Erste Eindrücke aus Börlin City

Nach zwei Tagen Berlin weiß ich immer noch nicht, warum überall dieser Bär rumsteht. Dass Krapfen hier Berliner heißen, gehört dagegen zum Standard-Reiseführerwissen über die deutsche Neo-Hauptstadt. 3,4 Millionen Einwohner hat die Metropole an der Spree derzeit und zählt damit rund doppelt soviele Einwohner wie Wien.

Die erste Überraschung jedenfalls war die legendäre Currywurst: wahlweise serviert „mit oder ohne Darm“ (die Berliner halten wohl nicht viel von blinden Wurstflecken) und Pommes, Tomatensauce (Nicht Ketchup!) sowiem Namensgeber Curry, hätte ich mir ein bratwurstartiges Konstrukt erwartet. De nada – Assoziationen mit einer kräftig gewürzten und gebratenen Weißwurst werden wach. Und: man muss gar kein Fastfood-Fan zu sein, um dem Charme dieser Berliner Spezialität zu verfallen.

Checkpoint Charlie, jene legendäre Kreuzung, wo sich im kalten Krieg einst amerikanische und russische Panzer gegenüberstanden, zeugt von einem schwierigen Kapitel deutscher Geschichte. Das nahegelegenen Mauermuseum arbeitet in Form vieler Originaldokumente und Artefakte die Geschichte der Mauer auf – ein beklemmendes Zeugnis fehlgeleiteter, menschenfeindlicher Politik.

Ungewohnt sind die Entfernungen – vielen Straßen sieht man an, dass sie als in Zeiten des Kalten Krieges als Not-Landebahnen für Militär hätten fungieren können. Von allzu viel Licht in dunklen Ecken scheint die Stadtverwaltung indes nicht übermäßig viel zu halten: die Stromrechnung für die Straßenbeleuchtung dürfte hier um einiges niedriger ausfallen als in Wien.

Gespannt bin ich auf’s legendäre Nachtleben: der Tresor, seines Zeichens Kulminationspunkt der frühen deutschen Techno-Szene, hat vor zwei Jahren seine Pforten geschlossen – an Alternativen wie dem Weekend Club mangelt’s allerdings nicht. Dort legen morgen Tobi Neumann und Binh House und deepe Beats auf, und das im 13. Stockwert mit weitreichendem Blick über die City. Und am Samstag sind, wie ich gerade dem äußerst empfehlenswerten Stadtmagazin Zitty entnommen habe, die Waxolutionists im 103 Club zu Gast.

4 comments
roland
roland

hallo richie ich rate euch auch zu schauen, wann das cookies die pforten öffnet, denn es hat gerade wieder eröffnet und zählt zu den bessten der stadt. desweiteren ist ein besuch von berlin nicht komplet ohne ein besuch des berghain, denn sogar leute aus nyc und telaviv kommen angereist um dieses erlebniss zu haben. mit der werkstadt in weißensee bin ich noch nicht weiter, aber ich schaue mich weiter nach geeigneten ateliers um.

Nessy
Nessy

Wappentier. Ich mag die kleinen bunten, die man auch auf den Kopf stellen kann. Du warts länger als vier Uhr aus? Kein Wunder, dass die Öffis dann wieder in dichtem Takt fuhren. ;-)

ritchie
ritchie

thx! Ja, die Öffis sind hier überhaupt viel verfügbarer als bei uns... und weggehtechnisch übersieht man irgendwie leichter die Zeit. Diese vier-Uhr Sperrstunde in Wien ist wirklich nicht gerade der Bringer :-)

iza
iza

Na wegen BÄR-lin! Ich war ja auch grad in der großen Stadt (wir müssen uns knapp verpasst haben *g*). Checkpoint Charlie, der Soldat, der auf beiden Seiten der Gleiche ist, gut und günstig essen, am Alex den Fernsehturm raufstarren und schwindlig werden dabei.Das Coolste am Fortgehen hab ich ja gefunden, dass die U-Bahnen und Metro-Trams die Nacht durchfahren. :) Zumindest am Wochenende. Viel Spaß noch!