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UPDATE: Alfred Worm verstorben

06.02.2007, geschrieben von , Keine Kommentare

Öster­reichs “Aufdecker der Nation” ist in der Nacht von ges­tern auf heute uner­war­tet ver­stor­ben, wie der ORF berich­tet. Herzprobleme waren der Grund für das Dahinscheiden der Journalistenlegende im 62. Lebensjahr. Seine Berühmtheit grün­dete sich auf die Über­zeu­gung, dass Journalismus weit mehr tun müsse als nur Pressemeldungen abzu­schrei­ben, dass nur mit sorg­fäl­ti­ger Recherche und viel Eigeninitiative die Medien zur vier­ten Gewalt in der Demokratie wer­den und als Korrektiv funk­tio­nie­ren könnten.

Investigativen Journalismus nennt man das Feld, in dem Herr Worm vor allem durch die Aufdeckung der Schmiergeldaffäre im Zusammenhang mit dem Bau des Wiener Allgemeinen Krankenhauses bekannt wurde. Sabrina hat einen Nachruf ver­fasst, aus dem hier zitiere:

ich durfte alfred worm ein­mal in einer lehr­ver­an­stal­tung am insti­tut für publi­zis­tik erle­ben. seine lei­den­schaft für den beruf, sein mut, den din­gen auf den grund zu gehen, nicht locker zu las­sen und für die eigene mei­nung zu kämp­fen, auch wenn sie pola­ri­siert, waren sehr beein­dru­ckend. als jah­re­lan­ger chef­re­dak­teur von “news” war ihm die unver­ein­bar­keit von wirt­schaft­li­chen zwän­gen und qua­li­täts­jour­na­lis­mus durch­aus bewusst, den­noch hat er sich immer bemüht, dass trotz­dem das mög­lich beste dabei her­aus­kommt. erst vor kur­zem wurde er zum in einer gala als “jour­na­list des jah­res 2006″ aus­ge­zeich­net.
der öster­rei­chi­sche jour­na­lis­mus ver­liert einen her­aus­ra­gen­den ver­tre­ter. was bleibt ist sein ver­mächt­nis, the­men trotz zeit­druck nicht nur ober­fläch­lich zu behan­deln und wenn es nötig ist auch mal jeman­den auf die füße zu tre­ten. zumin­dest starb er so, wie es sich wohl jeder wün­schen würde: er schlief in sei­nem bett ein und wachte nicht mehr auf.

Update: Am Österreich-Blog der Zeit ver­öf­fent­lichte Florian Klenk einen kur­zen, aber sehr tref­fen­den und berüh­ren­den Nachruf:

Manchmal saß er auch unten im Café in der Wiener Marc Aurelstraße, wo einst das pro­fil und heute noch der Falter behei­ma­tet sind. Wenn dem klei­nen Falter ein jour­na­lis­ti­scher Coup gelang, dann streckte er den Daumen nach oben und gra­tu­lierte . Das machte stolz. Weil Alfred Worm soet­was wie ein public watch­dog der unter­ent­wi­ckel­ten öster­rei­chi­schen Demokratie war.
Seine per­sön­li­ches Drama war, dass er seine letzte Heimat nur bei News fin­den konnte und wollte. Die Zeitschrift schlach­tet heute auf ihrer Webpage sogar sei­nen Tod aus.

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