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Die 6 besten Gründe gegen das Nofollow-Attribut

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nofollowLinks, könnte man sagen, gehören durchwegs zu den Kern-Features (oder Core Values) des World Wide Web. Sie bahnen dem menschlichen Besucher nicht nur Wege von Site zu Site, sondern dienen den diversen Suchknechten zugleich als Relevanzbewertung. Das wissena auch Spammer – doch das unselige Nofollow stellt den erbärmlichsten Lösungsansatz dar. Hier am Blog hab ich Dofollow seit Beginn laufen; ich will ja niemandem vom Kommentieren abhalten. Das wär ja fast wie Händeschütteln mit Latexhandschuhen… für alle Zweifler hier also 9 gute Gründe für’s Abschalten des kleinen Nofollow-Teufelchens.

  1. Nofollow funktioniert ganz einfach nicht. Ob mit oder ohne Attribut: Spammer schießen immer mit Schrotpatronen auf die ganze Blogosphere.
  2. Wer seine Kommentare ohnehin händisch moderiert, braucht kein Nofollow: es gelangen ja sowieso keine Spam-Kommentare auf’s Blog.
  3. Text-Link Anzeigen mit Nofollow, wie Google sie empfiehlt, machen keinen Sinn. Kunden bezahlen bei Services wie Linklift ja nicht nur für die Sichtbarkeit, sondern vor allem für den Backlink. (Oder warum richtet sich der Preis wohl primär nach dem Pagerank?)
  4. Suchmaschinen müssen ihre Algorithmen laufend verbessern. Neunzig Prozent der Kommentarspams befassen sich mit einer winzigen Gruppe von Keywords. Warum das Problem auf das gesamte Internet auslagern, anstatt smartere Ranking-Technologien zu entwickeln?
  5. Manche Suchmaschinen ignorieren das Attribut sowieso – Yahoo’s SiteExplorer etwa kümmert sich einen feuchten Kehricht um das Nofollow, was natürlich wiederum mit Punkt 1 zusammehängt.
  6. Konsequent weitergedacht, könnte man das Internet wesentlich sicherer machen, wenn man Links in Werbung und Kommetaren generell abschafft. Nofollow ist in dieser Hinsicht der richtige Schritt in eine absurde und falsche Richtung.

Hintergrund zum Nofollow-Attribut

Zeigen 5 Hyperlinks auf eine Viagra-Seite, und 20 auf eine andere, dann vermutet Google, dass Viagra-Seite Nummer zwei den besseren Stoff anbietet oder zumindest irgendwie überlegen ist. Ärgerlich im beschriebenen Fall, aber dennoch prinzipiell ein Mechanismus, der Google erst gut benutzbar macht und idR dazu führt, dass meist die tatsächlich relevantesten Seiten auf der ersten Ergebnisseite landen. Die prinzipielle Idee stammt allerdings aus Zeiten vorwiegend händisch gesetzter Links – doch seit immer mehr Webseiten immer kommentierbarer werden (Stichwort Foren, Blogs), fristet eine neue Subkultur-Spezies ihr semilegales Auskommen mit der Beschmutzung fremder Seiten: unerwünschte Kommentare, oder Spam, haben den Zweck, Backlinks zu generieren und die beworbene Seite im Suchmaschinenranking hochklettern zu lassen.

Das hat derart große Ausmaße angenommen, dass vor einigen Jahre eine neues Attribut geschafften wurde: rel=“nofollow“ soll Hyperlinks aus Suchmaschinen ausklammern. Enthält ein Link dieses Attribut, wissen Google und Co., dass sie ihn in der Relevanzbewertung nicht berücksichtigen sollen. Durch dieses Zauberwort sollte Kommentarspam für unattraktiv gemacht werden, so gut wie alle großen Blogs-CMS Systeme implementierten das nofollow-Attribut in den Kommentarlinks, so auch WordPress, bei dem sich das Attribut nicht mal ausschalten lässt.

Aber wie so oft klafften Theorie und Praxis weit auseinander, kurz gesagt: nofollow richtet viel zu viele Kollateralschäden. Einfach deshalb, weil das gute alte Inet zu einem hohen Grad auf einer Ökonomie des Tauschens und Schenkens beruht. Wer kommentiert, trägt zum Wert des kommentierten Beitrags bei und soll dafür nicht mit Missachtung abgestraft werden! Blogs ohne nofollow-Attribut sind nämlich wesentlich attraktiver für KommentatorInnen, die selbst Webseiten betreiben; Kommentare mit mehr als drei Links stuft WordPress ohnehin als Spam ein. Zudem existieren zwar nicht perfekte, aber sehr gute Antispam-Lösungen: eine Kombination aus Mathe-Capture und Akismet beseitigt schon mal den Löwenanteil des Problems – mehr dazu im datenschmutz Antispam-Tutorial.

Der Status Quo in deutsch-Blogistan

In der deutschsprachigen Blogosphere sorgt die NoNofollow-Diskussion schon längere Zeit für Gesprächsstoff; Frank Helmschrott formulierte sein Fazit im Nofollow-Report so:

Fakt ist, dass die Blogosphäre vom gegenseitigen verlinken lebt. Links sind sowohl für Menschen als auch für Suchmaschinen wichtig. Die Pauschale Sperrung von Links für Suchmaschinen – zum Beispiel im Kommentarbereich eines Blogs – beeinflusst die Verlinkung sehr einseitig und ist der Vernetzung der Blogs untereinander alles andere als dienlich.

Und Goatix schrieb am SEO-Marketing-Blog:

Auch sogenannte Alpha-Blogger haben ihren „heutigen Status“ doch nur erreichen können, weil sie in den Suchmaschinen durch die, natürliche und technisch bedingte, Trackback- und Kommentar-Verlinkung von Blogs (zum Großteil aufgebaut vor Anfang 2005 und Einführung von Nofollow) beste Suchmaschinen-Positionen und somit auch schnell Traffic und Popularität bekommen konnten.

Das Hauptproblem liegt imho aber darin, dass viele technisch wenig ver-/interessierte Blogger gar nix von dem Drama mitbekommen. Also kann man nur hoffen, dass die WordPress-Entwickler das Attribut wieder aus dem Corecode rauswerfen, nachdem Chefpoet („Code is poetry“) Matt Mullenweg selbst schreibt, dass der Einbau für den sprichwörtlichen Hugo war. Zum Abdrehen von Nofollow ist kein Eingriff in den Code erforderlich – das kleine Dofollow-Plugin ist im Nu installiert und macht den eigenen Kommentarbereich wieder zu einem „richtigen“ Teil des Netzes.

Trackbacks

  1. Dofollow vs. Nofollow: Neues Plugin…

    Meine Meinung zur altbekannten dofollow vs. nofollow Debatte habe ich auf datenschmutz in der Vergangenheit wiederholt kund getan; was als Versuch der Spambekämpfung begann, ist gescheitert und hat in Blog-Kommentaren meistens nix verloren – sch…

  2. […] sind in der No Nofollow Blogsuchmaschine von Digerati Marketing vertreten. Um genau zu sein scheint datenschmutz das einzige deutschsprachige Blog zu […]

  3. Top-KommentatorInnen: PR5 Backlink abstauben…

    Wer auf datenschmutz regelmäßig Kommentare postet, bekommt als kleines Dankeschön vollautomatisch einen Pagerank 5 Backlink von der Startseite.
    ……

  4. […] Suchmaschinen das Attribut sowieso ignorieren, bringt mir also nix! Mal ein Link unter vielen dazu: die-6-besten-gruende-gegen-das-nofollow-attribut/ .htaccess hrt sich spannend an, ich werde mich da auf jeden Fall mal versuchen einzulesen! Bin […]

  5. […] hab’s an die­ser Stelle schon des öfte­ren erwähnt: Nofollow stinkt. Das Konzept der Spambekämpfung durch die Auszeichnung von Links als […]