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FilmKritik: American Hardcore

28.04.2007, geschrieben von , 1 Kommentar

american hardcore.thumbnail FilmKritik: American Hardcore Paul Rachmans Doku erzählt “Die Geschichte des ame­ri­ka­ni­schen Rock von 1980 bis 1986″ — kurz gesagt: der Film hält, was der Untertitel ver­spricht. Fans des Genres fin­den rares Material, Außenstehenden wer­den die ideo­lo­gi­schen Hintergründe die­ser devi­an­ten Punkbewegung erklärt. Der Text erschien im , April 2007.

Regie: Paul Rachman Kamera: Paul Rachman Drehbuch: Steven Blush Schnitt: Paul Rachman Ton: Robert Fernandez Produktion: Steven Blush, Paul Rachman, Karin Hayes Effekte: John Vondracek, Keith Yurevitz Mit: Jonathan Anastas, Frank Agnew, Mark Arm, Christine Elise, Paul Hudson, Keith Morris, Henry Rollins u.a. Homepage: www.american-hardcore.de

American Hardcore” hält, was der Untertitel ver­spricht: nach bewähr­tem Musikdoku-Kochrezept bie­tet der Film einen Über­blick über sechs Jahre Subkultur. Zu sei­ner fil­mi­schen Darstellung der American Hardcore Szene wurde Regisseur Paul Rachman durch das Buch “American Hardcore: A Tribal History” von Steven Blush inspi­riert. Die Dokumentation bie­tet für Anhänger des Stils wenig Neues — dem Regisseur gelingt es aller­dings, anhand zahl­lo­ser Interviewschnippsel ein scharf pro­fi­lier­tes und nuan­cier­tes Bild der Wertehaltung einer Szene zu zeich­nen. Als Gegenreaktion auf Spät-Sechziger Hippieseligkeit und ein auf­zie­hen­des us-amerikanisches Neo-Biedermayer Reagen’scher Prägung ver­lieh eine ganze Generation von Bands ihrem poli­ti­schen Unmut lau­ten Ausdruck: schnelle, aggres­sive Rythmen, hart und zor­nig ins Publikum gehäm­merte Gitarrenriffs, über­la­gert von stak­ka­to­ar­ti­gem Gesang kenn­zeich­nen die Musik.

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Alle Fotos von Kinostar.com

In bewuss­ter Abgrenzung zu nihi­lis­ti­sche Punk-Attitude dre­hen sich die Texte um ganz kon­krete poli­ti­sche Inhalte: A Wake-Up Call to the nation, akkord-gewordene Ausdrucksform einer poli­ti­schen Minderheit, die sich ganz kon­kret gegen den Zeitgeist rich­tete, anstatt ihn zu affir­mie­ren und auch zwei Jahrzehnte spä­ter sicht­lich große Freude daran hat, von den guten alten Zeiten zu erzählen.

Im Jahr 2001 began­nen Blush und Rachman die esten Interviews zu dre­hen. Eine via­ble ökono­mi­sche Basis bot sich für ein der­art spe­zia­li­sier­tes Thema nicht an, also ent­stand die kom­plette Doku in Eigenregie — inde­pen­dent im bes­ten Sinne des Wortes, also frei von ökono­mi­schen Zwängen, und genau darin liegt die Stärke des Films. Vergeblich war­tet man auf Statements von Kunstkritikern, Unbeteiligte haben hier wenig ver­lo­ren. Mit Ausnahme von Henry Rollins und Black Flag dürf­ten die meis­ten Namen hier­zu­lande wohl nur Insidern bekannt sein. Kurze Live-Ausschnitte und sekun­den­lange Song-Cuts ver­schaf­fen aber auch musi­ka­lisch nicht vor­ge­bil­de­ten Zusehern schnell eine recht genaue Vorstellung von der Morphologie die­ser Musikrichtung.

Die anek­do­ti­sche Erzählweise, die Aneinanderreihung von Live-Footage und Statements sehr vie­ler ver­schie­de­ner Interviewpartner sor­gen für Abwechslung — für Fans des Genres ein wert­vol­les Zeitdokument, für alle ande­ren eine gelun­gene Hausarbeit zum Thema Neuere Musikgeschichte. Relativ arbir­trär bleibt aller­dings das vom Film nach­drück­lich argu­men­tierte “Ende” der Szene im Jahr 1986, die nur im Kontext der Reagan Ära zu ver­ste­hen zu deu­ten sei. Außer Zweifel steht jeden­falls, dass American Hardcore enor­men Einfluss auf die ame­ri­ka­ni­scher Rockmusik der 90er hatte — für Mainstream-Erfolge blieb Hardcore Punk stets zu radi­kal und anti­the­tisch, ver­lieh dem Rock’n’Roll aller­dings Impluse und Ideen, die von Bands wie den Red Hot Chili Peppers oder Nirvana mit immen­sem Erfolg auf­ge­grif­fen wurde. Die vor­lie­gende Spurensuche mit Fan-Appeal weiß den Popliebhaber jeden­falls durch den hohen Autentizitätsfaktor zu begeistern.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 1 Kommentar zu "FilmKritik: American Hardcore" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Rufus Identicon Icon
    Rufus sagte am 29. April 2007 um 13:50

    klingt wie ein film, den ich mir schon allein aus nost­al­gi­schen grün­den rein­zie­hen sollte… guter alter hard­core, why ‘d you die?

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

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