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Wem die Youporn-Werbung zeigen?

Es ist schon eine Crux mit vertanen Chancen, medialer Moral und den ’schen Gesetzen: da brechen endlich mal die erhofften Horden von Surfern über’s eigene Blog herein, und dann wollen sie alle nur nackte Tatsachen sehen – und wer auf seinem Blog den Metadialog aufrechterhält, aber keinerlei Amateure in eindeutigen Posen anzubieten hat, der hofft natürlich, den Sexualtrieb seiner Besucher mit Bannern in Geld zu verwandeln. Und auch wenn der -Hype wieder abflaut: Nachfolger wie stehen bereits in den Startlöchern.

Wer möchte seine Stammleser schon mit “nackten Titten”, “geilen Pornos in Spielfilmlänge” und bekannt grell-blinkenden Bannerchen nerven, die das eigene Blog aussehen lassen wie ein virtuelles Amsterdamer Rotlichtviertel? Das ist nicht nur für halbseidene Produkte interessant, doch dazu später mehr. Erstmals muss an dieser Stelle dringend gesagt werden, dass der große Erfolg von und selbstverständlich eine ganze Latte Nachahmer auf den Plan gerufen hat – wie jede Internetplattform, deren Wachstumsraten “Erfinder” inspirieren. Die Grobe Kelle jedenfalls empfiehlt : dort gibt’s natürlich von der “young shaved pussy” bis zum “old bearded pirate” das volle Programm – auf den ersten Blick unterscheidet sich durch die Portalseite, die mit dem G’satzerl selbst österreichisch betrachtet Volljährige außen vor lassen will:

Submit and upload your adult videos here. Funny videos of an adult nature are welcome as well as hardcore amateur porn movies. Thousands of movies can be viewed for free. Be warned: many videos contain graphic scenes! Why not show the world your sexual prowess and upload a video now! All participants are at least 21 years of age.

Auf den zweiten Blick (nein, ein anständiger würde sich sowas niemal ansehen!) zeigt sich, dass dem Minimalismus-Konzept von die gute alte Zentralperspektive entgegen setzt: statt einer Liste von Videos wird hier gruppiert nach den Hottest, Most Viewed, personal Favorites und so weiter. Letzere lassen bereits vermuten, dass über ein Login verfügt – die ist auch notwendig für’s Mitspielen in den Blogs und im Forum, das derzeit allerdings primär vor Supportanfragen strotzt. Ähnlich wie gilt’s, Sherlock Holm’sche Kombinationsgabe an den Tag zu legen und das gute alte komm! com hintendran zu hängen, und schon ist man dort. fremdgegangen erklärt auch gleich, wie man die Videos lokal abspeichern kann. Aber nach diesem kleinen -Exkurs wieder zurück zum Thema Konsumenteninformation.

Das Zauberwort lautet alles: Werbeselektion: “keine Banner für Pros und Stammleser, viele und ganz spezielle für triebgesteuerte Such-Amateure”, so die scheinbare Erfolgsformel. Was Foren häufig über die Registrierung lösen (nur eingeloggte User bekommen die werbefreie Version der Seite zu sehen), ließe sich im Fall von Blogs technisch zwar problemlos realisieren – im Gegensatz zu Diskussionsboards sind die meisten User auf Weblogs aber niemals eingeloggt. Zielführender ist daher eine Unterscheidung nach Referrer: wer (mit bestimmten Suchbegriffen) von , und Co. auf einen Blogeintrag stößt, dem kann man, so die Grundidee mehr zumuten als den “Stammlesern”, die direkt zugreifen.

Suchmaschinenbesucher ausfiltern

Der Aufgabe, Besucher zu erkennen, die von einer Suchmaschine kommen, widmet sich Landing Sites. Es erkennt die gängigsten Web-Recherchehelfer und bietet den Besuchern nebem dem Highlighting der Suchbegriffe auch noch gleich eine Reihe thematisch verwandter Artikel an – molto bene für die Erhöhung der Klickrate. Frank Bueltge hat eine deutsche Version des Plugins erstellt.

Aufbauend auf dem Landing-Sites Ansatz bieten sich nun verschiedene Ansätze an, gezielt anzuzeigen. Eint etwa schlägt vor, nach Suchbegriffen zu filtern und so das passende Lockangebot zu eruieren. Nach Roberts Basics Beitrag über selektive Anzeige von Werbung hat Robert Schneider eine auf Search Hilight aufbauende Lösung für die Filterung präsentiert. Nicht Wichtig machte sich Gedanken über eine Single-Script ohne Extra-Plugins.

Im Kontext der -Trafficwelle veröffentlichte Eint zum beliebten Amateur-Video-Portal gleich einen ganzen Youporn-Guide für Dummy Webmaster und bringt die Sache recht lakonisch auf den Punkt:

Also gibt es kaum eine Ausrede, wieso man diesen - nicht zu Geld machen sollte. Damit ist allen etwas gutes getan. Die Suchenden finden eventuell interessante Angebote, der -Blogger verdient sich ein goldenes Näschen und der ist sinnvoll verwertet. ist eine wahre Goldgrube, schöpfe sie aus!

Wer geeignete Partner- udn Affiliate-Marketingprogramme zur lückenlosen Versorgung mit schmutzigen Lockreizen, sucht, findet in diesem Artikel die passenden Tipps. Ich würde aber losgelöst von der Causa / durchaus weiter gehen und meinen, dass über die bloße Einzefall-Applikation hinaus sich die Frage nach der Referrer/Kontent/schlagwortabhängigen Suchfunktion durchaus für ein dediziertes Plugin, aufbauend auf dem genannten Landing Sites, eignet. Ein solches Plugin sollte im Admin-Interface idealerweise die Möglichkeit bieten, für die Anzeigen von mehrere Bedingungen zu konfigurieren, á la: Zeige diese nur dann an, wenn Besucher

  1. den Beitrag mit id xy lesen. (das ist natürlich trivial und lässt sich durch Einbau in den Beitrag direkt bewerkstelligen, aber es geht ja noch weiter!) UND
  2. von einer Suchmaschine her kommen UND (freiwillig)
  3. den Suchbegriff XY verwendet haben

Mit den Bordmitteln von WordPress kann man zwar problemlos die Variable post_id des betreffenden Beitrags abfragen und in Kombination mit der Referrer-Funktionalität von Landing Sites die gewünschte nur im Beitrag x, y, z anzeigen und zusätzlich nur dann, wenn die Besucher über Suchmaschinen kommen. Allerdings erfordert dies ständige Eingriffe in die Templates, da in der Abfrage die Post-IDs gegebenenfalls aktualisiert werden müssen. Bei mehreren Themen (Blog- besteht angeblich ja doch nicht *nur* aus Cpt. ) wird’s dann schon leicht mal etwas unübersichtlich – für , die einzelnen Adressen betreiben, welche unter verschiedenen Keywords gelistet sind, kann’s hochgradig Sinn machen, den BesucherInnen, die über die Suche nach “Hundefutter” auf die Seite kommen andere Ads zu zeigen als denen, die mit “Mountainbike” auf derselben Seite gelandet sind.

Insofern wär ein solches Plugin eine echte Bereicherung für Hardcore-Conversion Blogger, allerdings keine ganz triviale Aufgabe, da idealerweise Referrer, Suchbetriffe, Beitrags-IDs und Werbeschaltungen simultan in einem Regelset verwaltet werden müssten. Mit anderen Worten: die Funktionalität von WP-Ads, einem praktischen Banner-Rotator, sollte in dieser eierlegenden Wollmilchsau also auch noch integriert sein.

Bis dahin hilft allerdings bloß fröhliches Basteln an den Templates zur “Verschonung” der Stammbesucher vor Pornobannern: wobei querlinkende Pro-Blogger diese ja eigentlich ruhig zu Gesicht bekommen sollten. Aber ein Plugin, das Blogger und reine Leser unterscheidet, wird wohl noch länger auf sich warten lassen.

6 Kommentare zu „Wem die Youporn-Werbung zeigen?“

  • Ich verwende bei mir eine kombinierte Variante aus Einblendung nach Keyword, Einblendung nach Aktivierung pro Beitrag (für Layer) und direkter Platzierung. So kriegt die Werbung wirklich nur gezeigt, wer sie auch sehen soll und vermutlich auch will.

    Über die gezielte Schaltung von Layer-Ads pro Artikel hat übrigens der Gerald vom SOS-SEO-Blog mal was geschrieben. Allerdings weiss ich nicht mehr so genau wo…

  • Hmm, die Google-Visitors rauszufiltern wäre sicherlich nicht schlecht.. vor allem für die Nutzung von Layern.

  • newcomer sagte am 15. May 2007 um 18:04

    Wird das ganze zu nem Seo Wettbewerb? Den Usernamen auf Youporn ist gar keine schlechte idee :)

    Youporn bewegt Deutschland :lol:

  • Ich würde dann doch Onkel Youporn oder Youporn Evangelist bevorzugen. Einfach nur youporn ist gar zu simpel.
    @newcomer: und die spielregeln besagen, dass nur Blogbeiträge gelten. Deshalb sah ich mich nach Durchsicht des youporn 2.0 blog contests leider gezwungen, deine URLs zu entfernen :wink:

  • Es ist schon faszinierend zu sehen wie die meisten, die jetzt auch auf den Youporn Zug aufspringen, versuchen dabei gleichzeitig den moralisch entrüsteten Zeigefinger zu schwingen! Das entbehrt nicht einer gewissen Komik, und ist irgendwie typisch deutsch, wie meiner Meinung nach der ganze Youporn-Kult!

  • Der moralische Zeigefinger und die Pornographie gehen doch stets Hand in Hand :mrgreen:

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