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Heute Abend auf arte: Themenschwerpunkt Überwachung

arte

arteÜberwachung, Biometrie und zentrale Datenerfassung wurden von Orwellschen Schreckgespensten längst zu alltäglichen Technologien. So ziemlich alle Ängste in punkte Totalüberwachung sind leider nicht bloß gerechtfertigt, sondern vermutlich sogar noch weit untertrieben. arte nähert sich heute ab 20:40 Uhr diesem komplexen Thema mit einer Reihe von Dokus und einem Schwerpunkt auf der Homepage. [via atrox]

Der eigenen Wissensstand ist schnell überprüft mit dem Big Brother Quiz – und wenn’s noch Lücken gibt, lassen die sich mit geballtem Wissen bei ein Tüte RFID-getagter Chips auffrischen. Die Überwachungsspatzen pfeifen es von den Dächern: gegen 22 Uhr werden einige einschlägig bekannte quintessenz-Gesichter aus Berlin und Wien am Bildschirm auftauchen:

(…) Die Mitglieder der Berliner Gruppe „Quintessenz“ bezeichnen sich selbst als „Hacktivisten“. Sie zeigen, wie man sich in ein Videoüberwachungssystem der Polizei einhacken und ein ganzes Kameranetz lahm legen kann. Mit einem Satellitenempfänger fangen sie Kamerabilder ab. Warum tun sie das? Um „Big Brother“ keine Chance zu lassen. (…)

Das Programm des Themenabends

20.40 Uhr: Kontrolle total
Morgen schon werden alle registriert, erfasst, gechipt und überwacht… Aber was, wenn diese Sicherheit letztlich nur Illusion wäre? Was, wenn die Waffen, die schützen sollen, sich plötzlich gegen ihre Erfinder richteten? Errungenschaften, Schwachstellen, Risiken und Widersprüche einer technologischen Flucht nach vorn.

21.35: Uhr: widerstand.com
Überall in der Welt werden heute Stimmen laut, die vor einer Einschränkung der persönlichen Freiheit des Menschen durch moderne Überwachungstechnologien warnen. Globalisierungsgegner, Anarchisten mit Hang zu zivilem Ungehorsam und fortschrittsfeindliche Ex-Hippies treten hier ebenso in Erscheinung wie begabte junge Hacker und Menschen, die an eine weltweite Verschwörung glauben. Sie alle vereint der Kampf gegen Verfolgungs- und Registrierungstools. Verantwortungsbewusste Bürgerinitiativen setzen sich zur Wehr!

22.05 Uhr: Big Brother City

Nirgendwo auf der Welt werden die Bürger so gut überwacht wie in Großbritannien: Hier gibt es 4 Millionen Videokameras, d.h. eine Kamera für 14 Einwohner! Duncan Campbell, freier Journalist und Verfasser des Berichts über das Abhörsystem „Echelon“ für das Europäische Parlament, zeigt die Orwellsche Dimension der britischen Hauptstadt, die eine wahre Versuchsküche für „Big Brother“ geworden ist.

22.35 Uhr: Debatte
Diskussionsrunde, moderiert von Steffen Seibert

5 comments
Breitbandadmin
Breitbandadmin

Okay, das ist ja schon mal was. Aber ne Menge Zeug zum kucken kommt da trotzdem noch zusammen *g*

ritchie
ritchie

Soweit ich weiß, geht's dabei nur um die Echtzeitüberwachung; dh, die Videos werden gar nicht gespeichert. Es geht im Sinne von Foucault um das Panoptikum, könnte man sagen.

Breitbandadmin
Breitbandadmin

Interessantes Thema, habe den Beitrag aber leider verpasst. Es ist schon erstaunlich wie viele Kameras es bereits hierzulande gibt. In unserem Bahnhofs-DM-Markt hängen bereits so viele von den Dingern rum, dass man meinen könnte, sie gehörten zum Warenangebot. Im Falle des Drugstores könnte man argumentieren, dass die sich vor Dieben schützen müssen und dass die Filiale deren Privatgelände und Eigenbesitz ist, und die das dann alleine deswegen schon dürfen. Aber versucht bitte mal in der BRD einen Quadratmeter Boden zu finden, der NICHT irgendjemanden gehört, und sei's auch nur dem Land oder der Stadt. Also darf praktisch gesehen eigentlich JEDER filmen... Hmm, einen Londoner Bürger 300 Mal am Tag zu filmen ist die eine Sache, aber was tun mit der ganzen Datenmenge? IP- und Logdateien speichern von Internetsurfern ist das eine, aber komplette Videofiles? Wenn man da etwas sucht, ist das mit einer normalen Textabfrage nicht getan. Selbst im Zeitalter von Hochleistungsrechnern kein leichtes Unterfangen. Bitte um Aufkärung :grin:

ritchie
ritchie

Sehr interessanter Schwerpunkt... obwohl einem richtiggehend übel werden könnte, wenn man das sieht.

Lasombra
Lasombra

War für einige Tage in London und dort war in der U-Bahn überall zu lesen, daß man in London als durchschnittlicher Bürger innerhalb eines Tages mehr als 300mal gefilmt wird. Nach den Vorfällen in London kann ich die Angst der Leute verstehen aber ein mulmiges Gefühl bleibt.