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Interview: Makossa und Megablast — Kunuaka

29.03.2007, geschrieben von , Keine Kommentare

kunuaka.thumbnail Interview: Makossa und Megablast   KunuakaMakossa und Megablast zele­brie­ren auf “Kunuaka” Afro––Club Fusion mit vari­an­ten­rei­chen Gast-VokalistInnen, und die Freundlichkeit kehrt zurück in den Club — hypere­sis­tent und mit Potential zum Klassiker. Für the gap #75 hab ich mit den zwei lang­jäh­ri­gen Protagonisten über die Entstehung des Projekts gesprochen.

Dass nach so vie­len Jahren elek­tro­ni­scher Musikgeschichte noch immer nicht mehr Input aus Öster­reich den Weg an die Spitzen der inter­na­tio­na­len Dancefloor-Charts schafft, ver­wun­dert Makossa nach wie vor. Der Musikchef von FM4 hat dies­be­züg­lich keine sys­te­ma­ti­schen blin­den Flecken — anders als man­che Pop-Doku-Produzenten Duos, die im Fünfjahrestakt nicht müde wer­den, die inter­na­tio­nale Pop-Geltung unser idyl­li­schen Kleinstaates zu beschwö­ren. “Ein Radioprogramm nur mit ein­hei­mi­scher Musik — das wäre toll, aber wenn man auf gewis­sen Qualitätsmaßstäbe wert legt, wür­den sich die Nummern schon nach weni­gen Stunden wie­der­ho­len,” fast MM die eher trau­rige Bilanz hie­si­ger kon­kur­renz­rei­fer Elektronik zusammen.

Ein Handvoll Tracks mehr für eine sol­che hypote­thi­sche rot-weiß-rote Rotation lie­fert der wohl dienst­äl­teste DJ Öste­reichs (1983, da gab’s noch gar kein euro­päi­sches Berufsbild “Plattendreher”) gemein­sam mit Megablast nun selbst. Die Zusammenarbeit der bei­den begann mit dem gemein­sa­men Remixen eines Tracks für das Afro Art Label — von einem Longplayer war damals noch keine kon­krete Rede. indes zeigte sich inter­es­siert an einem Longplayer — und in der Tat fügt sich Kunuaka rela­tiv naht­los in die Release-Policy des erfolg­reichs­ten Wiener Elektronik-Labels. M+M brin­gen die Freundlichkeit in den Club (zurück): nach dem Re-Import von Hip Hop Gangsta-Attitude via Grime/Dub/Step, nach 80ies-Electro Clash Remixes und trö­ten­den Minimal Basslines, nach tota­ler Drumandbass und Goa Stagnation scheint’s gene­rell wie­der etwas dub­bi­ger und lang­sa­mer zu wer­den auf den Dancefloors die­ses Planeten.

Schon lange im Dienst

Nach der Schule begann Markus Makossa im Plattenladen zu arbei­ten, spä­ter dann bei Warner Musik. 1992 star­tete bei Ö3 seine Radiokarriere, ’95 wech­selte er zu FM4, wo er als Musikchef inzwi­schen den pop­kul­tu­rel­len Ösi-Geschmack der jün­ge­ren Generation miten­schei­dend prägt. Megablast begann seine aktive Musikkarrieren in den Untiefen öster­rei­chi­schen Hip Hop Schaffens: Gründungsmitglied von Schönheitsfehler anno 1991, DJ, Luv Lite Massive Initiator lang­jäh­ri­ger Dub Club Resident — und Produzent mit Releaes unter ande­rem auf Libro’s ver­schie­de­nem Intonation-Experiment, Stereo Deluxe und Afro Art.

Wir möch­ten im Studio das beste aus den Vokalists raus­ho­len,” erklärt Makossa beschei­den den quasi sokra­ti­schen Ansatz der bei­den arbeits­tei­li­gen Studio-Wizard.s Megablast, der Technik Fuchs, und Makossa, der Melodiebastler, schie­len mit einem Auge auf den Club, pro­du­zie­ren aber Tracks, die groß­teils auch nie­man­dem aus dem Wohnzimmer ver­grau­len. Fela Kuti, Cosmic, Afro-Dub — an den bei­den Produzenten sind im Lauf der Jahre eine Menge Styles vor­über­ge­zo­gen, und viele davon nicht spur­los. Megablast bringt’s auf den Punk: “Kunuaka klingt weder halt noch neu, weder Hi-Tech noch kom­plett ana­log.” Semidigitalität mit einer Prise ana­lo­ger Tube Warmth — und so gar nicht nach Zielgruppe kal­ku­liert. “Die Fusion der ver­schie­de­nen Stile ver­leiht dem gan­zen einen gewis­sen Pop-Appeal, die Tunes habe Songcharakter und zie­len kei­nes­wegs nur auf eine bestimmte,” erklärt Makossa die wohl unaus­weich­li­chen Folgen jah­re­lan­gen Plattenselektierens.

Wer anders macht’s nicht für dich

Dass man mit Albumverkäufen keine Yacht erwirt­schaf­tet, dürfte inzwi­schen allen Musikschaffenden klar gewor­den sein. Wenn der Traum vom Geld von obso­let gewor­den ist, so bleibt aber wenigs­tens der vom Ruhm — und hier schät­zen die bei­den Protagonisten die Vorteile der Web-2-nulligen Kommunikationsmedien. “ ist eine rie­sige , wo man sich welt­weit mit den rich­ti­gen Leuten con­nec­ten kann. Noch vor zehn Jahren war das ungleich kom­pli­zier­ter.” Das Internet als kul­tu­rel­ler Katalysator, als rie­sige Linkmaschine, die nicht Hypertexte, son­dern Gleichgesinnte ver­brei­tet: Megablast ver­bringt täg­lich einige Stunden online, die Reaktionen auf Kunuaka sind bis­her vie­fäl­tig: der Posteingang füllt sich mit - und Bookinganfragen, ein zwei­ter Longplayer befin­det sich bereits in Planung.

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