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Wie Agloco den gemeinen Surfer reich machen will

Auf Agloco.com gestoßen bin ich via John Chow: das amerikanische Start-Up will die Zielgruppe der Online-Werbung, als den „gemeinen Surfer“, an den Werbeeinahmen beteiligen. Wer die Viewbar-Software installiert, akzeptiert Werbeeinblendungen und erhält dafür am Ende des Monats eine finanzielle Entschädigung.

Agloco ist ziemlich neu und in der Betaphase – die Auszahlungen sollen erst beginnen, wenn sich die Dynamik von Usern und Werbern eingependelt hat. Bereits jetzt gehört das Unternehmen zu den erfolgreichsten Early Start-Ups: weit über 100.000 Surfer haben sich bereits in der Hoffnung auf sagenhafte Reichtümer registriert.

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Zweites Standbein des Agloco-Businessmodells ist das gute alte Pyramidenspiel, im Internet-Jargon elegant-anglifiziert als „Affiliate Marketing“ bezeichnet: wer weitere TeilnehmerInnen ins Netzwerk holt, wird an ihren Einnahmen direkt sowie am Gewinn von deren Referrals indirekt beteiligt. Der jeweilige aktuelle Status dieses Zwei-Stufen Modells präsentiert sich im Agloco-Account wie im Screenshot weiter unten.
Affiliate-Profi John Chow rekrutierte über Blog bereits mehrere 10.000 Teilnehmer – sollte Agloco jemals abheben, darf er sich über ein nettes Zusatzeinkommen freuen. Bereits jetzt lobt der Amerikaner den zusätzlichen Traffic, den ihm seine Postings in den Agloco-Foren bescheren. Die Idee hinter dem Startup ist simpel, die immer liegt die Crux in der Frage begraben, ob sich genügend Werber finden und ob die Quoten attraktiv genug sind, um die an sich lästige Präsenz von Werbung am eigenen Desktop zuzulassen; allerdings muss ich anmerken, dass die sehr dezenten Text-Anzeigen wenig ablenken und durchwegs elegant und unobtrusiv implementiert wurden.

agloco

Natürlich sind bei solchen Tracking-Applikationen Privacy-Bedenken an der Tagesordnung – in Zeiten des Zusammenwachsens von On- und Offline-Applikationen wird der Surfer zweifellos so gläsern wie nie zuvor. Agloco trägt ein kleines Stück zum Puzzle bei, versichert jedoch, auf die Privatsphäre Wert zu legen:

Do You Realize How Valuable You Are?
Advertisers, search providers, and online retailers are paying billions to reach you while you surf. How much of that money are you getting?
You Deserve A Piece of the Action
AGLOCO gets paid by companies to reach our Members through our Viewbar software. We give that money back to you.
Privacy Counts.
Your information will never be sold, rented, or shared with anyone else. Bulletproof privacy is a core commitment of AGLOCO.

Der Agloco Viewbar

Kern- und Drehpunkt der ganzen Agloco-Strategie ist der Viewbar: diese Software gibt’s bei Agloco zum Download (ca. 2 MB). Im Wesentlichen handelt es sich um einen dieser weitgehend sinnfreien Software-Helfer, die sich in Form eines horizontalen Balkens über die Windows-Taskleiste hängen. Im Einzelnen bietet der Toolbar eine gar nicht mal so unpraktische Google-Searchbox und verwaltet alle Internet Explorer und Firefox Favoriten, die Quicklinks zu Taschenrechner und Kalender machen durchwegs ebenfalls Sinn.

Hauptzweck des Progrämmchens besteht allerdings darin, Buch zu führen über das Surfverhalten der TeilnehmerInnen und Ihnen am Ende des Monats Geld zu bezahlen für die Online verbrachte Zeit. Die ist derzeit noch, wenn ich das richtig verstehe, bei fünf Stunden pro Monat gedeckelt. Der Viewbar lässt sich auf Mausklick zum Taskleisten-Symbol verkleinern und auch problemlos wieder deinstallieren – ich kann schlecht einschätzen, wie gut oder schlecht Agloco funktionieren wird, habe ich mich aber ganz im Sinne des datenschmutz-Experimental-Sandkasten Gedankens gleich mal angemeldet – nutzt’s nix, schadt’s auch nix.

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