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Komischer Name, selbstzündendes Marketing

„Blogitzeljagd“ nennt Hitflip, amazons zukünftig aussichtsreichster Konkurrent am Privat-Gebrauchtmarkt, eine recht durchdachte Backlink Aktion, die nach eigener Aussage „das Vernetzen von Blogs in spielerischer Weise fördern soll“. Den eigenen Pagerank für einen guten Zweck hochtreiben, sozusagen – jedenfalls ein Beispiel eines gelungenen Web 2.0 Viralfeldzugs.

Über die Regeln informiert das Hitflip-Blog:

  1. Suche den Blogpost von dem Du über die Blogitzeljagd erfahren hast.
  2. Suche einen Post über Hitflip in einem wildfremden Blog, der NICHTS mit der Blogitzeljagd zu tun hat und NICHT bereits vom Vorgänger (also da, wo Du von der Blogitzeljagd erfahren hast) gefunden wurde.
  3. Suche deinen gewünschten Zusatzpreis (s.o.) im aktuellen Hitflip-Bestand. Bitte darauf achten, dass es manche Produkte in mehrfachen Ausführungen gibt. Hier also möglichst genau sein.

Vor einiger Zeit hat Hitflip eine Menge Blogger freundlich aber bestimmt aufgefordert, gesponserte Testberichte über das Portal zu schreiben: die durften ruhig auch negativ ausfallen, sollten aber in jedem Fall helfen, Hitflip innerhalb kurzer Zeit bekannt machen. Das Prinzip der Tauschbörse: legal erworbene DVDs, CDs etc. können mit anderen Usern getauscht werden. Für abgegebene Ware gibt’s Punkte, die man selbst für begehrte Tauschobjekte einsetzt. 99 Cent verlangt der Man-in-the-Middle für die Bereitstellung des Service. Also eine smarte Idee, um Angebot und Nachfrage kostengünstig zu verbinden.

Dank der Beitrags-Sponsoring-Action gibt’s inzwischen eine Menge Blogbeiträge über die non-peer2peer Tauschbörse – und die werden durch die Blogitzeljagd nun auch noch brav alle untereinander verlinkt. Sowas mag der Google-Algorithmus gern, und die Blogger selbst freuen sich natürlich auch über die Backlinks, sozusagen eine Win-Win-Situation: und obendrein gibt’s noch das obligatorische Gewinnspiel mit dem guten alten „Jedes Los gewinnt“ Prinzip und attraktiven Hauptpreisen.

Also: let’s do it. Erstens gilt es also mal den Blogbeitrag zu verlinken, über ich von der Aktion erfahren hab – das wär bitteschön das Visual Blog. Die zweite Hürde ist dank der zahlreichen Testberichte dann auch schneller genommen, als man denken könnte, über Hitflip berichten etwa die Karate News, die Krambox hat ebenfalls einen beauftragten Testbericht am Start. Bleibt nur noch die Auswahl des Zusatzpreises: ich hätte gern ein Tofuschnitzel und ein alkoholfreies Bier! Schauen wir mal nach. Nein, Moment, das gibt’s auf Hitflip ja gar nicht – dann vielleicht doch lieber etwas aus der Kategorie Computergames.Hier scheint’s massig Win95 kompatible Games zu fragen, ich hab mich schon gefragt, wo die alle abgeblieben sind… Musik ist da doch etwas zeitloser – dann nehm ich bitte die Mystic Spirits. Zwar nicht mein Style, aber immerhin kostet das einzige bei Amazon erhältlich Exemplar stolze 213 Euros – das muss dann ja wohl unglaublich wertvolle Musik sein. Liebe Hitflips: wenn ihr dieses seltene Stück das Budget sprengt, tät ich mich auch über Z Prochek freuen!

PS: dazu passt der Satz zu Tage aus einem empfehlenswerten Pamphlet über Viralmarketing: „Buzz is actually an outcome and not a strategy.“

Update:
Robert hat einen wie immer sehr stichhaltigen und lesenswerten Kommentar zur Blogitzeljagd verfasst, hält sich aus der wilden Jagd allerdings raus. Frank Helmschrott findet die Aktion ebenfalls originell und blogitzelt mit.

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  1. […] datenschmutz.net » Komischer Name, selbstzündendes Marketing Says: Februar 2nd, 2007 at 11:41 am […] Über die Regeln informiert das Hitflip-Blog: […] […]