In bayrischen Lederhosen soll’s künftig nur mehr krachen, wenn Pornos verkauft werden. Der Verleih der Mantel-und-Degen Filme ohne Mantel stellt dank frei verfügbarer volljähriger Sexfilmzulieferer eine latente Jugendgefährdung dar. Jim Lahey würde wohl sagen: “The shithawks are flyin’ in low today, Randy!” Aber der 1. April ist schon vorbei, deswegen schlägt datenschmutz den Bayern auch gleich ein generelles Verkaufsverbot von Alkohol in Supermärkten vor.
Schlecht für die bayrischen Videotheken — wo die Bundesrepublik doch der zweitgrößte Pornomarkt der Welt nach den USA ist. Tausend DVDs erscheinen pro Monat — das ergäbe übereinandergelegt einen Stapel, von Gina Wilds großer Zehe fast bis zu Vivian Schmidts Bauchnabel reicht.
Doch mit der günstigen Grundversorgung über das Prinzip “Mieten, nicht Kaufen” ist nun Schluss, wie der Spiegel berichtet:
Dem Bundesrat liegt ein Gesetzentwurf Bayerns vor, mit dem der Jugendschutz im Bezug auf “Killerspiele” verbessert werden soll. Doch der Antrag hat bisher nicht bemerkte Nebenwirkungen: Er käme einem Pornoverbot in Videotheken gleich.
Lächerliche Horrorfilme wie Freitag der 13. und nackte Tatsachen gehören nicht in Jugendhände — da sind sich Politiker schon länger einig. Genau deswegen ist der Verleih auch nur an volljährige KundInnen erlaubt, doch das soll sich ändern: filmisch inszenierte Schlachtorgien sollen genau wie Orgienschlachten nur mehr käuflich erworben werden dürfen. Beruhigend jedenfalls, dass die deutschen PolitikerInnen ganz genau wissen, was sie da eigentlich tun:
Beim Sozialministerium war man sich der Tragweite des Gesetzesentwurfs zunächst offenbar gar nicht bewusst. “Das Verleihverbot wird nur einen ganz kleinen Teil besonders heftiger Pornos betreffen. Da ist der Gina-Wild-Film nicht dabei”, erklärte eine Sprecherin des Arbeits-, Sozial– und Familienministeriums noch am Montagnachmittag auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Erst heute räumte das Ministerium ein, dass ein Verleih-Verbot neben Gewaltfilmen auch sämtliche Porno-Filme betreffe.
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