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GEWINNSPIEL: 2x Buch Stichwortgeber

04.03.2007, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 6 Kommentare

Statt Popalben oder Partyeintritten gibt’s dies­mal poli­ti­sche Bildung in Stereo zu gewin­nen: daten­schmutz ver­lost 2 Ausgaben des Doppelbandes Stichwortgeber für die Politik von Günther Burkert-Dottolo und Christian Moser. Die Publikation erscheint als Publikation der ÖVP-Akademie und wird am 15. März wie berich­tet bei einer Podiumsdiskussion zwi­schen Casper Einem und Hannes Missethon vor­ge­stellt. Neu: es gibt eine Gewinnfrage.

Die bei­den Bände ent­hal­ten Portraits poli­ti­scher Denker quer durch die Jahrhunderte — eine Leseprobe über den grie­chi­schen Philosophen Pannajotis Kondylis ist als pdf-Download ver­füg­bar. Das Mission Statement des Autorenduos liest sich wie folgt:

Auf wel­chen geis­ti­gen Fundamenten baut eine dem Gemeinwohl ver­pflich­tete poli­ti­sche Ordnung auf? In vier­und­zwan­zig ein­gän­gig und leicht ver­ständ­lich geschrie­be­nen Autorenportraits suchen wir Antworten auf diese Leitfrage.

In den 70er Jahren wurde in Öster­reich die Einrichtung poli­ti­scher Akademien beschlos­sen Erwachsenenbildung für Interessierte und Funktionäre, Politikwissenschaft für den inter­es­sier­ten Semiprofi, sozu­sa­gen — selbst­ver­ständ­lich jedoch nicht als über­par­tei­li­che Institution, das käme in einem so klei­nen Land ja viel zu bil­lig und könnte gar zur pro­duk­ti­ven Zusammenarbeit füh­ren. Vielmehr erhält nach dem betref­fen­den Gesetzt jede Partei ab einer bestimm­ten Größe Geldmittel zum Betrieb einer sol­chen Bildungseinrichtung; die der SPÖ heißt übri­gens nicht “Politische Akademie der SPÖ” son­dern Karl Renner Institut.

Die Details regelt das Bundesgesetz über die Förderung poli­ti­scher Bildungsarbeit und Publizistik:

Aufgrund die­ses Bundesgesetzes kön­nen die im Nationalrat ver­tre­te­nen poli­ti­schen Parteien — mit min­des­tens fünf Abgeordneten — Einrichtungen für die Bildungsarbeit grün­den. Die finan­zi­elle Förderung erfolgt aus dem Bundeshaushalt. Neben einem Sockelbetrag hän­gen die zusätz­li­chen Mittel von der Stärke der Partei im Nationalrat ab. Die Verwendung der finan­zi­el­len Mittel wird jähr­lich über­prüft. Wichtig für die Erwachsenenbildung ist der dadurch geför­derte Bedeutungszuwachs poli­ti­scher Bildung, auch wenn es sich in die­sem Fall aus­schließ­lich um par­tei­po­li­tisch ori­en­tierte Bildung han­delt. [via Erwachsenenbildung.at]

Alle poli­ti­schen Parteien, denen das Gesetz die Möglichkeit dazu ein­räumt, haben von ihrem Recht, bil­dungs­tech­nisch nicht zu schwei­gen, Gebrauch gemacht, zuletzt das BZÖ:

  • Dr. Karl Renner-Institut — SPÖ (1973)
  • Politische Akademie — ÖVP (1973)
  • Freiheitliche Bildungswerkstatt — FPÖ (1973)
  • Grüne Akademie — Die Grünen (1987)
  • Liberales Bildungsforum — Liberales Forum (1995 bis 1999)
  • BZÖ — Öster­rei­chi­sche Zukunftsakademie (2006)

Die Gewinnfrage

E voila — wie aus der obi­gen Auflistung unschwer zu erken­nen ist, wur­den die ers­ten drei Akademdien 1973 gegrün­det — die Grünen gab’s zu der Zeit noch nicht als inti­ti­tuio­na­li­sierte Partei. Um die Bücher zu gewin­nen, muss fol­gende Gewinnfrage beant­wor­tet werden:

In wel­chem Jahr wurde das Gesetz, das die poli­ti­schen Akademien finan­ziert, im Nationalrat beschlossen?

Mit ande­ren Worte: wie lang hat’s gedau­ert von der Idee bis zu Tat? 20 Jahre? 10 Jahre? 1 Jahr? Das Netz kennt wie immer alle Antworten, die rich­tige via Kontaktformular schi­cken (nicht ver­ges­sen, die kor­rekte E-Mail Adresse anzu­ge­ben!) und in den Text “Antwort Stichwortgeber” rein­schrei­ben, damit ich mich aus­kenne. Teilnahmeschluss ist der 15. März. Viel Glück.

…wie immer gel­ten fol­gende Teilnahmebedingungen:

Die Gewinner wer­den via E-Mail ver­stän­digt. Die Barablöse von Gewinnen und der Rechtsweg sind aus­ge­schlos­sen. Über das kann kein Schriftverkehr geführt wer­den. Die TeilnehmerInnene erklä­ren sich ein­ver­stan­den, via E-Mail über zukünf­tige Gewinnspiele infor­miert zu wer­den. Bei meh­re­ren rich­ti­gen Einsendungen ent­schei­det das Los.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 6 Kommentare zu "GEWINNSPIEL: 2x Buch Stichwortgeber" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • phrank Identicon Icon
    phrank sagte am 4. März 2007 um 23:06

    zum Stichwort Politische Philosophen der ÖVP — Arnold Gehlen im Worlaut

    … es ist in Deutschland durch Tatbeweis gesi­chert, daß ein ein imma­nen­tes Zuchtbild imstande ist, tra­gende Grundsätze des Handelns auf­zu­stel­len und druch­zu­füh­ren, eine feste Organisation des Wachstums und der Leistung des Volkes auf­zu­stel­len sowie not­wen­dige, gemein­same Aufgaben anzu­wei­sen und zu rea­li­sie­ren. Dieses Gebietist also das der Weltanschuung in dem Sinne, den der Nationalsozialismus dem Wort gege­ben hat, den Rosenberg in dem Begriff der Durchsetzung ger­ma­ni­scher Charakterwerte zusammenfaßte.”

    No wos sogn de Doktores Dottollo Co denn dozu?

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  • dondiva Identicon Icon
    dondiva sagte am 4. März 2007 um 23:50

    phrank, bevor du da in “stür­mer” manier zitate droppst. was soll uns das sagen?
    kla­rer­weise wird auf geh­lens ver­feh­lun­gen in sei­nem den­ken im buch auf­merk­sam gemacht.
    geh­len ist im buch, weil er als anti-rousseau und hippie-basher wich­tig ist. darf man/frau hei­deg­ger wegen sei­ner dep­per­ten uni­rede auch nicht mehr lesen?
    geh­len wird als ein sel­te­ner ver­tre­ter eines tech­ni­kaf­fi­nen nach­kriegs­kon­ser­va­tis­mus beschrie­ben.
    men­schen­feind­li­che­res als fou­cault hat geh­len auf jeden fall auch nicht geschrieben.

    wenn ich mich nicht irre, hast du ja auch schon mal im netz leo strauss als ahn­herrn der kriegs­trei­be­ri­schen us neo­cons bezeich­net. das ist falsch und schwach­sinn. für leute wie dich, die urtei­len ohne the­sen und werk zu ken­nen, aber trotz­dem ex cathe­dra mit dem duk­tus des unfehl­ba­ren abur­tei­len, genau für die gibts die stichwortgeber…

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  • ritchie Identicon Icon

    Mit Vergleichen in punkto Menschenfeindlichkeit zwi­schen Gehlen und Foucault wär ich sehr vor­sich­tig; aber gene­rell dazu: jeden Einführung ist schwer ten­den­ziös, was ja auch okay ist. Allerdings würde ich mir nicht anma­ßen, nach dem Lesen eines der Portraits irgend­was über irgend­je­man­des Thesen zu “wissen” — solche Kurzportraits ver­ra­ten doch viel mehr über die Potraitierenden als über die Potraitierten. Die Formulierung “dem schwa­chen Denken der Postmoderne zum Opfer fal­len” (im Buchanküdigungstext auf der HP) kann man ja wohl kaum als neu­tral betrach­ten. Leo Strauss dage­gen ist in der Tat eine wich­tige Integrationsfigur des us-neocon, was sich lite­ra­risch sehr leicht bele­gen lässt.

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  • phrank Identicon Icon
    phrank sagte am 5. März 2007 um 11:21

    Noch was Menschenfreundliches für unsere von Steuergeldern finan­zier­ten Dottores: “Der Mensch ist das han­delnde, vor­se­hende, nicht fest­ge­stellte Wesen, das sich selbst noch Aufgabe ist — das Wesen der Zucht!” publi­ziert 1941, vom NS-Rektor der Ostmark-Universität Wien, Arnold Gehlen. Jaja, die­ser Blog trägt sei­nen Namen schon zu Recht.

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  • dondiva Identicon Icon
    dondiva sagte am 5. März 2007 um 18:04

    nö, rit­chie, is er eben nicht.garantiert nicht. und durch noch hun­dert­mal abschrei­ben und stille post mäßig wei­ter­sa­gen in den pos­til­len die­ser welt, er ist es nicht. pla­ton exeget:klar. groß­ar­ti­ger hob­bes ana­ly­ti­ker: natür­lich. zusam­men­den­ker von moderne und antike: klar doch. ana­ly­ti­ker der welt­re­li­gio­nen: selbst­ver­ständ­lich. die gesam­mel­ten schrif­ten vom leo strauss sind für dich als dzog chen sty­ler sicher auch ein gewinn. er ver­gleicht wirk­lich bril­li­ant die phi­lo­so­phi­sche essenz der drei mono­the­is­ti­schen reli­gio­nen (moses mai­mo­ni­des etc.)

    für real­po­li­tik inter­es­sierte sich leo nicht, schrieb auch nie dar­über. er hatte aber wie adorno eine vor­liebe für schlechte soaps im fernsehen.

    die medio­kren us-neocons sind (von der rea­li­tät über­fal­lene) ide­en­ge­schicht­lich linke. sie glau­ben an ein bes­se­res mor­gen. das macht kein kon­ser­va­ti­ver. zwei­tens: kein kon­ser­va­ti­ver ist uni­ver­sa­list (also für einen welt­staat, gibt ja keine kon­ser­va­tive inter­na­tio­nale oder so was) und für impe­ria­lis­ti­sche kriege — was der irak krieg ja war/ist. (das kann man übri­gens bei kon­dy­lis nach­le­sen). dass die ver­wirrte us-linke in den sech­zi­ger jah­ren auch auf den bra­ven leo aus bay­ern hörte und ihn — um mit deleuze zu spre­chen — quasi von hin­ten genom­men hat, ist eine andere geschichte.

    noch ein kleine anmer­kung: die deut­schen neo­cons (paul nolte usw) argu­men­tie­ren mitt­ler­weile auch brav mit foucault.

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  • ritchie Identicon Icon

    Naja, die Vordenker der neo­cons haben sich in den sel­tens­ten Fällen für Realpolitik inter­es­siert :-) Und wenn die Neocons nicht für impe­ria­lis­ti­sche Kriege sind, wer ist dann dafür? Ich ver­stehe nicht, wo eine prak­ti­sche Trennungslinie zwi­schen US-Neocon Theorie und Bush-Administration ver­lau­fen sollte? Natürlich kann man Foucault auch gewollt falsch ver­ste­hen… aber Leo Strauss muss ich mir wohl mal zu Gemüte füh­ren, um da qua­li­fi­ziert mit­re­den zu können.

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