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Werden Textanzeigen zukünftig im Content versteckt?

30.06.2007, geschrieben von , 9 Kommentare

Google will in Zukunft ver­stärkt gegen Linkkauf vor­ge­hen. Wie man’s auch dreht und wen­det: auf mit­tel­fris­tige Sicht wer­den allzu offen­sicht­lich ver­mie­tete Links ein Problem für dar­stel­len, was wie­derum eine Existenzbedrohung des Businessmodells von Linkhändlern darstellt.

Text-Link-Ads hält seit Gründung der Firma ziem­lich erfolg­reich die tech­no­lo­gi­sche Führungsposition beim Thema “ und WordPress”: bereits seit der vor­letz­ten Version des Plugins kön­nen “spon­so­red Links” an ein­zelne Postings ange­hängt wer­den, Linklift bear­bei­tet den Linkmiet-Markt im deutsch­spra­chi­gen Bereich eben­falls recht erfolg­reich. Vermietete “interne Links” als “ver­steck­tes” Werbeformat haben zwei­fel­los Zukunft. Das, was erfah­rene SEOs schon eine ganze Weile tun — näm­lich Keywords und –phra­ses im Content-Kontext zu ver­lin­ken — in ein Businessmodell zu ver­wan­deln, ist wohl nur eine Frage der Zeit. Der Webmaster könnte ja ebenso wie der­zeit jeden Link ein­zeln erlau­ben oder ablehnen.

Interessant wäre in die­sem Zusammenhang die wer­be­recht­li­che Konsequenz nach euro­päi­scher Gesetzeslage: Medienunternehmen sind an sich ver­pflich­tet, als sol­che zu kenn­zeich­nen. Das hält zwar öffentlich-rechtliche Fernsehsender (vor allem in Öster­reich) auch nicht von exzes­si­vem Product Placement ab, führt aber zu dem win­zi­gen Sätzlein “Dies ist eine bezahlte Anzeige” neben Zeitungseischaltungen, die eigent­lich den Eindruck erwe­cken möch­ten, redak­tio­nelle Beiträge zu sein. Ob ein Hyperlink auf einem Wort, das ohne­hin im nor­ma­len Lauftext steht, im Sinne des Gesetzes über­haupt als zu bezeich­nen wäre, ist in die­sem Kontext aller­dings eine span­nende Frage. Zweitens sind Blogger (bzw. Webseitenbetreiber) nun mal keine Journalisten und auch keine Medienbetriebe. Und drit­tens las­sen sich die Links ja nicht bloß für Suchmaschinen nicht von nor­ma­len Verweisen unterscheiden.

Christian Schagen von Linklift im Interview

Ranking Concept hat ein Interview mit Christian Schagen geführt: der Geschäftsführer von Linklift bezieht eben­falls zum Google-Verbot Stellung:

Google hat schon immer davon abge­ra­ten mit Links zu han­deln und geht mit der Möglichkeit Linkkauf und –ver­kauf in den Webmaster Tools zu mel­den nun noch einen Schritt wei­ter. Was für Auswirkungen hat das auf Linklift und seht ihr euer Geschäftsmodell in Gefahr?

Schagen: Zuerst ein­mal möchte ich mei­nen Unmut über diese Entscheidung der besag­ten Suchmaschine aus­drü­cken. Der Kauf und Verkauf von Textlinks ist nach wie vor eine sehr weit ver­brei­tete Praxis. Denn Textlinks beste­chen als effi­zi­en­tes Werbemittel auch ganz ohne dass man die Suchmaschinen im Visier hat.
[…]
Als Konsequenz für einen Webmaster kann dar­aus schlie­ßen, dass die Art und der Umfang der bezahl­ten Links eine zuneh­mend wich­tige Rolle spie­len. Aus die­sem Grund emp­feh­len wir Webmastern schon seit lan­gem,
a) als Werber nur Webseiten anzu­neh­men, die wirk­lich star­ken Content vor­wei­sen kön­nen, wel­cher den Nutzern Usern erheb­li­chen Wert stif­tet.
b) als Werber nur Webseiten anzu­neh­men, die wirk­lich the­men­re­la­vant sind und dem eige­nen Nutzer Wert stif­ten.
c) sich in der Anzahl der ver­mark­te­ten Links zurück­zu­hal­ten und auf ein gesun­des Verhältnis ach­ten: Eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Webseite, mit tau­sen­den von Dokumenten, tau­sen­den von ein­ge­hen­den Links und auch tau­sen­den von aus­ge­hen­den Links fügt mit drei, vier oder fünf ver­kauf­ten Links dem Internet sicher­lich kei­nen Schaden zu.

Vor allem der letz­ten Aussage würde ich auf jeden Fall zustim­men, aller­dings nur dann, wenn Google nicht “bemerkt”, dass es sich um ver­kaufte Links han­delt. Insofern ist die Weiterentwicklung des Marktes in Richtung “Linkverstecken” eine kon­se­quente Präventivreaktion auf all­fäl­lige Strafmaßnahmen: wer­den gemie­tete Links in Texte gesetzt, so wird’s für jede Suchmaschine völ­lig unmög­lich, die “bösen”, ver­kauf­ten Links zu erken­nen. Letztendlich funk­tio­nie­ren viele Kataloge und Verzeichnisse auf der der­sel­ben Basis — siehe etwa Wikifox.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 9 Kommentare zu "Werden Textanzeigen zukünftig im Content versteckt?" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Versi Identicon Icon

    Interessant wird das auch, was pas­siert wenn du von dei­nem letz­ten Besuch mit’m Kegelclub im Spielcasino geschrie­ben hast, und ein paar Wochen spä­ter einen net­ten Link dazu im Beitrag hast …

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  • Baynado Identicon Icon

    Also ich finde es eine gute Idee die Links im Content zu pla­zie­ren. Das
    bie­tet mehr mone­ta­rie­sie­rungs­chan­cen für den Webmaster/Blogbetreiber.

    Warum ist den Google gegen gekaufte links?

    1. Google möchte sein quasi Adsense Monopol zemen­tie­ren. Diese Linkanbieter
    sind direkte Konkurrenten. Ein deut­sches Unternehmen hätte schon längst eine
    Klage,wegen unlau­te­ren Wettbewerb an den Hals.

    2. Es unter­gräbt ihren Algorithmus. Dieser baut schwer­punkt­mä­ßig auf
    Linkpopularität auf.

    Was macht den Google wenn trotz­dem alle Webmaster sich nicht an diese
    “Guidline” hal­ten? Womit wol­len die dann ihren Index fül­len?
    Letztendlich pro­du­zie­ren wir den Content, den Google sei­nen Nutzern lie­fern
    möchte. Google ist nicht immer der Besucher Lieferant Nr. 1. Mit ein wenig
    Kreativität und kon­se­quen­tes Social Media Marketing kann man sich von Google
    unab­hän­gig machen.

    Das soll jetzt nicht hei­ßen, dass ich Google schlecht finde. Im Gegenteil.
    Ich habe nur etwas gegen die­ses gie­rige Geschäftsgebaren, was mei­ner Meinung
    nach eigent­lich nicht Google like ist. Zumindest wären die so, nie an die
    Position gekom­men, wo sie heute stehen.

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  • Farlion Identicon Icon

    @Baynado
    Die Monetarisierungschancen bie ihm Content ver­steck­ten Links stei­gen viel­leicht kurz­fris­tig. Ich denke aber, lang­fris­tig kos­tet diese Art des “Link ver­ste­ckens” den Blogger mehr Leser.
    SEO-Blogger mag das nicht stö­ren, Themenblogger dafür schon eher.
    Für mich hätte sich ein Blog erle­digt, sobald ich im Contenttext auf Werbelinks stoße. Im Content erwarte ich the­men­be­zo­gene Links und keine Werbung.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 1. Juli 2007 um 5:49

    Die Frage wäre dann, wodurch sich the­men– von kon­text­be­zo­ge­nen Links unterscheiden…

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  • Farlion Identicon Icon

    Vielleicht habe ich mich umständ­lich aus­ge­drückt. ;) Was ich meine ist, dass ich, wenn ich inner­halb eines Artikels einen Link finde, einen ande­ren Artikel oder wei­ter­füh­rende Informationen dazu erwarte und nicht eine Seite, auf der man mir irgend­was ver­kau­fen will.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 1. Juli 2007 um 15:44

    Also da bin ich mir nicht so sicher — wenn etwas ver­kauft wer­den soll, das ich in dem Moment will (zB in einem Artikel über Linktrading ein Affiliate-Link zu einem neuen Anbieter), dann stört mich das nicht im min­des­tens — es muss halt dazupassen.

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  • Farlion Identicon Icon

    Da kommt es dann ein­fach dar­auf an, wie die Interessen gela­gert sind. Wie Du Dir den­ken kannst besteht mein Hauptlesefutter aus poli­ti­schen Blogs. Und da möchte ich wirk­lich nicht auf irgend­wel­che, im Text ver­steck­ten kom­mer­zi­el­len Links tref­fen. Das wäre, zumin­dest von mei­ner seite her, der sofor­tige Tod für das Blog.

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  • SEO Expert Blog Identicon Icon

    Das grund­sätz­li­che Vorgehen von Google gegen Linkverkäufe hat doch nur einen Grund, wie Baynado schon rich­tig fest­ge­stellt hat. Es geht um Geld und Google nutzt hier seine Monopolstellung, die Google in eini­gen Ländern hat wett­be­werbs­feind­lich aus.

    Insofern kann ich die Reaktion von TLA ver­ste­hen, für mich würde es aber den­noch nicht infrage kom­men diese neue TLA-Variante zu nut­zen. Ich setze in Inhalten selbst Affiliate-Links, wenn ich auf Dientse/Produkte ver­weise, die ich selbst nutze und gut finde. Das heißt dann aber auch, dass ich diese Angebote tat­säch­lich kenne.

    Selbst wenn man redak­tio­nelle Kontrolle hat, ist man ver­mut­lich geneigt Inlinks zu ver­kau­fen, nach­dem man sich einen kur­zen Über­blick über das ent­spre­chende Angebot ver­schafft hat, ohne es aber genau zu prü­fen. Da besteht schon die Gefahr ziem­li­chen Schrott zu ver­lin­ken und auch Leser zu ver­lie­ren, was die paar Dollar oder Euro nicht Wert sind.

    Zu guter letzt über AdSense wer­den eben­falls ziem­lich zwei­fel­hafte Angebote ver­linkt, was mir Google noch unsym­pa­thi­scher macht, als es ohne­hin schon ist. Ich fände es gut wenn aus auch im deutsch­spra­chi­gen Raum mal wie­der eine echte Konkurrenz für Google gäbe, aller­dings nicht unbe­dingt von MS.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 2. Juli 2007 um 0:27

    Ja, ich seh’s auch eher als Angebot für Trash/Bait/SEO Blogs. Würd’s hier auch nicht machen.

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