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Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?

05.02.2007, geschrieben von , 1 Kommentar

control Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?Trusted Computing” bedeu­tet über­setzt “Vertrauenswürdiges Rechnen”, oder noch bes­ser “ehren­werte Datenverarbeitung”, das hört sich doch gut an. Marketing-Labels schmei­cheln dem Ohr, das liegt in ihrer Natur. Nicht nur in die­sem Fall gilt aber: süßer die Botschaft nie klang, doch das Fertigprodukt ent­hält keine Vitamine mehr und kann zu schwe­ren Vertrauensstörungen füh­ren. Wird nun “do-no-evil” das neue TCPA und MS in Firmenunion?

Filesharing, Contentswapping und offene Lizenzen: die Inhaltsindustrie find sich im Sog eines Malstroms, der ihr gar nicht schmeckt. Die ver­lo­rene Kontrolle will man mit Hilfe Friedrich Kittler’s 8. Muse* techné rück­er­obern. Alle Computer inklu­sive PDAs, Handys, Waschmaschinen und was sonst noch König Content wie­der­ge­ben kann, sol­len zukünf­tig ab Werk mit einem klei­nen Chip geimpft wer­den. Dagegen regte sich schnell Widerstand — und Benjamin Stephan und Lutz Vogel dreh­ten vor ein paar Jahren einen sehr instruk­ti­ven Lehrfilm. Mittlerweile ist die TCPA Geschichte — das Gremium erwies sich letz­lich als Fehlentwicklung und tat das, was man eben in einem sol­chen Fall macht: es gab sich einen neuen Namen.

Aufgrund des Veto-Rechts aller 200 Mitglieder erwies sich die TCPA als nicht hand­lungs­fä­hig. Als Konsequenz wurde im April 2003 die offi­zi­elle Nachfolgeorganisation Trusted Computing Group (TCG) gegrün­det, die die bis dahin geschaf­fe­nen Spezifikationen über­nahm und ihre Weiterentwicklung fort­führt. (wiki­pe­dia]

Damit konnte man immer­hin die Besitzer der Domain www.againsttcpa.com über­lis­ten und die Arbeit in Ruhe fort­füh­ren — bezie­hungs­weise Google inter­fe­rie­ren­den Filmemachern überlassen.

Eine brand­ak­tu­elle Produktion [via Spreeblick] ortet die kon­tem­po­rä­ren Datengefahren näm­lich nicht im Chip, son­dern im Netzeinstieg und wid­met sich einer kri­ti­schen Betrachtung des Masterplans unse­rer Lieblingssuchmaschine. Dabei setzt er eine recht ähnli­che ein wie sei­ner­zeit die Anti-TCPA Regisseure. Absolut sehens­wert, wenn auch in kei­ner Hinsicht zurück­hal­tend: denn Google engan­giert sich jetzt auch im Bereich der Genomforschung — was, so die rhe­to­ri­sche Frage am Ende des Streifens, wenn die Firma neben den gan­zen übri­gen Daten nun auch noch die kom­plette DNA eines jeden ein­zel­nen Menschen gespei­chert hätte und wir alle völ­lig trans­pa­rent wären?

Das hätte nun wirk­lich nicht sein müs­sen — doch ob diese abschlie­ßende Suggestivfrage des Films sich unge­wohnt weit von der Wirklichkeit ent­fernt, um beson­dern auf­zu­rüt­teln, oder ob die Autoren Anhänger des bio­lo­gi­schen Totaldeterminismus sind, wer­den wir nie erfah­ren. Aber selbst frei von Bio-Logismen stellt sich schon lang­sam die Frage, ob Google das neue Microsoft gewor­den ist — und in viele kleine Suchmaschinchen zer­schla­gen wer­den sollte elk Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson? So ändern sich eben Hegemonieszenarien inner­halb weni­ger Jahre — nur: Windows lässt sich ja durch Linux erset­zen, aber ein Ersatz.Google ist nicht in Sicht. Fragen wir doch mal MS’ens Miss Dewey, was sie dazu meint… und wie immer kommt nach Eingabe des Begriffs “Google” ein hoch­phi­lo­so­phi­scher und unbe­dingt pas­sen­der Kommentar von der hüb­sches­ten Suchassistentin aller Zeiten:

If tele­vi­sion was the opi­ate of the mas­ses, I won­der what that makes the internet.

Dem ist nichts hinzuzufügen.


* techné, siehe Kittler, Friedrich: “Draculas Vermächtnis”

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  • "when in doubt, do it" (8. Februar 2007)
    "If television was the opiate of the masses, I wonder what that makes the internet." - seen on datenschmutz oh shi! rubikubism... [IMG rubikubism] Kaufen, Marsch, Marsch! Otto Beisheim, der Gründer und Mit-Eigentümer der Mediamarkt Metro AG war Mitglied der Waffen-SS Leibstandarte Adolf Hitler. Web 2.0
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