Interessiert an , Medientechnik, Bloggig und Popkultur? Dann abonnieren Sie doch einfach datenschmutz News bequem via RSS Feed oder E-Mail! Danke für Ihren Besuch und viel Spaß auf meinem Blog.

AKTUELL: datenschmutz.Verlosung bis 13. Juli - 3x neues Album von Cafe Drechsler zu gewinnen! >> zum Gewinnspiel

freienetzeBuchrezension: Dobusch, Leonhard / Forsterleitner, Christian (Hg.): Freie Netze / Freies Wissen. Wien 2007

GNU, Linux, die Free Foundation, , Verlage und Co. gehören dringend ent-geekt. Denn die Spielregeln der Informationsgesellschaft, die wir in diesen Momenten festlegen, werden unser kulturelles und politisches Leben zukünftig gravierend beeinflussen.

Neoliberale Markt-Selbstregulation verlässt sich auf die Hoffnung, das Regulativsystem Geld könne Verteilungsproblematiken wesentlich effizienter abfedern als jegliche politische Regulierung. Wenn allerdings wissenschaftliche Verfahren patentierbar werden, von den Majors nur mehr als Ware gehandelt wird und die Plattenindustrie sich nicht entblödet, Plakatkampagnen mit inhaftierten -DownloaderInnen zu starten, bekommen immer mehr Menschen Zugang zu immer mehr Information und eine Vorstellung davon, welches Potential Netzmedien inne wohnen könnte. Denn die Kluft zwischen Produzenten und Konsumenten wird immer kleiner - bis, im Fall der Popmusik etwa, irgendwann die Nachfolgeplattformen von myspace jene Funktionen übernehmen, die derzeit die Existenzberechtigung der Major Labels bilden.

Der Gedanke, dass nicht nur das Einkommen von Künstlern sichert, sondern zugleich die Kunstproduktion gravierend behindert, ist keineswegs neu: Folgt Kulturproduktion doch stets den Regeln des Remixens und Rekombinierens, manchmal ex-, manchmal impliziter. Der luftleere Raum des aus sich selbst kreativen Genies überdauert dagegen als fiktive Konstruktion eines erstarkten Bürgertums sogar in einer Zeit, in der Apologeten neuer Medien längst das emazipatorische Potential “sozialer Medien” beschwören. Mit dem Schlagwort sind kollektive Wissensplattformen () ebenso gemeint wie der Trend zum Mikro-Publishing (Weblogs) und der Beginn der Nutzung des als dialogisches Medium, wie Vilém Flusser lange vor der technischen Realisierung dieses Versprechens prophezeite.

Die gesetzlichen Spielregeln, die technischen Möglichkeiten, Ideen und Ansätze zu einem alternative wurden bisher vor allem in uni-nahen und technologielastigen Diskursen thematisiert. “Freie Netze” ist der überaus gelungene Versuch, die vielen Facetten eines Themenkomplexes, der jeden Einwohner der Informationsgesellschaft gravierend betrifft, auf eine breitere Diskussionsbasis zu stellen. In neun Kapiteln explorieren die beiden Herausgeber gemeinsam mit Gastautoren substanzielle Themen im Umgang mit kollektivem Wissen: von “Open Courseware”, also frei verfügbaren Kursinhalten an Universitäten, über die Freiheit der bis zur Bedeutung freien Wissens für den urbanen Raum reicht das Themenspektrum. mit Medien- und Rechtsexperten zeichnen ein differenziertes Bild, die liebevolle Gestaltung macht das Schmökern im zu einem Vergnügen. “Freie Netze” eignet sich somit hervorragend als Nachschlage-Kompendium, als Einführung und nicht zuletzt als didaktisch wertvolle Literatur etwa für den Medienunterricht - und das, ohne die Budgets unserer Schulen belasten: Dem Thema angemessen wählten die Autoren eine Lizenz - auf der Webseite gibt’s alle Kapitel einzeln oder das komplette PDF zum Gratis-Download, außerdem informiert ein Blog über aktuelle Projekte in Linz: http://www.freienetze.at


 als erste(r) abstimmen: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading ... Loading ...

veröffentlicht am 01. June anno domini 2007.
Tags: , , , , , , , , , , , , ,
 

Kommentar schreiben:




oder optional:


Bei Antworten am laufenden bleiben: klicken Sie die Checkbox an, um via E-Mail über weitere Antworten informiert zu werden.
Erlaubte XHTML-Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
verzögerte Veröffentlichung von Beiträgen: Möglicherweise erscheint Ihr Beitrag aufgrund eines unberechtigen Spamverdachts nicht sofort. Er wird später manuell moderiert und freigegeben - ich bitte um ein wenig Geduld.
Werbliche Einträge und Spam-Kommentare sind zu unterlassen. Wenn Sie auf meinem Blog werben möchten, so können Sie mich bezüglich Bannereinschaltungen direkt kontaktieren. Ansonsten werden gewerbliche Einträge pauschal mit 2,3 Fanstastilliarden Francs berechnet - die Rechnung bringt ein bissiger Storch.