Vortrag: Friedrich Kittler auf der Dark Side of the Moon

Den deutschen Medientheoretiker Friedrich Kittler begrüßt Claus Pias übermorgen als zweiten Gastvortragenden dieses Semesters beim Seminar Was waren Medien?. Als Thema hat sich der Berliner Philosoph „The Dark Side of the Moon“ ausgesucht.

Ort: NIG (Neues Institutsgebäude der Universität Wien), Universitätsstrasse 7, Hörsaal 3D (im Philosophieinstitut, 3. Stock) , 1010 Wien
Zeit: Mittwoch, 21. März 2007

Vorige Woche sprach Siegfried Zielinski über Variontologie, der etwas sperrige Titel seines Vortrags „Kunst vor und nach Medien – Skizzierung einer operationalen Anthropologie zum Verhältnis Künste, Wissenschaften und Technologien.“ klang wesentlich trockener als der von vielen historistischen Kuriositäten illustrierte Streifzug durch die Medien-An-Archäologie.

Ob Friedrich Kittler mit dem gewählten Topos „Dark Side of the Moon“ auf das Unbeobachtbare, das den Medien Entzogene anspielt, ob er Pink Floyd Fan ist oder gar beides, wird sich am Mittwoch herausstellen. Ganz und gar nicht Friedensreich wie sein Namensvetter Hundertwasser verortet FK ja bekanntlich den wesentlichen Impetus für die Entwicklung neuer Medientechnologien in kriegerischen Erfordernissen. Hinter seinen zumeist nur vordergründig todernsten Thesen verbirgt sich häufig eine subsersive Ironie, etwa wenn er in der berühmten Textsammlung „Draculas Vermächtnis“ über die techné, angeblich achtes Mitglied im Kreis der Musen, schreibt. Infos und Bibliographie hat natürlich die wikipedia.

Einen kurzweiligen, spannenden Vortrag garantiert Friedrich Kittler auf jedenfalls, ist er doch zweifellos einer der populärsten „Stars“ des deutschsprachigen Mediendiskurses. Und da er sich seit geraumer Zeit mit einem Forschungsprojekt zu gesamteuropäischer Kulturgeschichte befasst, sind auch einige neue provokante Thesen zu erwarten. Der Eintritt zur Veranstaltung ist gratis und für alle Interessierten offen – der Hörsaal 3D könnte demnach ganz schön voll werden.

Rewind

Hab aus Nostalgie grad mal nachgesehen in den alten medianexus Dateien, die noch auf meiner Platte rumliegen – wir haben ja seinerzeit eine Weile lang News geschrieben für thing.at (quasi prähistorisches Bloggen vor der Blog-Ära), und dabei hab ich folgenden Kurztext entdeckt – die erste URL gibt’s zwar nicht mehr, aber immerhin fast ein historisches Dokument, ge-onlined am 27. Juni 1999:

Der doppelte Friedrich

Nach oft kritisierter aber dennoch konsequent durchgehaltener Internet-Absenz sind nun gleich zwei Homepages aufgetaucht, die sich den Werken des deutschen Medientheoretikers Friedrich Kittler widmen. Der Literaturwissenschaftler, der sich der Analyse der technischen Aufschreibesysteme verschrieben hat, ist also endlich auch im World Wide Web vertreten.

Homepage eins: , eine Homepage zum Oberseminar von Prof. Kittler, erfreut den flashigen Besucher mit einer netten Animation inklusive verstecktem Morsecode und bietet neben Bildern und Texten des Meisters auch eine Mailingliste. Was lange währt, wird endlich gut?

Homepage zwei: http://kittler.cultd.net/ bietet Audio-Schnippsel aus diversen Vorträgen sowie den Text Farben und/oder Maschinen denken und soll noch ausgebaut werden.

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