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Rezeptionsforschung: kurz oder lang hinschauen?

05.04.2007, geschrieben von , 4 Kommentare

Von wegen Online-Medien und flüchte Informationsaufnahme: unter dem Namen “The Long and the Short of Media” berich­tet Steve Rubel über die neu­este Augenbewegungs-Studie (“Eye Tracking”) von Poynter. Über­ra­schen­des Ergebnis: online lesen die Konsumenten im Durchschnitt län­ger an ein und den­sel­ben Text.

Eye-Tracking erfreut sich als indi­rekte Meßmethode der Mediennutzung recht gro­ßer Beliebtheit — anstatt Angaben über sein Verhalten zu machen, wird der Aufmerksamkeitsfokus gemes­sen — die Werbeindustrie ermit­telt mit der­sel­ben Methode “Hotspots” auf Kontaktflächen. Vermessen hat Poynter 600 Probanden:

That was the pre­do­mi­nant beha­vior of roughly 600 test sub­jects — 70 per­cent of whom said they read the news in print or online four times a week. Their eye move­ments were tra­cked in 15-minute rea­ding ses­si­ons of broadsheet, tabloid and online publi­ca­ti­ons. Evidence from these ses­si­ons revea­led how long rea­ders spend with the sto­ries they pick, as well as a host of other details about rea­ding patterns.

Steve Rubel fin­det die Ergebnisse über­ra­schend, zumal gerade Onlinern idR eine beson­ders kurze Aufmerksamkeitsspanne zuge­schrie­ben wird:

They found that people read fart­her into online sto­ries (77%) more than they do when perusing print (roughly 60%). […] If a cli­ent appears at the bot­tom of say an AP news story that runs online, it’s actually more valu­able than the same story that runs print.

Hier geht’s zu den Slides der Originalpräsentation.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 4 Kommentare zu "Rezeptionsforschung: kurz oder lang hinschauen?" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Nessy Identicon Icon

    Dass die Leute online län­ger und wei­ter lesen als im Print, finde ich nicht ver­wun­der­lich, da Texte online schwie­ri­ger zu rezi­pie­ren sind und der Leser nicht direkt erkennt, was ihn erwar­tet. Im Print erhält er auf den ers­ten Blick einen Gesamteindruck von Text und Bild, online ist eine Gesamtwahrnehmung nicht unbe­dingt direkt möglich.

    Die Wahrnehmung der Relevanz über­rascht eher, wird Print doch stets als glaub­wür­di­ger ein­ge­stuft. Zudem muss eine Meldung, die es ins Print schafft, eigent­lich “more valu­able” sein; im Gegensatz zu online ist im Print schließ­lich nicht unbe­grenzt Platz vor­han­den. Außerdem fin­det dadurch, dass Print kein Echtzeitmedium ist, vor der Publizierung eine stär­kere Selektion statt.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 5. April 2007 um 11:13

    Ja, da kann ich dir nur zustim­men. Die Sache mit der Relevanz hat mich auch sehr über­rascht. Obwohl ich die Platzverknappung rela­ti­vie­ren würde: gerade im Hinblick auf “Themen im Blick haben” gibt’s zwar auf einer Website poten­ti­ell aus­rei­chend Platz, was die Startseite und die Themen betrifft, die die ReziptientInnen gleich im Blick haben soll, sind die Möglichkeiten aber ganz titelseiten-mäßig eben­falls bechränkt.

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  • Nessy Identicon Icon

    In dem Sinne rich­tig, aller­dings haben Meldungen online eine grö­ßere Chance, auf eine Webseite zu gelan­gen, weil diese öfters aktua­li­siert wird und sich der Themenschwerpunkt über den Tag mehr­fach ändern kann/ändert.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 10. April 2007 um 12:44

    Da hast du aller­dings völ­lig recht. Und ein wei­te­rer gra­vie­ren­der Unterschied, eine Entwicklung, die mit der wei­ten Verbreitung von RSS-Feeds und Aggregatoren erst so rich­tig ins lau­fen kommt, sind ja “cust­o­mi­zed” Portale, die eine Art per­sön­li­che Titelseite versprechen.

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