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Günter Wallraff investigiert wieder

29.05.2007, geschrieben von , 22 Kommentare

Der inves­ti­ga­tive Journalistenheld mei­ner frü­hen Jugend tut’s wie­der. Zeitgemäß ermit­telte Günter Wallfraff erst ein­mal im Outbound-Callenter-Milieu. Der 5seitige Bericht in der Zeit lässt an gewohn­ter Sprachgewandtheit und Schärfe nichts zu wün­schen übrig — in man­cher­lei Hinsicht müsste GW wohl ohne­hin als so etwas wie eine Ikone der deutsch­spra­chi­gen Bloggeria gelten!

Der Meister der atmo­sphä­ri­schen Beschreibung beginnt sei­nen Bericht wie gewohnt mit der Beschreibung sei­ner neuen Identität:

Eine auto­ma­ti­sche Drehtür schiebt mich ins Foyer, vor den Empfang. Ich trage fal­sche Haare, Kontaktlinsen, habe mei­nen Schnauzbart abra­siert, und das Marathontraining des ver­gan­ge­nen Jahres hat mich zusätz­lich ver­jüngt. Ich bin 49 und heiße von nun an Michael G. — mein Name, und damit meine Identität, ist von einem Freund geliehen.

Die Formulierkunst des Journalisten, der sei­ner­zeit gegen die mäch­tige Bildzeitung antrat, sucht imho im deutsch­spra­chi­gen Raum ihresgleichen:

Es scheint, als seien die Bergwerke der Neuzeit: Zigtausende arbei­ten im Verborgenen, wer­den unsicht­bar — und ihre Arbeitsbedingungen auch.
[…]
Die Adressen stam­men von Menschen, die bei Gewinnspielen ange­kreuzt haben, dass sie die Weitergabe ihrer Adressen nicht ver­bie­ten, “oder die ver­ges­sen haben, das anzu­kreu­zen”, sagt der Teamleiter mit einem Augenzwinkern. Die könne man anru­fen, völ­lig legal. Eine Auskunft, die defi­ni­tiv falsch ist.

Unverkennbarer Stil, nicht wahr? Und das beste an der Sache: die Callcenter-Keiler Story scheint nur der Auftakt zu sein, in Zukunft wird GW regel­mä­ßig in ver­schie­dene Rollen schlüp­fen in in der Zeit dar­über berich­ten. [via Christian in Wien]

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Bisher haben meine Lieblingsleser 22 Kommentare zu "Günter Wallraff investigiert wieder" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Klaus-Dieter Gasse Identicon Icon
    Klaus-Dieter Gasse sagte am 1. August 2007 um 18:53

    Im Zeitalter moder­nem Raubrittertums und Sklaverei und diese nicht nur vom Staat gedul­det wie vor hun­der­ten von Jahren son­dern ange­ord­net, sollte es viel mehr Wallraffs geben. Leute die das Kind beim Namen nen­nen und stun­den­lang reden und doch nichts gesagt haben. Vor euch Wallraffs ziehe ich den Hut.
    Gruß ein Gleichgesinnter

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  • Hans Identicon Icon

    Hallo, ich arbeite selbst in einem “call­cen­ter” und unsere geschäfts­lei­tung äußert sich mehr als empört über diese story… :shock: unser “obers­ter chef” hat herrn wall­raff sogar ein­ge­la­den um ihm zu zei­gen dass nicht alle call­cen­ter so sind wie er beschrie­ben hat. :idea: denke mal die wis­sen dass er nicht kommt :mrgreen: ich würde mir wün­schen dass ich mich per email an herrn wall­raff wen­den könnte um ihn im vor­feld (falls er nun doch kommt…) über eini­ges zu infor­mie­ren :evil: :evil:

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    ela Identicon Icon
    ela antwortete am 12. März 2008 um 9:54

    Hallo, auch ich arbei­tete in einem Callcenter; es wird ver­langt, dass man den Teamleiter bit­tet, auf die Toilette gehen zu dür­fen, die Mittagspause wird nicht gewährt, wenn nicht genü­gend Aufträge gemacht sind und — mit­den­ken ist uner­wünscht. Auch ich würde für Herrn Wallraff gerne mal aus dem Nähkästchen plaudern.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 12. März 2008 um 10:48

    Arbeitsrechtliche Aspekte neh­men wohl einige Callcenters nicht so genau… find ich sehr gut, dass sich GW die­ses Themas ange­nom­men hat.

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  • Jeanne Identicon Icon
    Jeanne sagte am 12. März 2008 um 14:17

    Arbeitsrechtliche Aspekte wer­den anschei­nend heut­zu­tage in fast gar kei­nem Unternehmen mehr beach­tet. Uns hat man jetzt die frohe Botschaft mit­ge­teilt, dass wir Karfreitag frei hät­ten. Seit wann bestim­men Firmen indi­vi­du­ell über die Handhabung gesetz­li­cher Feiertage. :sad: Und ich arbeite nicht mal in einem Call Center (kenne diese Szene aber auch von innen).
    Wir müs­sen alle gemein­sam kämp­fen gegen die völ­lige Untergrabung unse­rer Arbeitnehmerrechte!!!!!!!!!!! :grin:

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    ela Identicon Icon
    ela antwortete am 12. März 2008 um 14:40

    Liebe Jeanne,

    mir wurde des­halb mein Job gekün­digt (bei einem Call-Center), weil ich nicht via Voice-Log den Kunden zur Auftragsannahme über­rum­peln wollte. So viel zur deut­schen Gesetzmäßigkeit.

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  • Jeanne Identicon Icon
    Jeanne sagte am 12. März 2008 um 17:17

    Na ja, ohne Voicelog kein gül­ti­ger Abschluss… :roll: Hat schon auch seine Vorteile so ein Voicelog. Falls der Kunde hin­ter­her sagt, er hätte sein Einverständnis nicht gege­ben, hat man seine Bestätigung dann aber auf Band. In der Telekommunikationsbranche geht im Call Center nix ohne Voicelog. Schlimmer finde ich, wenn man dem Kunden ein Produkt andreht, das gar nicht exis­tiert, d.h. das Voicelog auf Grund von Falschinformationen zustande kommt und nach­dem er ein­ge­wil­ligt hat, dann was ganz ande­res erhält. Das ist Betrug. :evil:

    JEDEM KANN ICH NUR EMPFEHLEN, sich aus der Call-Center-Branche raus­zu­hal­ten, egal ob Inbound oder Outbound oder mit­un­ter auch HelpDesk :idea:

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    Lauschangriff Identicon Icon
    Lauschangriff antwortete am 28. Juni 2008 um 11:40

    Hallo jeanne,

    gute Empfehlung sich aus die­ser Branche her­aus­zu­hal­ten.
    ich glaube nicht dass es legi­tim ist, den Kunden auf Band auf­zu­neh­men, es gibt so etwas wie Datenschutz. Ich wurde in einer ähnli­cher Branche abge­hört und von “Supervisoren” in übels­ter Weise beläs­tigt. Das lässt sich natür­lich nicht bewei­sen.
    Es ist die übelste Branche, die mir jemals begeg­net ist.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 30. Juni 2008 um 0:16

    Yup — das stimmt. Vielleicht geht’s in den ille­gal­gen “Branchen” noch übler zu… aber Callcenterei ist irgend­wie auch eine Art Prostitiution :cool:

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    Petra Identicon Icon
    Petra antwortete am 7. September 2008 um 19:06

    @jeanne — bezüg­lich Lauschangriff

    Computer-Fachwissen 6/2006
    http://www.dtb-kassel.de/publi.….6_2006.pdf

    Ein lesens­wer­ter Artikel, Matthias Wilke ist Technologieberater und
    IKT-Sachverständiger bei der dtb, Kassel; Kontakt:
    info@dtb-kassel.de

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 9. September 2008 um 9:48

    danke fuer den hinweis!

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  • Jeanne Identicon Icon
    Jeanne sagte am 12. März 2008 um 17:22

    AN DIESER STELLE NOCH EINE EMPFEHLUNG:
    VORSICHT BEIM RUNTERLADEN VON KLINGELTÖNEN, LOGOS ETC. AUS DEM INTERNET, AUCH WENN DA STEHT GRATIS. OFT STECKT EIN SAUTEURES ABO DAHINTER !!!! :shock:

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  • Julius Identicon Icon
    Julius sagte am 25. April 2008 um 13:37

    :mrgreen:

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  • Briester Identicon Icon
    Briester sagte am 3. März 2009 um 19:04

    wich­ti­ges Thema. da gibt es ver­träge, die dar­auf hin­wei­sen, dass man abge­hört wird und die Auswertungen aber nicht unmit­tel­bar son­dern spä­ter erfol­gen. Also ein guter Trick auch Aufnahmen auf­zu­be­wah­ren. Wenn man nicht unter­schreibt, gibts den Job nicht. Das nennt sich dann Computerinterviewer und Forschung. Man wird teil­weise auch regel­recht beläs­tigt und schi­ka­niert von Supervisoren, die nicht nur zuhö­ren
    son­dern auch rein­re­den, Geräusche machen usw.
    Meiner Meinung sind sol­che Leute ein ziem­lich wider­li­ches Volk.

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  • wahlrechtabnull Identicon Icon

    Gerne soll Wallraff mal den Bundestag inves­ti­gie­ren:
    wer denn dafür ver­ant­wort­lich ist, daß Kinder und Jugendliche in Deutschland kein Stimmrecht haben und damit für Parteien und Politiker gänz­lich unin­ter­es­sant sind.

    Wer ver­hin­derte die bis­he­ri­gen Petitionen?

    Warum kön­nen Eltern nicht treu­hän­de­risch für ihre Kindern stim­men (ana­log zur Eintragung auf der Lohnsteuerkarte)?

    Warum wird das Thema denn gar nicht diskutiert?

    Denn:
    Familienpolitik ist ökolo­gisch; wer sonst hat ein Interesse, die Umwelt zu bewah­ren, wenn nicht Eltern?
    Familienpolitik ist nach­hal­tig; wer sonst hat ein Interesse, den Kindern keine Schulden auf­zu­bür­den?
    Wie sonst könnte eine fami­li­en­ge­rech­tere Politik und damit eine lebens­werte Gesellschaft geför­dert werden?

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  • Ludwig Identicon Icon
    Ludwig sagte am 8. Mai 2010 um 10:08

    Hallo !

    Kann mir jemand die Email oder die Postadresse von Günter Wallraff schi­cken ?
    Ich benö­tige Wallraff zur Veröffentlichunge eines Menschenrechtsskandals in Deutschland !

    Danke

    Ludwig

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    Havemann Identicon Icon
    Havemann antwortete am 14. Juli 2010 um 19:33

    Hallo …
    auch ich ver­s­cuhe seit län­ge­rer Zeit Kontakt zu Günter Wallraff aus­zu­neh­men.
    Das ist bis­her nicht gelungen.

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    mirreichts Identicon Icon
    mirreichts antwortete am 5. Dezember 2010 um 1:04

    hallo lei­der ver­such ich fast 1jahr kon­takt zu herrn wall­raff aufzunehmen,leider ohne erfolg.
    bleibt nur zu hof­fen das ihm diese seite bekannt ist.

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 10. Dezember 2010 um 0:49

    Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt! Aber wer weiß — womög­lich ist Herr Wallraff im Einsatz, dann würde er sich natür­lich nie zu erken­nen geben. Gut mög­lich bis sogar sehr wahr­schein­lich, dass er hier Undercover mitkommentiert!

    Sind Sie am Ende gar Herr Wallraff, ver­klei­det als Bäcker?

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  • mirreichts Identicon Icon
    mirreichts sagte am 5. Dezember 2010 um 1:10

    ps.wenn ich wüsste das wenn ich denn namen des unter­neh­mens nehne,das aus­ser mei­nen schon gesund­heit­li­chen scha­den kein ande­rer ent­stünde würd ich es kind beim namen nen­nen.
    mach ich es eben anders:für alle die es inter­re­siert der bei­trag war am 31.05.2010
    man kann sich den bei­trag noch heute ansehen,wir waren die ers­ten in die­sen bei­trag
    “bäcke­reien unge­rech­ter lohn??”

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  • pseudo Identicon Icon
    pseudo sagte am 7. Januar 2011 um 4:46

    hallo
    wir sind ei ne inzwi­schen immer mehr anwach­sende Menge von Leuten die haus­hoch betro­gen wor­den sind.
    es sind wohl an die 1600 und mehr…
    um der Sache auf den Grund zu gehen, noch ist wohl Zeit dazu, aber lange nicht mehr, unn detek­ti­vi­sche Arbeit zu machen in dem Rest was noch übrig ist, so eini­ges kommt ja schon ans Tageslicht, aber lei­der noch nicht alles, es rol­len aber schon Köpfe und das ist gut so.
    Wir brau­chen daher gaaaaaaaaaaaaaaanz drin­gend Sie Herr Wallraff
    sie mues­sen uns hel­fen, Beweise haben wir gesam­melt es fehlt nur zur Durchsetzung, sich vor Ort ein­zu­schleu­sen. so wie Sie es immer tun.

    Bitte, wenn Sie die­ses lesen.schreiben Sie uns.

    MFG

    Zitat: wir sind wild vor Wut, wir sind viele, wir geben nicht auf!!! :pirat:

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 21. Januar 2011 um 21:44

    Heiliger St. Wallraff, steht uns bei!

    Aber ist nicht Julian Assange der neue GW?

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