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Web 2.0 — Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)

07.02.2007, geschrieben von , 6 Kommentare

web20 Web 2.0   Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)the gap fei­ert die­ser Tage den 10. Geburtstag. Für das ges­tern erschie­nen Jubiläumsheft hat Werner Reiter wie berich­tet zu einer Diskussion über das Schlagwort , über Copyright, par­ti­zi­pa­tive Medien und neo­li­be­rale Märkte eine, wie man so schön sag, illus­tre Runde ein­ge­la­den. Hier nun der aus der Diskussion ent­stan­dene Artikel im Volltext. Werner ist damit auch der erste Gastautor auf daten­schmutz — viel Vergnügen mit die­sem multi-facettierten Text; wir sind beim Diskuttieren natür­lich ganz schnell vom 100sten ins 1000ste gekom­men, aber lesen Sie selbst:

 

Werner Reiter: Web 2.0 — Internet für Dummies in der neo-liberalen Medienwelt

erschie­nen in: #73, Februar 2007. Scans des Originalartikels:

 

Das gehypte Schlagwort Web 2.0 ent­zieht sich beharr­lich allen Definitionsversuchen und ist trotz­dem — oder gerade des­we­gen — Ausgangspunkt für viele Diskurse um die Verfassung der heu­ti­gen Medienwelt und die Rolle der User. the gap betei­ligt sich daran und lädt zur Expertenrunde.

Die :

  • Niko Alm, Herausgeber the gap thegap.at
  • Adrian Dabrowski, Webentwickler und Aktivist bei quint­es­senz — Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter quintessenz.at
  • Frank Hartmann, Dozent für Medienphilosophie an der Uni Wien. Aktuelles Buch: Globale (WUV-Facultas, Wien 2006) medienphilosophie.net
  • Gregor Matjan, Zuständig für Trend Exploration und Produktpotenzialanalysen bei mobil­kom aus­tria mobilkomaustria.at
  • Tassilo Pellegrini, Zentrumsleiter der Semantic Web School, Herausgeber des ers­ten deut­schen Sammelbandes zu seman­ti­schen Technologien (Springer 2006). Schwerpunkte: Technikfolgeabschätzung, Marktforschung und Policyanalyse semantic-web.at
  • Ritchie Pettauer, Web-Consultant und Journalist (unter ande­rem the gap), beschäf­tigt sich prak­tisch und theo­re­tisch mit Social Media und Web 2.0 Applikationen datenschmutz.net
  • Dieter Rappold, Mitbegründer und Geschäftsführer von knall­grau new media solu­ti­ons knallgrau.at
  • Marie Ringler, Grüne Landtagsabgeordnete in Wien, Kultur– und Technologiesprecherin, bloggt seit 2003 marieringler.at

Ende 2004 stellt Tim O’Reilly, erfolg­rei­cher Herausgeber von Technologiebüchern fest, dass im Internet etli­che recht unter­schied­li­che Pflanzen gewach­sen sind, die sich von dem abhe­ben, was das Web bis dato aus­ge­macht hat: Plattformen für Social Networking, mas­sen­haft genutzte Angebote zur Publikation selbst pro­du­zier­ter Inhalte (Texte, Fotos, Videos…) und einige tech­no­lo­gi­sche Neuerungen, die etwa kom­ple­xere Anwendungen über Web-Browser nutz­bar machen. Insgesamt also Services, die den Anwendern mehr Interaktionsmöglichkeiten bie­ten. All das wird bei einer Konferenz in einen Topf gewor­fen und einer von O’Reillys Mitarbeitern erfin­det dafür den Begriff Web 2.0. Publizisten, Analysten und Consulter löf­feln begie­rig die Suppe. Große Internet– und Medienunternehmen ver­su­chen, sich die Löwenanteile zu sichern. Dort wo sich viele User tum­meln, ist in der Regel ja auch viel Geld zu machen. Spätestens 2006 ist Web 2.0 ein regel­rech­ter Hype und mit dem Erwerb der Videoplattform YouTube um 1,65 Milliarden US Dollar sorgt Google für die größte Finanztransaktion in dem Bereich. Anfang 2007 lädt the gap einige Experten ein, um die Zutaten des Eintopfes zu ana­ly­sie­ren und den Gesamtgeschmack zu beurteilen.

Web 2.0 oder das Wesen des Web im Jahr 2007

Wie erwar­tet sorgt schon die Frage nach der Eigendefinition des Begriffes für Kontroversen in der Runde. Während die Pragmatiker und Techniker im Web 2.0 eine evo­lu­tio­näre Weiterentwicklung des Bestehenden sehen, iden­ti­fi­zie­ren die ande­ren aus der Makroperspektive einen Paradigmenwechsel, der sich weni­ger in tech­ni­scher als viel­mehr in inhalt­li­cher Vernetzung und neuen sozia­len Praktiken äußert. Die dritte Fraktion sieht darin nur einen Marketing-Hype, der im Grunde nur denen nützt, die Web 2.0 Plattformen als Marktplätze eta­blie­ren wol­len. Deshalb wid­met man sich bald den Diskussionen, die von Web 2.0 aus­ge­hen und lässt den Begriff ohne ein­deu­tige Definition im Raum stehen.

Zitate aus der Diskussion:

Es gab viele, die im Web als einer Anwendung des Internet keine opti­male Lösung sahen. Nun wird so getan, als gäbe es sie, weil eine light Version da ist. Frank Hartmann über die Web 2.0 Euphorie

Die meis­ten gro­ßen Player aus der Zeit des ers­ten Internet-Booms haben die Entwicklung kom­plett ver­schla­fen. Nun zah­len sie hohe Beträge, um sich wie­der in den Markt ein­zu­kau­fen. Dieter Rappold über alte und neue Profiteure

Die Frage, ob es heute so etwas wie eine nicht-kommerzielle Netzöffentlichkeit gibt, muss ich mit nein beant­wor­ten. Marie Ringler über alte Hoffnungen, die ent­täuscht wurden

Was jetzt mit Web 2.0 Anwendungen pas­siert, ist der Versuch, Marktplätze zu opti­mie­ren. Das trägt dem neo­li­be­ra­len Gedanken Rechnung, Anbieter und Konsumenten mög­lichst nah zusam­men zu brin­gen. Gregor Matjan über die Kommerzialisierung des Web

Früher war es aus kom­mer­zi­el­len Gründen schwie­rig zu publi­zie­ren. Heute gibt es andere Barrieren, wie etwa die der Menge an ver­öf­fent­li­chen Inhalten, aus der man sich abhe­ben muss. Niko Alm über nied­rige Zugangsschwellen für die Publikation

Auch wenn die tech­ni­schen Zugangshürden gesenkt wur­den, die Menschen müs­sen trotz­dem erst ler­nen, mit den neuen Möglichkeiten umzu­ge­hen und zu ver­ste­hen, was es bedeu­tet, die Kontrolle über per­sön­li­che Daten und Inhalte abzu­ge­ben. Adrian Dabrowski über Programmierkenntnisse und Media Literacy

Ich würde mir wün­schen, dass das Abspielen von CDs immer unkom­for­ta­bler wird und dass Windows Vista übelste Datenüberwachung ermög­licht. Vielleicht würde das auch Leute, die mit Open Source nichts am Hut haben, in die Arme von Creative Commons trei­ben.Ritchie Pettauer über seine Hoffnung, die Industrie werde mit DRM den Bogen überspannen

Der User gene­ra­ted Content ist der Marketing-Rohstoff, weil er den Kontext bil­det, in dem Marekting wirkt. Tassilo Pellegrini über Marketing auf Web 2.0 Plattformen

Das Web als Spiegel der rea­len Welt

YouTube und MySpace sind wohl pro­to­ty­pi­sche Web 2.0 Anwendungen: Aus Usersicht geht es um ein­fach zu bedie­nende Publikationsmöglichkeiten und Social Networking. Interessant ist aber der ökono­mi­sche Blick dar­auf. YouTube wurde von Google gekauft und MySpace von Rupert Murdochs News Corporation. Google, selbst Betreiber einer Videoplattform, kon­trol­liert damit mehr als 70% des Online Video Marktes und hat somit eine Monopolstellung erlangt. Gleichzeitig ist Google Suchmaschinenbetreiber und Vorreiter für kon­text­sen­si­ti­ves Online Marketing und wird des­halb auch hier pas­sende Werbemodelle ent­wi­ckeln. Dass Murdoch sich um viel Geld bei MySpace ein­ge­kauft hat, ist für Rappold ein Beispiel dafür, wie die gro­ßen Player die Entwicklungen der letz­ten Jahre ver­schla­fen haben. Für Ringler offen­bart sich das gesamte Dilemma einer Generation, die in Zeiten des ers­ten Internet-Booms auf die große Befreiung durch eine nicht kom­mer­z­ori­en­tierte Netzöffentlichkeit gehofft hat: Partizipation ja, aber auf Basis kom­mer­zi­el­ler Software und in einem von Marketingbotschaften durch­setz­ten Umfeld. Das Web ist für Matjan damit zum Abbild und Teil einer neo-liberal ver­fass­ten Medienwelt gewor­den, in der die sel­ben Regeln gel­ten wie sonst auch.

Dabei sein ist Pflicht

Regel Nummer 1 scheint zu sein, dass man schlicht und ein­fach dabei sein muss. Die Online Identität gehört — zumin­dest bei etwas höher gebil­de­ten jun­gen Menschen — zum guten Ton und Rappold meint, dass der­ar­tige Profile in Zukunft den geschrie­be­nen Lebenslauf erset­zen und ein höhe­res Maß an Authentizität ver­mit­teln wer­den. Dass Dabrowski als Datenschützer auf die Missbrauchsmöglichkeiten hin­weist, wird zur Kenntnis genom­men. Allerdings kann und will nie­mand ein Gegenrezept anbie­ten. So bleibt nur die Erkenntnis, dass wohl die User selbst ihre Identität auf der­ar­ti­gen Plattformen mana­gen müs­sen und es ein bil­dungs­po­li­ti­scher Auftrag ist, diese Media-Literacy zu schu­len und auch in Lehrplänen zu verankern.

Die Gegenöffentlichkeit ist Teil des Systems

Auch wenn die neuen Technologien prin­zi­pi­ell jedem Menschen mit Internetzugang die Möglichkeit eröff­nen, selbst ohne Kosten zu publi­zie­ren, tun die meis­ten das auf Plattformen, die klare Profitinteressen ver­fol­gen. Natürlich wür­den Peer to Peer Netzwerke eine brauch­bare und sym­pa­thi­schere Alternative dar­stel­len. Wer sich aber ein grö­ße­res Publikum ver­schaf­fen will, wird wohl oder übel auf die weit ver­brei­te­ten Services zurückgreifen. — Und sich dort gegen eine Vielzahl ande­rer Inhalte mit unter­schied­lichs­ter Qualität durch­set­zen müs­sen. Das Instrument dafür heißt Tagging. Je bes­ser die Contents beschlag­wor­tet sind, desto eher errei­chen sie andere inter­es­sierte User. — Und kön­nen im sel­ben Maß von der Werbewirtschaft genutzt wer­den. Die Inhalte sind somit der Bezugspunkt für Marketingtreibende, die ihre Botschaften punkt­ge­nau plat­zie­ren wol­len. Google hat mit AdSense genau das pas­sende Angebot. Der wesent­li­che Vorteil von Online Marketing liegt nicht nur in der Zielgenauigkeit, son­dern auch in den Chancen, die direkte Feedback– und Interaktionsmöglichkeiten bie­ten. Ritchie Pettauer hat selbst Erfahrung mit Viral Marketing Kampagnen gro­ßer Unternehmen. Mittlerweile ver­las­sen sich gute Marketiers nicht ein­fach auf das Platzieren von Botschaften, son­dern pla­nen Kampagnen, die ganz gezielt in Diskussionen ein­grei­fen und diese steu­ern. Die User mer­ken nicht mehr, dass bezahlte Agents dahin­ter stehen.

Verbreitetes Wissen ver­mehrt Wissen

Jedes Gespräch über digi­tal vor­lie­gende Inhalte kommt frü­her oder spä­ter beim Copyright-Thema an. So auch unsere Diskussion. Bei selbst pro­du­zier­ten Contents mag es viel­leicht manch­mal ein mul­mi­ges Gefühl ver­ur­sa­chen, sie in gro­ßen Datenspeichern abzu­le­gen, die kom­mer­zi­ell erschlos­sen wer­den. Auch hier sieht die Runde die Hauptaufgabe in der Bewusstseinsbildung bei den Anwendern. Wenn es um indus­tri­ell pro­du­zierte Musik und Videos geht, macht sich ein noch viel mul­mi­ge­res Gefühl breit. Digital Rights Management als Gegenreaktion der Industrie unter­wan­dert das Recht auf pri­vate Kopien. Ausgehend von der auch von Ringler unter­stütz­ten These, dass ver­brei­te­tes Wissen — Musik und Videos sind letzt­lich auch Wissen — für die Entstehung von noch mehr Wissen sor­gen, unter­bricht DRM genau die­sen Prozess. Ritchie Pettauer hat mit sei­nem Wunsch, dass die Industrie zusätz­li­che Hürden bei dem Abspielen der Files ein­baut und die User dann end­gül­tig auf Filesharing umstei­gen auch ein recht dra­ma­ti­sches Wunschszenario parat. Trotzdem glaubt nie­mand so recht an den gro­ßen Durchbruch von Creative Commons.

Ordnung im Datendschungel

Parallel zu Web 2.0 als user­zen­trierte Sicht gibt es mit Semantic Web eine daten­zen­trierte Sicht auf die Vielzahl von unstruk­tu­riert vor­lie­gen­den Inhalten. Über Ontologien wird ver­sucht, die Contents so weit zu beschrei­ben, dass sie von Maschinen ver­ar­bei­tet und ver­knüpft wer­den kön­nen. Tassilo Pellegrini von der Semantic Web School räumt aber ein, dass beide Sichten inein­an­der grei­fen müs­sen. Für die breite Masse an Inhalten wer­den die User immer die Aufgabe in Form von Tagging über­neh­men. Für stark spe­zia­li­sierte Themen oder klar umris­sene Aufgabenbereiche wird es auto­ma­ti­sierte Methoden geben. Eine Universalontologie hält er für uto­pisch, da diese auch eine uni­ver­sale Definitionsmacht bedeutet.

Schöne neue Medienlandschaft

Wenn die nicht kom­mer­z­ori­en­tierte Netzöffentlichkeit schon nicht exis­tiert, so gibt es im Web zumin­dest mehr alter­na­tive und dif­fe­ren­zier­tere Informationsangebote als in der klas­si­schen Medienwelt. Damit stellt sich auch die Frage, in wel­cher Form diese genutzt wer­den. Der Faktor Zeit wird hier zum Schlüssel. Während schon wenige Personen Interesse haben, sich neben klas­si­schen Medien neue Quellen zu erschlie­ßen, haben noch weni­ger die Zeit, dies zu tun. Die Möglichkeiten zur Teilnahme an Diskussionen sind gege­ben, wer­den aber nach wie vor nur von Eliten genutzt, die das zumeist auch im Rahmen ihres Jobs machen kön­nen bzw. müs­sen. Hartmann bringt eine alte Erkenntnis der Kommunikationswissenschaft ein: Medienkonsum dient nicht pri­mär der Informationsbeschaffung, son­dern dem ganz sim­plen Wunsch, bei den gro­ßen Themen mit­re­den zu kön­nen. Dafür rei­chen zumeist klas­si­sche Massenmedien aus.

Web 2.0 Entwicklungsland Österreich

Die gro­ßen Web 2.0 Plattformen sind rein US ame­ri­ka­ni­scher Provenienz. Die Gründe, warum aus Öster­reich keine nen­nens­wer­ten Web 2.0 Impulse kom­men, wer­den mit drei Punkten erklärt: Mangel an Risikobereitschaft, schlechte Vorbereitung von Studierenden für das Unternehmertum und das Fehlen von Venture Capital. Klarerweise will sich nie­mand von sozi­al­staat­li­chen Errungenschaften ver­ab­schie­den, um die Risikoschwelle auf ame­ri­ka­ni­sches Niveau zu sen­ken. Auf die Notwendigkeit der Verankerung des Unternehmerwesens in Ausbildungsplänen einigt man sich aber recht schnell. Etwas schwie­ri­ger wird es bei den wirt­schaft­li­chen Rahmenbedingungen. Alte staat­li­che Fördermodelle sind in einer glo­ba­len Wirtschaft über­holt. Deshalb wünscht man sich vor allem weni­ger Gießkanne und grö­ßere Summen für Einzelprojekte, län­ger­fris­tige Modelle und den Abbau von büro­kra­ti­schen und steu­er­li­chen Barrieren für Jungunternehmer.

Mehr Experten braucht das Land

Grundtenor aller Beiträge zum Thema Politik ist der Wunsch nach mehr Expertise der Politiker in dem Bereich. Damit ist nicht das ver­pflich­tende Führen eines Wahlblogs gemeint, son­dern eine inten­sive Auseinandersetzung mit den gesell­schaft­li­chen, medi­en­po­li­ti­schen und daten­schutz– und urhe­ber­recht­li­chen Aspekten des Internet. Auch wenn sich die Runde nicht eini­gen kann, wie viel Regulierung von Seiten des Staates nötig und wün­schens­wert sei und wie viel Selbstregulierung und Standardisierung von den gro­ßen Playern selbst über­nom­men wer­den kann und darf: In jedem Fall soll­ten sich Politiker gemein­sam mit Experten des Themas anneh­men, um Antworten auf diese Fragen zu suchen.

Glossar

AdSense:
Ein Dienst von Google um Werbeanzeigen gegen Entgelt auf eige­nen Webseiten zu plat­zie­ren. Die Auswahl der Anzeigen ist inhalts­be­zo­gen und wird auto­ma­tisch durch Google erzeugt.

Creative Commons:
Gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet ver­schie­dene Standard-Lizenzverträge ver­öf­fent­licht, mit­tels derer Autoren der Öffent­lich­keit Nutzungsrechte an ihren Werken, wie zum Beispiel Texten, Bildern, Musikstücken usw. ein­räu­men können.

DRM (Digital Rights Management):
Ein Verfahren, mit dem die Verbreitung digi­ta­ler Medien (v.a. Musik und Film) kon­trol­liert wer­den kann. Damit sol­len Rechteinhabern prin­zi­pi­ell neue Abrechnungsmöglichkeiten für Lizenzen und Rechte sowie Kontrollmechanismen über die Nutzung der Daten ermög­licht werden.

Ontologie:
Eigentlich eine phi­lo­so­phi­sche Disziplin, die die Grundstruktur des Seienden beschrei­ben will. Im Zusammenhang mit Sematic Web geht es um die Beschreibung von Konzepten und ihren Beziehungen inner­halb einer Wissensdomäne. Damit wer­den Maschinen unter­stützt, Inhalte im Web inter­pre­tie­ren zu können.

Peer to Peer (P2P):
Gegenmodell zum Client Server Prinzip. In einem Peer-to-Peer-Netz sind alle Computer gleich­be­rech­tigt und kön­nen sowohl Dienste in Anspruch neh­men als auch Dienste zur Verfügung stel­len. PCs kön­nen als Arbeitsstationen genutzt wer­den, aber auch Aufgaben im Netz übernehmen.

Semantic Web:
Verfolgt das Ziel, die Bedeutung von Information auf eine stan­dar­di­sierte Weise beschrei­ben zu kön­nen, damit “Intelligente Agenten” im Namen eines Anwenders quer über unter­schied­li­che Quellen Information mit­ein­an­der ver­knüp­fen können

Social Software:
(Software-)Systeme, die die mensch­li­che Kommunikation, Interaktion und Zusammenarbeit unterstützen.

Tagging
Indexieren bzw. Beschlagworten von (Web-)Inhalten durch User, damit diese unter­ein­an­der ver­netzt wer­den können.

Keine ähnli­chen Beiträge.


Bisher haben meine Lieblingsleser 6 Kommentare zu "Web 2.0 — Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Ronny Behr Identicon Icon

    Im Artikel wird von “neuen Technologien” gespro­chen. Grundsätzlich betrach­tet, ist dies eher nicht ganz kor­rekt. Web 2.0 Applikationen nut­zen doch meist AJAX was wie­derum eine Kombination aus bereits vor­han­de­nen und schon lang am “Markt” genutz­ten Technologien ist. Die Verwendung die­ser “Kombination” erlaubt im Grunde nur eine ver­ein­fachte Interaktion zwi­schen Website (Webpage) und dem Benutzer.

    Der kom­mer­zi­elle Aspekt von soge­nann­ten Web 2.0 Applikationen ist auch ein “alter”. Wer nicht am Rad mit­dreht, fällt vom Wagen.…

    Von daher aus mei­ner Sicht “nichts neues im neuen Gewand”… ( :mrgreen: aber manch­mal doch seht anspre­chend umgesetzt)

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 12. Januar 2008 um 19:19

    Das ist eine sehr untri­viale Diskussion; ich ten­diere ja eher dazu zu glau­ben, das Rekombination/Remixing immer die pri­mä­ren Treiber von Innovation dar­stel­len; stan­ding on the shoul­ders of giants, sozusagen.

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  • Andreas Pizsa Identicon Icon
    Andreas Pizsa sagte am 29. August 2008 um 0:43

    Einige recht bemer­kens­werte Statements, die ich in der Realität nicht abge­deckt sehe.

    Das trägt dem neo­li­be­ra­len Gedanken Rechnung, Anbieter und Konsumenten mög­lichst nah zusam­men zu bringen.

    Was am Zusammentreffen von Menschen zum gegen­sei­ti­gen Austausch spe­zi­fisch “neo­li­be­ral” sein soll — was immer “neo­li­be­ral” auch bedeu­ten mag — kann ich nicht erken­nen. Den frei­wil­li­gen Austausch zum gegen­sei­ti­gen Vorteil fin­det man selbst in ein­fachs­ten Kulturen wie­der, ja ich würde sogar sagen in jeder ein­fa­chen zwi­schen­mensch­li­chen Begegnung.

    @Ronny Behr: rit­chie hat da ganz recht; kon­text­freies erfin­den ist unmög­lich, weil eine kon­text­freie Erfindung eine sinn­freie Erfindung wäre, die also auch keine Bedeutung hätte. Das nennt man dann zwar gerne “Kunst” oder/und “Marktversagen”, ändert aber an der Tatsache nichts, dass nach Sinnlosem kein Hahn kräht ;)

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 30. August 2008 um 11:08

    Wobei man viel­leicht sagen könnte, dass der Liberalismus die­sen Tausch ins Zentrum der poli­ti­schen Konstruktion stellt.

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  • Andreas Pizsa Identicon Icon
    Andreas Pizsa sagte am 30. August 2008 um 13:49

    Das ist schwie­rig — um das zu beant­wor­ten müsste der Begriff “Liberalismus” eine bestimmte Bedeutung haben, und das seh’ ich eigent­lich nicht. Ich sehe, dass “(neo)Liberalismus” gerne dann ver­wen­det wird, wenn das ganz, ganz Böse gemeint ist; aus­ser beim LIF, da ist es dann oft das ganz, ganz Gute.

    Aber Du hast schon recht, ein Merkmal, das man dem Schreckgespenst zuschreibt, ist das materialistisch-rationalistische Menschenbild des homo oeco­no­mi­cus, mit dem man wie­derum eine Betonung des see­len­lo­sen, mate­ra­lis­ti­schen Handelns und Tauschens asso­zi­iert; daher stammt ja zurecht auch die “anti-kommerz” Sehnsucht; lei­der äussert sich die dann gern als unre­flek­tier­ter Anti-Tausch-Reflex, der zwar Tausch mit Geld scheisse, aber Tausch mit­tels Filesharing, Web 2.0 und Barcamps schon recht geil fin­det :)
    Den homo oeco­no­mi­cus fin­det man ohne Ausnahme über­all als wesent­li­che Grundlage in allen poli­ti­schen Parteien; natür­lich in klei­nen Nuancen unter­schied­lich, damit man was zu “wäh­len” ;) hat, aber in den Grundlagen tref­fen sie sich hier alle wie­der und sind sie sich näher, als ihnen bewusst oder lieb ist.

    Mit dem Wortstamm “liber”, also frei, hat das alles gar nichts zu tun, weder das “(neo)liberale” Schreckgespenst, noch das LIF, noch Politik.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 31. August 2008 um 21:54

    Da kann ich nicht widersprechen.

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4 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • - myspacerip.com (7. Februar 2007)
    Media und Web 2.0 Applikationen datenschmutz.net Dieter Rappold, Mitbegründer Posted in datenschmutz.net ([IMG View
    Technorati URL search] 590 links from 49 sites) by rixo [IMG] Original post by datenschmutz.net and software by Elliott Back
  • Mind Your Own Business Blog & Wiki (mdm.net) (8. Februar 2007)
    Web 2.0 - Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt?
  • netzonfire - seite für verdrahtung (10. Februar 2007)
    Medien und neoliberale Märkte zu lesen. Gefüttert wurde der Artikel mit den Ergebnissen einer Diskussionsrunde, die zu oben genannten Schlagworten geführt wurde. Den Artikel gibts nun auch bei Richie Pettauers Datenschmutz Blog zu lesen. [Artikel: Web 2.0 - Internet for Dummies in der neoliberalen Medienwelt? | via datenschmutz] 2 comments Februar 10th, 2007
  • "when in doubt, do it" (4. März 2007)
    (datenschmutz) am Metaday #1 zu treffen, und dann geht sich das terminlich nicht aus. naja, vielleicht klappt's am Metaday #2 (6. April). Unter anderem auf Datenschmutz (Gastbeitrag von Werner Reiter): Web 2.0 - Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (Copyright, partizipative Medien, ...).
  • Ping me, please! Einfach /trackback/ an die URL anhängen.
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