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Elektrischer Reporter über QR-Code

25.05.2007, geschrieben von , 4 Kommentare

qr datenschmutz Elektrischer Reporter über QR CodeQR-Codes sind zwei­di­men­sio­nale gra­fi­sche Codes, die wesent­lich mehr Information ent­hal­ten kön­nen als die bewähr­ten Barcodes — die maschi­nen­les­ba­ren Muster erlau­ben unter ande­rem die Kodierung von URLs — mit ent­spre­chen­der , wie sie zum Beispiel das Nokia N95 mit­bringt, las­sen sich damit kom­for­ta­ble Verknüpfungen zwi­schen rea­lem und vir­tu­el­lem Raum ein­rich­ten. Das Scannen des Codes funk­tio­niert blitz­schnell; neben Internetadressen kön­nen sol­che QR Codes natür­lich auch andere Informationen enthalten.

Ach, wie lange müs­sen wir schon lesen / vom misch­ku­lan­ten Medienwesen / von aug­men­tier­ten Realitäten / und Layern vir­tu­el­ler Architektur / von infor­ma­ti­ons­tech­nisch ange­rei­cher­ten Städten / und einer neuen Cyberkultur.

Bei William Gibson, zum Beispiel. Aber, wie der elek­tri­sche Reporter ganz rich­tig fest­stellt: unter­stri­chene Wörter am Papier las­sen sich zwar mit dem Finger ankli­cken, der gewünscht Effekt bleibt indes aus. Und weil sich das Abtippen abge­druck­ter spe­zi­ell bei lan­gen Adressen sehr müh­sam gestal­tet, emp­fiehlt Roger Fischer von der Schweizer Kaywa AG die Verwendung von QR-Codes. Das obige Bild ent­hält die URL http://blog..net — selbst erstel­len kann sol­che Schwarz-Weiß-Bilder mit einem QR-Generator. Was in Japan auf begeis­terte Resonanz und weite Verbreitung stößt, ist in Europa der­zeit noch wenig ver­brei­tet. Im sehens­wer­ten erläu­tert Roger Fischer die Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten des QR-Systems.

QR Codes auf Lebensmitteln

Itadakimasu schreibt über die Anwendung der QR-Codes im Lebensmittelbereich — ein Bereich, der in Kombinatio mit dem Bio-Trend noch eini­ges bewe­gen könnte:

Doch wie weiss ich, wenn ich z.B. im Migros oder Coop stehe, woher das Gemüse oder Geflügel genau kommt? Eine Etikette ist ja schön und gut, aber meist ziem­lich nichts­sa­gend. In Japan set­zen die loka­len Bauern und Produzenten auf QR-Codes, auch Mobile Tags genannt. Die Verpackungen der Produkte wer­den mit sol­chen QR-Codes getaggt. […]
In Japan hat die Food Safety Commission her­aus­ge­fun­den, dass japa­ni­sche Konsumenten seit der Einführung der QR-Codes auf Lebensmitteln, die loka­len Produkte den ande­ren bei wei­tem vorziehen.

Die Nachteile von QR-Codes

Auf Bee Tag gibt’s einen umfang­rei­chen Bericht über die “dunkle Seite” der QR-Codes. Die feh­lende Makro-Funktion der meis­ten euro­päi­schen Handies ver­hin­dert zuver­läs­sig die Erkennung:

Und genau hier liegt das Problem: Die Pixel von QR Codes wer­den selbst bei ganz gerin­gen Informationsmengen schon so klein, dass sie mit unse­ren nor­ma­len Handy-Kameras nicht mehr erfasst wer­den kön­nen! Das liegt daran, dass bei uns fast alle Handy-Kameras weder eine Makro-Funktion haben, noch einen Autofokus. Dadurch “ver­schmie­ren” die ein­zel­nen Elemente des Codes so stark, dass sie nicht mehr unter­schie­den wer­den können.

Man benö­tigt also spe­zi­elle Hardware; außer­dem exis­tiert keine ver­bind­li­che Standardisierung der ursprüng­lich für logis­ti­sche Zwecke ent­wi­ckel­ten Tags:

Neben der Lesbarkeit ist die “Standardisierung” das zweite grosse Problem des . Entgegnen der land­läu­fi­gen Meinung ist die Nutzungsweise des näm­lich kei­nes­wegs stan­dar­di­siert. Das ein­zige was beim stan­dar­di­siert ist, ist das (syn­tak­ti­sche) Codierungsprinzip. Viel wich­ti­ger als das ist aber der eigent­lich Inhalt eines Codes und die Art und Weise wie er von einer Applikation zu inter­pre­tie­ren ist.

Das sind in der Tat gewich­tige Argumente, die gegen den Erfolg der Tags spre­chen — jetzt haben wir end­lich alle Kamerahandies, und dann reicht die Auflösung erst wie­der nicht für die inter­es­san­ten Spielereien…

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Bisher haben meine Lieblingsleser 4 Kommentare zu "Elektrischer Reporter über QR-Code" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • rip Identicon Icon
    rip sagte am 3. Juni 2007 um 23:36

    ich dachte, das heißt semacode?

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    direkt antworten

  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 4. Juni 2007 um 10:41

    Semacode ist sozu­sa­gen ein Konkurrenzsystem, das das gleich tut; aber soweit ich weiß, las­sen sich sema­codes mit nor­ma­len handy-kameras lesen.

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  • Roger Identicon Icon

    Zu den Nachteilen von QR Codes:

    Wenn man QR Code oder Datamatrix Shortcodes (Zahlencodes, z.B. 2020400193) ver­wen­det, was alle pro­prie­tä­ren Systeme tun (z.B. Beetagg) dann gibt es eigent­lich kei­nen nen­nens­wer­ten Unterschied zwi­schen einem Beetagg und einem QR oder Datamatrix-Code.
    Das Negative an den Shortcodes ist aber eben, dass sie nur pro­prie­tär ver­wen­det wer­den kön­nen.
    Der enorme Vorteil der QR und Datamatrix Codes ist hin­ge­gen, dass sie — sofern man eine URL encodet — eben von meh­re­ren Handy Readern gele­sen wer­den kön­nen. Diese Interoperabilität (siehe dazu auch http://mobilecodes.nokia.com) ist aber nur mit offe­nen Standards mög­lich und nicht mit pro­prie­tä­ren Systemen.

    Bis Barcodes in Europa Mainstream wer­den, dau­ert es sowieso noch ein bis zwei Jahre und bis dahin wer­den wir auch, wie die Japaner 1x1cm QR Codes (Text und URL!!!) haben — das Nokia N80 kann dies heute schon und auch Nokias N93 Barcode Reader. Wenn wir aber pro­prie­täre Systeme ein­set­zen, wer­den wir nie eine Interoperabilität errei­chen und des­halb diverse nicht kom­pa­ti­ble Systeme benüt­zen müs­sen (ein Alptraum für den Endnutzer!).

    Die ange­führte feh­lende Standardisierung ist abso­lut irre­füh­rend, denn sie bezieht sich ein­zig und allein auf die Vcard, die Adressdaten-Standards bei der Einführung von QR Codes in Japan. Die Unterschiede sind gering­fü­gig und die Interoperabilität ist heute in Japan auch dort gewährleistet.

    Für URL’s and diverse wei­te­ren Enkodierungen gibt es ein Standardformat, dass welt­weit genutzt wer­den kann. Ob Nokia, ob Kaywa Reader, ob Sharp, ob Asus — alle QR Codes kön­nen gele­sen werden.

    Es ist schade, wenn ein Unternehmen wie Connvision sol­che Falschaussagen in die Welt setzt, um damit sein eige­nes pro­prie­tä­res System zu “pus­hen”. Ich per­sön­lich habe gros­sen Respekt vor jedem Unternehmen, dass einen guten Reader her­stellt und fände es gerade darum zen­tral, dass man sich auch dort über Interoperabilität Gedanken machen würde.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 11. Juni 2007 um 9:37

    Interoperabilität ist hier ein immens wich­ti­ges Thema; man stelle sich mal vor, Plakatwände wären nur mit bestimm­ten Brillen interoperabel…

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