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Konzertreview: Hier kamen die Hörner

13.06.2007, geschrieben von , Keine Kommentare

Am 12. Juni gas­tier­ten die Delinquent Habits zum zwei­ten Mal in . Die Tex-Mex Rapper aus LA rock­ten vor 8 oder 9 Jahren schon mal die Arena, kurz nach ihrem groß­ten Hit “Here come the Horns”. Inzwischen ist viel Wasser die Donau her­ab­ge­flos­sen, aber die gewohn­ten Zutaten funk­tio­nie­ren immer noch genauso gut anno dazumal.

Pete und ich waren damals in der Arena und haben im Anschluss ans das Trio bzw. Quartett inter­viewd. Sick Pimp, ein Freund der Band, stand damals auf der Bühne — er könne nicht rap­pen, erzählte Sen Dog, wäre aber zur Crew im enge­ren Sinne zu zäh­len und seine Aufgabe bestehe ein­fach darin, die Leute durch seine into­xi­zierte Bühnenpräsenz wäh­rend des Konzerts zum Partymachen zu ermun­tern. Das hat uns damals genauso fas­zi­niert wie die unfass­bare Live-Präsenz und die gewal­ti­gen stimm­li­chen Skills der MCs.

Kaum eine andere Musikrichtung ist bei der Live– so gefähr­det, ins Mittelmaß der Lächerlichkeit abzu­rut­schen wie der gute alte Sprechgesang. Meiner empi­ri­schen gap-Erfahrung der letz­ten zehn Jahre fol­gend, würd ich mal behaup­ten, dass von rund 100 Rappern, die einen brauch­ba­ren Take im Studio zusam­men­brin­gen, nur höchs­tens 10 live auf der Bühne nicht völ­lig abstin­ken. Die Delinquent Habits gehö­ren zu den Großmeistern des , und obwohl der Band seit län­ge­rer Zeit kein Top Ten Hit gelang, war der Music recht gut gefüllt. Eigentlich woll­ten wir uns das Konzert ja pri­mär aus nost­al­gi­schen Gründen anhö­ren — mit einer so gelun­ge­nen Bühnenshow hätte ich eigent­lich nicht gerech­net. Aber Quality Control funk­tio­niert bei dem Trio, das ges­tern abend stimm­lich durch die groß­ar­tige Michelle auf­po­liert wurde: keine Rapperin, son­dern eine Soul-/Rock-Röhre, deren beacht­li­ches Stimmvolumen den Flow der bei­den MCs per­fekt ergänzte. DJ OG ver­zich­tete auf Scratch-Showeinlagen, dafür war jeder Cut per­fekt am Punkt — 90 Minuten ohne einen ein­zi­gen Durchhänger, alte Hits in neuen, gepimp­ten Versionen, groß­ar­tige Texte und fried­li­cher Party-Vibe: soli­des und moti­vie­ren­des Handwerk macht eben viel mehr Spaß als lang­wei­li­ges Gangsta-Gepose — ich freu mich schon auf’s nächste Mal, idea­ler­weise nicht erst in zehn Jahren.

Ach ja, eine Anregung an die Location: die zuneh­mende Popularität von Alkopops bedingt einen bis­her nie dage­we­se­nen Zuckerspiegel am Boden; bei DA war Stillstehen zum Glück kaum mög­lich … wenn man aller­dings mal eine Minute die Beine nicht bewegt und sich beim anschlie­ßen­den Fußheben fast den Schuh aus­zieht, ist das ein zuver­läs­si­ger Indikator dafür, dass eine Bodenreinigung kein Fehler wäre.

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