­gen haben, drei Platten gehört, die uns beein­flußt haben. Busta Rhymes “Genesis”, auf­grund geil klin­gen­der Neo-Beats und derbs­ter Power, was die Raps angeht, Jay-Z “Blueprint” wegen dem uner­hört fei­nem Flow und der vie­len, fla­shi­gen Samples, was die Beats angeht und Nas “Stillmatic”, auf­grund der genia­len Texte, was den Inhalt angeht. Wir woll­ten all das auf einer Platte. Und unse­ren eige­nen Sound selbst­ver­ständ­lich!” Wie und ob “Blast Action Heroes” dage­gen in wel­che Definitionskriterien auch immer rein­passt, inter­es­siert viel­leicht die Rap-Polizei, aber deren Job soll dem­nächst sowieso von einer pri­va­ten Wachfirma über­nom­men wer­den. Und was brin­gen schon genaue Festlegungen, wenn eines klar ist: “Die Beginner wer­den für immer eine geile Band blei­ben. ansons­ten kann man sagen, dass diese Vielfalt gene­rell im Hip Hop, R&B und Pop Bereich zu beob­ach­ten ist. Siehe Timberland oder Neptunes, das sind die Chefs, die Vorreiter und Initiatoren die­ses Sounds.”

Die Arbeitsteilung im Studio sah in den ver­gan­ge­nen zwei Jahren fol­gen­der­ma­ßen aus: Eizi Eiz und Denyo machen Text und Musik, DJ Mad zeich­net für die Videos ver­ant­wort­lich, das Artwork stammt vom jah­re­lan­gen Wegbegleiter Keats von den Typeholics, gemixt wur­den die Tracks im Boogie Park und im Flatbüttel Studio mit Unterstützung von Tropf und Lars (CLAS-Bros.) Das Zentrum der Produktion aller­dings lag, so Denyo, nicht etwa in Eimsbüttel, son­dern mit Herzen der Hansestadt — das Vaul & Späth Studio am Kiez.

Da kön­nen gar keine hoch­glanz­po­lier­ten, hitparaden-optimierten R&B Sounds raus­kom­men, son­dern melo­di­sche Rohheit gepaart mit der Extra-Portion Hamburg —  so was klingt lecker, und so wie Denyo das Rezept erklärt, scheint’s eigent­lich gar nicht so kom­pli­ziert: “Ich hör mir quer­beet alles an, alte Sachen, sprich die Platten, von den ich sample, hör ich mir auch gerne an, neue Sachen, egal ob Justin Timberlake, 50 Cent, Beyonce usw, viel Reggae, Dennis Brown, the Master him­self Biggedi-Bob M. und auch Rockgitarren und DoubleBass-Wahnsinn kön­nen flas­hen, siehe Metallica‘s St. Anger. Eigentlich ist es ganz ein­fach: Wenn es unten herum Wumms macht, es oben herum ange­nehm zischelt und ins­ge­samt ein war­mes, wohl­wol­len­des Gefühl ein­tritt, dann sind Namen, Genre, Nationalität und die poli­ti­sche Haltung neben­säch­lich, dann geht da was!”

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