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Subvertandprofit.com: Social Media als Geldquelle

29.07.2007, geschrieben von , 4 Kommentare

subvert Subvertandprofit.com: Social Media als GeldquelleWe have a task for you” lau­tet die Titelzeile jener Mails, mit denen ein rela­tiv neuer Werbedienstleister seine Viral Agents davon infor­miert, dass wie­der mal Stories gediggt bzw. gestum­bled wer­den müs­sen. 50 (Dollar)Cent gibt’s für jeden erle­dig­ten Auftrag von Subvertandprofit.com — damit allein wird man zwar nicht der nächste John Chow, aber die Plattform ist auf jeden Fall eine nähere Betrachtung wert: so leicht hat man noch nie ohne eigene Homepage ein Taschengeld im verdient.

Funktionsweise und Frequenz

Nach erfolg­ter Registrierung muss man erst ein­mal den gewünsch­ten - und/oder StumbleUpon User ange­ben. Daraufhin folgt der Link zu einer Story, die bewer­tet wer­den muss. über­prüft den betref­fende Eintrag und schal­tet dar­auf­hin den Account frei. Ich ver­mute ja, dass dies hän­disch geschieht und nicht etwa durch eine API-Abfrage, denn die Prüfung dau­ert in der Regel meh­rere Tage.

Fortan tru­deln per E-Mail besagte Aufträge ein, die meis­tens ein recht kur­zes Ablaufdatum haben und mög­lichst schnell erle­digt wer­den soll­ten. Das erklärt sich übri­gens durch die Funktionweise: Werber kau­fen ein bestimm­tes Kontingent an Stimmen, wer zuerst kommt, mahlt zuerst: sind die Votes auf­ge­braucht, so ver­schwin­det der Auftrag ohne wei­tere Benachrichtigung aus dem System.

Ein ein­zel­ner Task besteht dabei aus einer Artikelliste im Umfang von drei bis fünf Einträgen. Nachdem man alle Stories beim jewei­li­gen Service bewer­tet hat, klickt man auf den Button “I’m done” und erhält nach erfolg­ter Über­prü­fung die erwähn­ten 50 Cent gut geschrie­ben. Den Betrag, der sich so im Lauf meh­re­rer Aufträge ansam­melt, kann man ent­we­der auf das eigene –Konto trans­fe­rie­ren (Mindestauszahlungssumme: 5$) oder ver­wen­den, um eigene Kampagnen in Auftrag zu geben. Ein Vote kos­tet dabei 1$, min­des­tens 50 und maxi­mal hun­dert kön­nen pro Story ein­ge­kauft werden.

Am dur­schnitt­li­chen Auftrag ver­die­nen die Betreiber 50 Cent — denn nur für einen Link wird bezahlt, die rest­li­chen Geschichten sind zufäl­lig aus­ge­wählte Camouflage aka Verschleierungstaktik: wenn alle Agents die glei­chen Stories dig­gen, so fiele es Plattformbetreibern leicht, Agents aus­zu­sper­ren. Dank der Zufallsverteilung dürfte es aller­dings sehr, sehr schwie­rig wer­den mit der Unterscheidung zwi­schen “ech­ten” und “gekauf­ten” Votes. Für Advertiser bie­tet die Seite im Vergleich zu kon­ven­tio­nel­ler also eine unschlag­bar güns­tige Möglichkeit, für nur 75$ auf die Startseite von Digg zu kom­men. Das macht zwei­fel­los nur Sinn für eng­li­sche Inhalte, beschert aber garan­tiert eine Menge Besucher. Dass sinn­lo­ses Zuspammen mit schwa­chen Inhalten bloß kon­tra­pro­duk­tiv wirkt, wis­sen die Betreiber for­dern daher auch auf, nur Stories zu bewer­ben, die “glaub­wür­dig” wirken:

Do not sub­mit arti­cles that would very obviously never make the front page of Digg. This inclu­des arti­cles writ­ten in lan­gua­ges other than English.

Die Idee funk­tio­niert erstaun­lich gut, ich bin seit rund zwei Monaten regis­triert und habe mich immer wie­der über die ori­gi­nel­len und groß­teils lesen­wer­ten Beiträge gewun­dert, die übri­gens auch dazu füh­ren, dass man gerne mal beim Voten “hän­gen bleibt” und sich dabei ertappt, die ganze Geschichte zu lesen. Die Plattform ver­sorgt ihre Agents nach mei­nen Erfahrungswerten und denen eini­ger Kollegen mit rund 20 bis 30 Aufträgen pro Monat — das heißt, 10 Dollar sind locker drin. Also auch eine Möglichkeit, das eige­nen Serverhosting zu refi­nan­zie­ren. Sollte die Nachfrage stei­gen und das Portfolio wachs­ten, könnte sich das Monatseinkommen des gemei­nen Agenten zukünf­tig aber auch beträcht­lich erhö­hen. Über aktu­elle Entwicklungen rund um das Projekt infor­miert das Black Marketing Blog, in dem einer der Betreiber unter dem Pseudonym “Ragnar Danneskjold” wis­sens­werte Neuigkeiten rund ums Geldverdienen mit Social Media Manipulation veröffentlicht.

Fair Warning: ein leicht ris­kan­tes

Selbstverständlich gou­tie­ren die Betreiber von Social News Plattformen der­lei finanz-motivierte Hacks ganz und gar nicht. Kein Wunder also, dass in der Vergangenheit also immer wie­der mal Digg-Accounts gesperrt wur­den. Subvertandprofit.com ver­wen­det zwar De-Referrer, den­noch würde ich nie­man­dem raten, einen tat­säch­lich benutz­ten Account ein­zu­tra­gen: wer als Viral Agent tätig wer­den möchte, der sollte sich auf jeden Fall die Mühe machen, dedi­zierte Logins für Stumble-Upon und Digg anzu­le­gen. Benutzt man nor­ma­ler­weise Firefox, so emp­fiehlt es sich, für die vira­len Tätigkeiten den Internet Explorer zu benut­zen und vice versa: so kann man die Log-Ins bequem im Browsercache spei­chern ohne dauerende Accountwechsel. Für andere Browser sind die ent­spre­chen­den StumbleUpon Buttons der­zeit noch nicht ver­füg­bar. Stumbleupon selbst macht in den FAQs übri­gens fol­gen­des denk­wür­dige Statement zum Thema recht­li­che Aspekte:

No. Violating a website’s Terms of Use is not ille­gal. Digg or StumbleUpon can, howe­ver, delete your account if they dis­co­ver that you vio­late their Terms of Use. We encou­rage you to vio­late any Terms of Use at your own risk.

Um Accountlöschungen zu ver­mei­den, emp­fiehlt Subvertandprofit län­gere Pausen zwi­schen den ein­zel­nen Diggs sowie das Voten für “unver­däch­tige” Einträge. Zur “mora­li­schen Dimension” der Geschäftsidee kann ich nur sagen: die Seite macht bloß trans­pa­rent, wie leicht hacka­ble der­ar­tige Plattformen sind und rückt den Internet-Hype auf eine gesun­den Maßstab zurecht. ist ein Gut, des­sen Preis erst lang­sam und test­weise bezif­fert wird. Ich sehe S+P daher auch in ers­ter Linie als ein lus­ti­ges Experiment zum Thema Social Media, Glaubwürdigkeit und neue Werbeformen.

Technologisch man­gel­haft

Von der tech­ni­schen Seite her bie­tet Subvertandprofit.com gerade mal das Nötigste, und teil­weise nicht mal dies: immer wie­der gibt es tech­ni­sche Probleme mit der Seite, die anony­men Betreiber schei­nen ihr System nicht so ganz im Griff zu haben: nach der ers­ten Registrierung ver­lor ich mein Passwort und wun­derte mich über die feh­lende Retrieval-Funktion: eine Anfrage an den Support ergab die ver­wun­der­li­che Auskunft, dass die Passwörter ver­schlüs­selt in der Datenbank stün­den und man lei­der nichts machen könne, außer mein Guthaben auf einen neu zu eröff­nen­den Account über­tra­gen. Den alten zu deak­ti­ve­ren über­stieg indes­sen die Fähigkeiten: seit­her bekomme ich eben alle Aufträge doppelt.

Trotz all die­ser Einschränkungen ist Subvertandprofit.com der­zeit völ­lig kon­kur­renz­los und flo­riert ganz präch­tig. Sobald jedoch ein tech­nisch fit­te­rer Anbieter eine Plattform baut, die wei­tere (deutsch­spra­chige) Social News Plattformen ein­bin­det, ein ele­gan­te­res Userinterface und bes­sere Auszahlungsbedinungen bie­tet, dürf­ten die Tage der Plattform wohl gezählt sein. Bis dahin kön­nen aber noch einige Monate ins Land ziehen.

Fazit: Stumbleupon.com bie­tet eine der weni­gen Möglichkeiten, ohne eige­nen Webseite mit ein paar Mausclicks im Monat ein beschei­de­nes Taschengeld zu verdienen.

Verdienst: ca. EUR 10,- / Monat (oder mehr bei ent­spre­chen­der Zunahme des Auftragsvolumens)
Zeitaufwand: 90 Minuten
Subvertandprofit.com — zur Registrierung


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Bisher haben meine Lieblingsleser 4 Kommentare zu "Subvertandprofit.com: Social Media als Geldquelle" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Markus Identicon Icon

    Ich bin auch bei Subvert and Profit aktiv und bis jetzt hab ich immer­hin schon 5$ ver­dient. Das ganze hat mir kaum Arbeit abver­langt, also wunderbar.

    Ich muss dich übri­gens kor­ri­gie­ren:
    “Wenn man davon aus­geht, dass der durch­schnitt­li­che Auftrag aus vier Stories besteht, dann ver­die­nen die Betreiber 4$, von denen sie 50 Cent an den Agent aus­zah­len“
    Aus der Liste ist nur ein ein­zi­ger Eintrag der für den bezahlt wurde. Die ande­ren sind dafür da, den wah­ren Auftraggeber zu ver­schlei­ern und zufäl­lig gewählt. Der Betreiber kriegt also “nur” 50% der Gelder.

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  • Christian Schmidt Identicon Icon

    Auftraggeber zu ver­schlei­ern .….. naja ich denk aber mal nicht das die ande­ren Storys dann ein­fach per Zufall gewählt wer­den, oder? ist ja sonst ver­schenk­tes Geld.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 30. Juli 2007 um 10:06

    @Markus — ach so! Das rela­ti­viert die ganze Sache aller­dings stark, ich werde das im Text dem­ent­spre­chend kor­ri­gie­ren. Und das erklärt wohl auch, warum so viele über­durch­schnitt­lich inter­es­sante Stories dabei sind :mrgreen:

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  • Markus Identicon Icon

    @Christian: Ich will natür­lich nicht aus­schlie­ßen, dass da eventl. ab und zu einem was unter­ge­scho­ben wird. Doch han­delt es sich in der gro­ßen Masse um irgend­wel­che Seiten mit 0 – 2 Diggs/Stumbles (Ich hatte schon Seiten, die ich selbst ein­stel­len musste, also nicht nur voten), die auch nicht wirk­lich danach aus­se­hen absicht­lich dar­ein gestellt wor­den zu sein. Den eigent­li­chen Auftraggeber erkennt man daher meis­tens rela­tiv leicht.

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  • datenschmutz.net (23. August 2007)
    Subvertandprofit: gute Idee, schwach umgesetzt Subvertandprofit setzt eine gute Idee schlampig um - und freut sich mangels Alternativen wöchentlich über neue Aufträge. ...
  • Betrug mit Votes und Diggs - Der Marketingblog zu akpix.de (13. September 2007)
    [...] Funktion versucht, den aufkeimenden Betrug mit Diggs in den Griff zu bekommen. Heute bin ich auf datenschmutz.net auf einen Beitrag gestoßen, in dem um es genau das gleiche Thema geht: Artikelpushen durch [...]
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