,

q/talk #2: P2P Tauschbörsen

quintessenzZum zweiten Mal lädt die q/uintessenz zur monatlichen Fachvortragsreihe q/talks, die ihren Fokus auf die Themen Bürgerrechte und neue Technologien richten. Am kommenden Dienstag spricht Mag. Birke Schönknecht zum Thema „P2P-Tauschbörsen – wie eine Lobby pauschal eine Generation kriminalisiert.“

Datum: Dienstag, 31. Juli 2007, 20.00 (Einlass ab 19.00)
Ort: MQ Wien, Electric Avenue, quartier21, QDK Vortragsraum (Übersichtsplan)

Aufklärung tut dringend Not – zumal die Plattenindustrie und ihre diversen Interessensvertretungen aufgrund der höheren Medienbudgets ihre Quatsch-Propaganda quasi ungestört und einseitig verbreiten dürfen. Letztendlich sind Gesetze und Regeln eben ein gesellschaftlicher Konsens – und ob europäische Eltern ihre 14jährigen Kinder wegen ein paar mp3-Downloads tatsächlich im Gefängnis sehen möchten, steht zu bezweifeln.

Der sichere Weg besteht ganz einfach darin, die großteils entbehrlichen und radio-glatten Major-Produktionen zu ignorieren (was ich im übrigen in meinen gap-Reviews schon lange tue) und sich am großen Repertoire direkt oder legal gratis erhältlicher Musik zu bedienen. Nun steht allerdings ein neues EU-Gesetz ins Haus, das rückwirkende Strafverfolgung ermöglichen will:

In Werbespots inszeniert die Verwertungsindustrie ein Horrorszenario mit bis zu zweijährigen Haftstrafen für Benutzer von Tauschbörsen. Nutzer von MP3-Playern wie den iPod, Jugendliche die Musikstücke kopieren und Freunde, die ihre gekauften Videos austauschen, werden durch pauschale Kriminalisierung bedroht. Klagsandrohungen über mehrere Tausend Euro verunsichern uns alle beim Gebrauch moderner Technologie.
Durch eine rückwirkende Speicherung des Benutzerverhaltens soll anscheinend eine „missbräuchliche Nutzung“ zu einem ausreichenden Tatbestand kumuliert werden. Die gesetzlichen Grundlagen zur strafrechtlichen Verfolgung von Konsumenten wurden von den Vertretern der EU-Mitgliedsstaaten am 25. April 2007 beschlossen.

Kann die Major Industrie ihre Büros nicht einfach zusperren und zugeben, dass sie verloren hat? Wenn man die heute gängigen Formatradios aufdreht, könnte man zumindest, was Mainstream-Musik betrifft, dem guten alten Schopenhauer mit seiner schlechtesten aller möglichen Welten ja fast recht geben…

Im Anschluss an den Vortrag gibt’s Gelegenheit zum Diskutieren, für Hand-outs und Erfrischungen ist gesorgt. Für alle peer-2-peer Experten, die sich über die rechtliche Lage informieren möchten und in Wien wohnen, ist dieser q/talk jedenfalls eine Pflichtveranstaltung.

2 comments
louise
louise

danke für die info. gerade wenn es um die rechtlichen grundlagen geht wird es oft undurchschaubar oder erscheint sehr lückenhaft.

gerwin
gerwin

Also in diesem Bereich tut Aufklärung definitiv Not. Solche Veranstaltungen gehören unterstützt :cool:

Trackbacks

  1. mp3-Kopierer sind keine Verbrecher und rauben nicht

    Musikdownload ist definitiv kein Verbrechen, erfuhren die Besucher des letzten q/talks. Und mit Raub meint der Gesetzgeber ebenfalls etwas ganz anderes.