CD-Review: Jan Delay - Searching… the Dubs
Anders als im Fußball gilt bei musikalischen Neuerscheinungen allzu häufig: vor dem Anhören ist nicht nach Anhören. Die anfängliche Freude war ohnehin groß: wenn Eizi Eis und Matthias der guten alten Reggae-Tradition folgen und Songs von Jan Delays erstem Soloalbum “Searching for the Jan soul rebels” dubben, dann erwartet sich der geneigte Rezensent verspielten psychedelic-Groove und Delay-Line Madness. Eben jene Mischung aus originellen Einfällen und Lo-Fi Analog-Ästhetik des “Atarihuana” Albums, das Eißfeldt gemeinsam mit Tropf unter dem Projeknamen “La Boom” 2002 veröffentlichte.
Was dann tatsächlich aus den Boxen kommt, klingt aber viel zu kalkuliert und digital-präzise, um Dub-Herzen an kalten Wintertagen ernsthaft zu erwärmen. Magere acht Overdubs, die im Durchschnitt noch dazu nur vier Minuten dauern, sind’s geworden: während “Söhne Stammheims Dub” und “Lieder Dub” zumindest ansatzweise durch originelle Ideen überzeugen, bleibt der Rest des Albums weit hinter den Erwartungen zurück. Viel zu nah an den Originalen bewegen sich die neuen Versionen, Überraschungen und soundtechnische Offenbarungen bleiben konsequent aus. In den besten Momenten kratzt die Songs an der Oberfläche des Dub-Universums - von Eintauchen kann allerdings keine Rede sein.
Der Protagonist selbst hat selbst vor Jahren schon mal bewiesen, dass man nicht in einem jamaikanischen Studio sitzen muss, um fetten Dub auf die Welt loszulassen. Die Searching-Dubs klingen aber ganz schön. Uninspiriert.
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Kommentare zu "CD-Review: Jan Delay - Searching… the Dubs":
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Leider kann ich dir nur zustimmen.
Da freut man sich auf ein neues ‘Absolute Beginner’ Album und was kommt dabei raus!? Du liegst auf deiner Couch, lässt dich berieseln und denkst dir: wozu dieses Album? Keine Frage, solides Handwerk wie immer, aber an Tiefe hat es diesmal wahrlich gefehlt.
Hm, keine Ahnung, ich find das Album spitze! =)
Ich hörs mir gerne an, vertiefe auch darin! Ohne Zusatzmittelchen =)
Ich mag seine Art, seine verschwommenen Voices zwischendurch. Also, von mir gibs nix zu meckern =)
Also wie geschrieben - ich find’s nicht wirklich schlecht, mir fehlt aber die Deepness eines wirklich gelungenen Dub-Albums. Zu glatt, zu erwartbar, zu wenig verspielt… liegt wohl auch an der hohen Erwartungshaltung: von Jan Delay hätt ich mir halt mehr als ein solide-Handwerkskost Durchschnittsalbum erhofft…