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FlickR, Jake Appelbaum und die Zensur in Hongkong

12.07.2007, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 3 Kommentare

flickrEin Foto von Jake Appelbaum, mon­chrom Artist in Residence, sorgt für ein Aufruhr in Hongkong. Blogger und Interlocals-Gründer Oiwam Lam ver­linkte von sei­nem Blog auf das ero­ti­sche Portrait und soll dafür ent­we­der 400.000 HK Dollar bezah­len oder ein Jahr ins Gefängnis gehen.

interlocals.ne will Medienaktivisten ver­net­zen, deren Muttersprache nicht Englisch ist: dazu über­set­zen ver­schie­dene frei­wil­lige Mitarbeiter die ein­zel­nen Texte in diverse Sprachen. In einem aktu­el­len Interlocals-Beitrag berich­tet Oiwan über die ver­schie­de­nen Reaktionen. Der ursprüng­li­che Beitrag mit dem Foto ist nach wie vor online bei Inmediahk.net. BoingBoing schreibt zu der Causa:

Interlocals.net foun­der and inmedia.hk activist Oiwan Lam deci­ded, as an act of elec­tro­nic civil dis­obe­dience, to the Obscene Articles Tribunal of the Honk Kong Television and Entertainment Licensing Authority (TELA) and their clas­si­fi­ca­tion of arti­cles as obs­cene for publis­hing to ero­tic pho­to­gra­phy on and other sites. Lam then wrote an essay cri­ti­ci­zing the Authority and lin­king to a tas­te­ful pho­to­gra­phy found by sear­ching the key­word ‘nude’ on . The result was a quick response from the TELA, and the clas­si­fi­ca­tion of the arti­cle as a Class II inde­cent arti­cle by the Obscene Articles Tribunal. The maxi­mum penalty is HK$400,000 and 12 months in jail.

Auf gibt’s das Foto für Öster­rei­cher und Deutsche indes­sen nicht mehr: dass die größte Foto– in ganz beson­ders vor­aus­ei­len­dem Gehorsam auf die stren­gen Jugendschutzbestimmung Deutschlands ein­geht, ist bekannt — offi­zi­el­ler Grund für die Einstufung des Accounts auf “unsafe” und die Nichtabrufbarkeit auch aus Öster­reich sind laut –Besitzer besagte deut­sche (!) Jugendschutzgesetze. Damit hät­ten wir hier wohl einen jener sel­te­nen Fälle, wo die grenz­über­schrei­tende Wirkung des Netzes nicht Informationen, son­dern Zensurstrategien von einem Land ins andere durch­si­ckern lässt.

jeden­falls stufte gleich mal Jake Appelbaums gesam­ten Account als “unsafe” ein: der Fotokünstler hat dort einige tau­end Bilder online, von denen es sich bei den wenigs­ten um (schwer harm­lose) Erotik-Aufnahmen han­delt. Aber sieht die Sache mit den nack­ten Frauenbrüsten anschei­nend wesent­lich enger als die Kronenzeitung — und so unan­ge­nehm die ganze Sache für Miss Lam nun auch sein mag, aus der Sicht des Fotografen bestä­tigt diese uner­freu­li­che Anekdote ein­mal mehr: mit dem Hosten sei­nes eige­nen künst­le­ri­schen Outputs bei Drittanbietern wie (oder auch mys­pace, Blogger, WordPress.com, youtube… insert app­li­ca­tion here) lie­fert man sich deren Gutdünken auf Gedeih und Verderb aus. Wer am par­ti­zi­pie­ren will, ohne bloß zen­sur­ge­fähr­de­ter, mund­to­ter User der Big Player zu sein, der kommt um selbst gehos­tete Plattformen und eigene Server ein­fach nicht herum.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 3 Kommentare zu "FlickR, Jake Appelbaum und die Zensur in Hongkong" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • alphakolonne Identicon Icon

    Also da wär ich auch nie im Leben drauf­ge­kom­men, dass die­ses Foto por­no­gra­phisch ist.… 400k HK-Dollar sind ganz schön viel Holz für ein harm­lo­ses Bildchen in einem Blog; wobei mich die Reaktion der Regierung ja weni­ger über­rascht als die von FlickR — die sind in den letz­ten Monaten ja über­haupt durch sehr, sehr selt­sa­mes Zensurverhalten nega­tiv aufgefallen.

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  • ritchie Identicon Icon

    Äußerst merk­wür­dige Geschichte… reverse Zensur — und sehr ärger­lich für Jacob und natür­lich auch Oiwam.

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  • xena Identicon Icon
    xena sagte am 18. Juli 2007 um 12:36

    schade, dass die ver­öf­fent­li­chung die­ses ero­ti­sches fotos mit por­no­gra­phie ver­wech­selt wurde und sol­che nega­ti­ven kon­se­quen­zen mit sich zie­hen muß.

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