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Online-Marketing via Betrugsvorwurf – JoeJob oder Keilerei?

tritt nicht selten in den wunderlichsten Erscheinungsformen auf, was eine angebliche Gomopa “Rechtsabteilung” mit der vielsagenden Absenderadresse info@gomopa.at da durchs Netz schickt, grenzt allerdings an Nötigung und ist mir stellvertretend für derartigen Werbefrechheiten durchaus einen Bericht wert. Aber ob ein sogenannter Joe-Jobber in der Absicht, die Firmenbetreiber zu schädigen, für das -Mail verantwortlich ist, oder ein Gomopa-Marketeer besonders wicked sein wollte, lässt sich in unserer hochkomplexen Medienwelt eigentlich gar nicht rausfinden – genauso wenig wie die Effektivität dieser (Anti)”Werbemaßnahme”.

Ganz unten stehendes Mail bekam ich am Samstag ca. 10x von “Goldman Morgenstern Partners – Rechtsabteilung” an die Adresse info[at].net. Darin ist die Rede von einem “Betrugsverdacht” und ich solle doch bitte irgendein besuchen. Von der Firma hab ich noch nie was gehört, allerdings betreiben die Damen und Herrn anscheinend ein Board, das sich vor allem durch die Kostenpflichtigkeit auszeichnet und über Wirtschaftsverbrechen berichtet. Suchen kann man auch unregistriert, natürlich war nix über zu finden. Trotzdem ein Anlassfall für eine paar Anmerkungen zu diesem neuen Blog- Fall:

Warum sollte jemand darauf reinfallen? Ganz einfach: in der letzten Zeit gab’s in der Blogosphere eine ganze Reihe von juristischen Querelen: populär geworden mit dem neuen Berufsbild “Abmahner” ist etwa Marions Kochbuch. Es könnte ja also doch was dran sein, denkt sich womöglich der eine oder andere -unerfahrene Neo-. Dennoch lässt sich die Gomopa-Mail (wie ähnliche Versuche auch) anhand einer Reihe von Kriterien sehr einfach als identifizieren:

  1. Die To-E-Mail Adresse “info” verwende ich nie, war also einfach ein “best guess” des Versenders.
  2. Rechtsabteilungen schicken ernst zu nehmende Dokumente nicht via Mail.
  3. Ein wenig Gegoogle ergibt sofort ein eindeutiges Bild: das Spiel mit der Userpanik funktioniert schon seit längerem.
  4. ist nun mal keine Firma, sondern p*n*c. Nur Rechtsanwälte, die keinen Wodka trinken, machen solche Fehler.

Aber wie auch immer: die Formulierung “Dieser Aufforderung sollten Sie unbedingt Folge leisten. Die Konsequenzen sind sonst unangenehm.” hat mich dann doch zum Lachen gebracht; vielleicht verwende ich das mal als Untertitel für ein neues Blog. Aber wie sieht sowas nun rechtlich aus? Die Firma Gomopa verschickt Mails, die durchwegs den Bestandteil der Nötigung erfüllen, und hofft auf möglichst viele zahlende User? Nein, sagt Gomopa, es handle sich um einen sogenannten “Joe Job”: ein mysteriöser “Dritter” habe ohne Wissen und Einverständnis die -Mails verschickt, um der Firma zu schaden – und man werde Strafanzeige erstatten:

Ziel ist es, die Durchschlagskraft der zu schwächen und große Provider so dazu zu bringen, dass die entsprechenden Domains auf die Spamliste gesetzt werden, was aufgrund getroffener Vorsorgemaßnahmen Gomopa nicht treffen kann. Die Absender sind zweifelsohne dem kriminellen Milieu zuzuordnen. [Kommentar bei Farlion]

Die Armen! Komisch, dass sich in den letzten Jahren immer wieder mal JoeJobber finden, die gezielt gegen Gomopa vorgehen, oder, wie Everflux schreibt:

Lt. Impressum hat die Gomopa LLC ihren Sitz in den USA. Das ist Deutsch. Die Rufnummer aus der Schweiz. Die Mitgliedschaft kostet ab 29,90 Euro. Klingt echt seriös.

Jedenfalls wühlt man da mit den Google-Fingern recht bald in einer streng riechenden braunen Masse… da gibt’s ganze Verleumdungs- und Gegenverleumdungsforen, ich will diesen Blödsinn hier gar nicht verlinken, sondern eigentlich nur drauf hinweisen, dass man diese Mail getrost ignorieren kann:

Vorwurf des Betruges/Mitteilung in unserem Gomopa Insider-

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrer Firma www..net wurde uns mitgeteilt, dass Sie sich des
Betruges schuldig gemacht haben.
Ein Gomopa-Mitglied hat uns das in der Rubrik Wirtschaftsbetrug gepostet.

Melden Sie sich bitte in unserem Insider- gegen Wirtschaftsbetrug
unter www.gomopa.net an und suchen Sie
den Beitrag. (Am schnellsten nach .net suchen)

Sollten Sie nicht umgehend Stellung dazu nehmen erfolgt Strafanzeige wegen
Verdacht des Betruges bei Ihrer Polizeidienststelle.

Dieser Aufforderung sollten Sie unbedingt Folge leisten. Die Konsequenzen
sind sonst unangenehm.

Hochachtungsvoll

Goldman Morgenstern Partners
Rechtsabteilung

6 Kommentare zu „Online-Marketing via Betrugsvorwurf – JoeJob oder Keilerei?“

  • Hallo, Hinweis: Auf http://www.gomopa.net/lo4/Kontakt.html steht “SPAM – Mails (Betrugsvorwurf. Bitte beziehen Sie umgehend…) sind im Umlauf, diese werden nicht von uns versendet!” Hinweis von Manfred Krejcik.
    Und die Firma sollte ja hoffentlich auch den eigenen Namen richtig schreiben können (”Gompoa”) ;-) wobei der Text auf der Website “Das jetzige Team der Gesellschaft besteht auch aus Moderatoren, Administratoren sowie Teilhabern und vielen anderen fleissigen Helfern und entwickelt sich als Open Source Projekt” ja auch ein wenig eigenartig ist. Und warum heißt der Gründer “M. Vornkahl” und die Firma Goldman Morgenstern & Partner?

  • Comet sagte am 3. July 2007 um 10:00

    Verrückt. Ich staune immer wieder darüber, was die sich einfallen lassen um Aufmerksamkeit zu ergattern. Aber wenn ich so eine eMail erhalte landet die auch immer direkt im Papierkorb, meist ungelesen. Oft reicht schon das Subject völlig aus, um zu wissen, was lost ist :mrgreen:

  • Ich find ja vor allem ein kostenpflichtiges vBulletin recht skurril.

  • Habe heute Post vom “Gomopa Moderatorenteam” erhalten; der Vollständigkeit halber poste ich die E-Mail hier mal:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ich beziehe mich auf Ihren Foreneintrag:
    http://blog.datenschmutz.net/2.....-keilerei/

    im übrigen wird Ihr Beitrag auch in einem Forum erwähnt, das sich wohl “antigomopa….” nennt.
    Glückwunsch, die Ehre erhält nicht jeder. Sie sind dort einige der wenigen Ausnahmen.

    Nachfolgend die aktuelle Pressemeldung von Gomopa.net
    (auch veröffentlicht auf Openpr – top-nachrichten24 u.v.a. m.)

    New York (gomopa.net – Finanzblog24)

    Gomopa warnt vor Spammails – in einer Rubrik “Wirtschaftsbetrug”

    Wir sind darüber informiert, dass eine große Anzahl von Websitenbetreibern falsche E-Mails erhalten hat, in denen dem Anschein nach Gomopa.net die Inhaber vor Einträgen im Forum “Wirtschaftsbetrug” warnt und diese zur Stellungsnahme auffordert. Diese Spam E-Mails haben für Verwirrung bezüglich ihrer Authentizität gesorgt. Daher wollen wir klar zum Ausdruck bringen, dass diese E-Mails in keinem Zusammenhang mit unserer Praxis der Benachrichtigung von Websitenbetreibern stehen.
    Nachdem bereits in der Vergangenheit Spam-Attacken viele Webseitenbetreiber verunsichert hatten, wurden auch vom 29.06 – 01.07.2007 wieder unzählige E-Mails versandt, welche in ihrer Aufmachung so aussehen, als ob Gomopa der Absender wäre. Hierzu wurden absichtlich die Kopf- und Betreffzeilen verfälscht, bzw. der wahre Absender verschleiert.
    Rainer Holbe von Gomopa.net versichert, dass diese Spam Mails mit Warnungen “Sie wurden in der Rubrik Wirtschaftsbetrug eingetragen” nicht von Gomopa stammen. Eine Rubrik “Wirtschaftsbetrug” gibt es in den Gomopa Foren nicht.

    Gomopa hat bereits bei der letzten Spam-Attacke reagiert und Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

    Gomopa Hinweis: Wenn Sie eine Mail mit nachfolgendem Inhalt erhalten, sollten Sie diese einfach löschen.

    [...es folgt ein Abdruck der Spam-Mail...]

    Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich sehr wahrscheinlich um die gleichen Spamversender, wie bereits bei den Spamattacken in der Vergangenheit. Im Mailtext wird unter anderem geschrieben: “Ein Gompoa-Mitglied hat uns…”, diese Schreibweise ist bereits in früheren Spam-Mails aufgefallen. Auch wird von Gomopa keine engl. Telefonummer genutzt. Rainer Holbe weist nochmals darauf hin, dass die meisten Forenbereiche kostenfrei gelesen werden können und dafür keine kostenpflichtige Anmeldung notwendig ist. Sollten Sie als Empfänger einer solchen Spammail unsicher sein bezüglich eines Eintrages im Forum, so können Sie sich jederzeit über das Gomopa Kontaktformular an die Forenleitung wenden, die Ihnen selbstverständlich Auskunft geben wird. Gomopa distanziert sich ausdrücklich davon, User mit solchen Spamattacken zu einer Anmeldung im Forum zu veranlassen.

    Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC
    575 Madison Avenue, 10th floor
    New York, NY 10022-2511 (USA)

    Das klingt ja alles wirklich super-seriös… hm… und das besagte Anti-Gomopa-Forum zeichnet sich wohl auch nicht gerade durch straighte Berichterstattung aus. Schon erstaunlich, was für skurrile Spam-Aktionen immer wieder mal die endlose Kette der Viagra-Mails durchbrechen…

  • Ach ja, hier noch meine Antwort – bin gespannt, ob noch was zurückkommt.

    Hallo,

    ich bin beim Googeln auch auf das besagte Forum gestoßen und habe es,
    wie im Bericht erwähnt, nicht verlinkt, weil mich diese ganzen
    Hintergründe ehrlich gesagt eher befremden.

    Allerdings waren einige meiner Bekannten durch die betreffende Mail
    dann doch verunsichert, deswegen war’s mir ein Posting wert. Ich habe
    die untenstehende Pressemitteilung, die Sie mir geschickt haben, auch
    als Kommentar zum Beitrag gepostet.

    Was mich allerdings noch interessieren würde: ergab die damalige
    Strafanzeige irgendwas? Konnten Sie herausfinden, wer der Verursacher
    der Spammails war? Dass eine recht ähnlich gelagerte Aktion gleich
    zweimal hintereinander vorkommt, sorgt doch in der Tat für eine
    schiefe Optik. Daher müsste eine rasche Aufklärung doch sehr in Ihrem
    Interesse sein.

    mfG,
    ritchie pettauer

    PS: ich betreibe kein Forum, sondern ein Weblog.

  • Habe die Mail auch bekommen, an eine Adresse, die ich auch nutze. Ich fand sie immerhin so überzeugend, dass ich in dem Forum auch nach der genannten Domain gesucht habe, hab ich danach aber nicht mehr darum gekümmert. Dennoch gut, dass ich jetzt “restlos” aufgeklärt bin :wink:

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