Podium: Missethon trifft auf Einem

ÖVP AkademieIn Zeiten, in denen eine frisch inaugurierte Justizministerin „einen fairen Prozess erwartet“ für den medial vorverurteilten Ex-Bawag Chef Helmi Elsner, wie Frau Berger am Samstag auf Ö1 im „Journal zu Gast“ anmerkte, anstatt eine Sicherstellung dieser anzukündigen, sollte man die in 90er Jahren so schicke Politikverdrossenheit asap über Bord werfen und sich kopfüber ins Diskussiongeschehen stürzen. Gelegenheit dazu bietet sich am 15. März in Wien.

Podiumsdiskussion / Buchpräsentation: Wozu Think Tanks?
Zeit: 15. März 2007, 19:30 Uhr
Ort: Politische Akademie der ÖVP, Tivoligasse 73, 1120 Wien

Politische Bildung ist die Aufgabe der ÖVP Akademie, der sie mit einer Reihe von Publikationen und Veranstaltuungen nachzukommen sucht. Anlässlich der Publikation des zweibändiges Werkes Stichwortgeber von Christian Moser und Günther Burkart-Dottolo diskutieren am 15. März Hannes Missethon und Casper Einem die These „Wozu Think Tanks“?

Der neue ÖVP-Generalsekretär Abg. z. NR DI Hannes Missethon und der SPÖ-Vordenker Abg. z. NR Dr. Casper Einem werden anlässlich der Präsentation Thesen und Inhalte der Bücher diskutieren und den Stellenwert heimischer Think Tanks kritisch hinterfragen.

Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten der Politischen Akademie statt, die Teilnahme ist gratis, hier geht’s zur Anmeldung. Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen hört man, dass im Anschluss ein Glaserl Wein serviert werden soll.

Die Publikation, die Anlass gibt zum Duell zweier ideologischer Vordenker, versammelt 24 Portraits politischer AutorInnen und setzt ihre Ansprüche nicht gerade niedrig an:

Auf welchen geistigen Fundamenten baut eine dem Gemeinwohl verpflichtete politische Ordnung auf? In vierundzwanzig eingängig und leicht verständlich geschriebenen Autorenportraits suchen wir Antworten auf diese Leitfrage. Es werden jene „episteme politike“, also politische Leitlinien und Grundüberzeugungen vorgestellt und diskutiert, welche die universalen politischen Erfahrungswirklichkeiten der Menschheit abseits ideologischer Verengung auf den Punkt bringen.

Interessanterweise legt der folgende Absatz des Pressetextes dann allerdings doch eine gewisse „philosophische Verengung“ nahe und drängt eine ganze Latte der spannenderen Theoretiker in die Opferrolle:

Der Schwerpunkt der Autorenportraits liegt bei Denkern, die dem „schwachen Denken der Postmoderne“ zum Opfer gefallen sind.

Auf die Diskussion darf man in Zeiten der großkoalitionären Neufaulage wohl gespannt sein…

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