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Archiv für September 2007

Blogistan Panoptikum Woche 35 2k7

27. August 2007bis2. September 2007

Bei Blogformoney hat Francis Drake in der vergangenen Woche temporär die Kontrolle übernommen und so manchen Piratentrick verraten, der die Schatzkiste schneller füllt als leert. Cipo dagegen hatte es vergleichsweise gemütlich: er reiste durch Tunesien und fand auch dort überall drahtlosen Netzzugang.

Kölsche Barcämperei auf Video

In der ihm eigenen Art und Weise berichtet der elektrische Reporter über das selbstorganisierte Zusammentreffen der Netz-Szene in Köln, genauer über das letzte Barcamp. Das sehen Sie sich am besten selbst an:

Langschwanz entzieht sich dem Blogscout

Schade, dass Dirk Olbertz seinen Blogscout einstellt - das ambitionierte Projekt war als einer von wenigen Sidebar-Buttons immer auf datenschmutz vertreten, doch nun bleibt nur mehr Rivva als Überblickstool über die deutschsprachige Blogosphäre, nachdem man sich vor lauter Charts ja gar nicht mehr auskennt. [via Frank Helmschrott]:

Ich wollte mit Blogscout einen Wegweiser für die Blogosphäre schaffen. Diesem Anspruch kann ich aber nicht ansatzweise gerecht werden. Die breite Masse - oder auch "Longtail" - ist entweder gar nicht bei Blogscout vertreten, oder ist unterrepräsentiert.

Mit anderen Worten Mailme-Snippets und Codes bitte entfernen, der Blogscout ist leider nicht mehr; dabei haben mir besonders die Lokalisierungs-Funktionen dort immer so gut gefallen; zur Erinnerung ein kleiner Snapshot meiner Hood:

blogscout

 

Lebensziele eines Internet-Millionärs

Wenn ein Internetmillionär Listen mit seinen Lebenszielen erstellt, dann muss ja wohl "Mit 50 zur Königin von England geadelt werden" draufstehen. Bedrohung der deutschen Charts

Nein, diesmal ist nicht die Rede davon, dass die Six Angels oder Schanett Biermann verhungern müssen, weil so viele evil kids mp3s aus den peer2peer Tauschbörsen raussaugen. Es geht vielmehr um die Bedrohung der deutschen Blogcharts durch die deutschen Piraten Blogcharts. Leon hat einen großartigen Kommentar zu Causa verfasst, mein Lieblingszitat daraus:

Und so wurden schon kurze Zeit später die "Deutschen Piraten Blogcharts" veröffentlicht. Wie die funktionieren? Genauso wie die „Deutschen Blogcharts"-bloß ohne menschliches mitwirken und total automatisch. Gezählt wird bloß die pure Verlinkung basierend auf den Daten von Technorati. Mehr nicht. Man könnte also auch sagen die "Deutschen Piraten Blogcharts" sind die Gonzo Charts der deutschen Blogosphäre: Reduziert aufs Wesentliche.

Die Gonzo Charts der deutschen Blogosphäre! Schöner hätten wir zwei bösen Österreicher das auch nicht formulieren können. Übrigens beantwortet diese Aktion auch die Frage, warum .at wider internationale Tradition gemeinsam mit einem Schurkenstaat wie der Schweiz die kommende Fußball-EM ausrichtet: Österreich ist selbst ein Schurkenstaat! Ein Sumpf, ein Teich, ein Meer, in dem Piraterie sozusagen geradezu von offizieller Seite nicht nur geduldet, sondern gefordert wird. Kurzum: für Menschen mit Papageien auf der Schulter das ideale Lebensumfeld.

Jeder Blogtag ist ein Tag

Am 31. August war anscheinend Blogday, wie ich bei Karin las. Verpasst, Mist! Naja, was soll's, hier auf ds ist sowieso jeden Tag Blogtag. Beziehungsweise wär ich an den Anforderungen des größten Karnevals aller Zeiten sowieso gescheitert:

one long moment on August 31st, bloggers from all over the world will post recommendations of 5 new Blogs, preferably Blogs that are different from their own culture, point of view and attitude.

Ey, Moment mal - das machen wir doch eh andauernd mit so Dingen wie unseren Technorati Spielchen und den deutschen Piraten Blogcharts! Und außerdem geht morgigentags die montägliche Blogvorstellungs-Runde weiter, die vergangene Woche startete. Also wie gesagt: every day is blog day am Schiff der Social Media Piraten! In diesem Sinne wünsche ich allen LeserInnen großartige 21 Restsonntagsminuten - bis morgen.

Die Kolumne #79 (August 2007)

Die Kolumne erscheint regelmäßig in the gap.
Diesmal: Einer vermietete Plakatwerbeflächen außen am Kuckucksnest
"Polizist und Einlauf?" fragte Brigitte lauernd und mit jenem siegessicheren wackeln beider Brüste, das ihr für immer den Weg zum Pokerprofi versperren würde. "Gendarmspülung! Der war nicht mal so schwierig, aber du schaust in letzter Zeit zweifellos zu häufig Ernährungsberatungssendungen auf österreichischen Privatsendern", machte ich Brigittes Hoffnung auf Sieg nach Punkten schneller zunichte als Paris Hilton jegliche interessanten Aspekte der Pornographie.
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Markt.de: Kleinanzeigen im Überfluss

markt.deMarkt.de hat sich ganz der guten alten Kleinanzeige verschrieben und zieht alle Register komfortabler Bedienung. Durchdachte, regionalisierte Suchfunktionen und übersichtliches Layout sorgen für Orientierung. Das Schalten der Anzeigen (mit Ausnahme von Immobilien) ist sowohl für "ich suche" als auch "ich biete" völlig kostenlos, neben der Marktplatzfunktion liegt der Fokus auf der Kommunikation der Nutzer untereinander.
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Ciao, Blogscout – danke für die guten Ideen!

blogscoutDirk Olbertz schloss kürzlich seinen beliebten Blogscout-Service. Die Diskussion zur Bekanntgabe uferte sofort aus und zeigt, wie beliebt der Service eigentlich war. Der Betreiber selbst empfiehlt Rivva als Alternative; ich persönlich mochte an Blogscout vor allem die extrem schnellen Reaktionszeiten und die sehr praktische Kartendarstellung; ein so praktische Tool musst erst mal wieder gecodet werden.

Kommerzialisieren und/oder an jemanden übergeben möchte Dirk sein Baby nicht:

Ich wollte mit Blogscout einen Wegweiser für die Blogosphäre schaffen. Diesem Anspruch kann ich aber nicht ansatzweise gerecht werden. Die breite Masse - oder auch "Longtail" - ist entweder gar nicht bei Blogscout vertreten, oder ist unterrepräsentiert.
Durch die Erfahrungen, die ich bei Blogcensus.de gemacht habe, glaube ich inzwischen, dass ein Dienst, der nur darauf basiert angemeldete Blogs zu erfassen und auszuwerten, dem Anspruch eines Wegweisers durch die Blogosphäre nicht gerecht werden kann.

Jedes registrierte Blog hat übrigens Zugriff auf die eigenen Zahlen - Dirk stellt die Tabellen unter blogscout.de/stats zur Verfügung. Dass ausgerechnet die Alpha-Blogger BS als Spielzeug für sich entdeckt hatten, ist allerdings keineswegs untypisch: ganz konträr zur weit verbreiteten Ansicht, dass sich "gute Inhalte schon von allein durchsetzen", besteht das Format Blogging seit Anbeginn aus einer Kombination von Schreibfreude und Medientechnologie-Affinität: Fitness im Umgang mit Aggregatoren und Suchmaschinen bringt kleinen Blogs im Zweifelsfalls mehr Traffic als ein noch so toller Artikel, den niemand findet. Diese Behauptung deckt sich auch durchwegs mit der Beobachtung, dass so gut wie alle erfolgreichen Blogs sehr technik-affine Autoren oder Webmaster haben und bei den wichtigen SEO-technischen Fragen so gut wie nie patzen. Jeder Algorithmus hat nun mal so seine Schwächen, und Dirks Erfahrung ist für mich ein weiterer Beweis für die Tatsache, dass eine qualitative Wertung auf automatisiertem Wege letztendlich nicht zu leisten ist.

Die Nachricht verbreitete sich natürlich wie ein Lauffeuer kreuz und quer durch ganz Blogistan.

Bobbes.de verweist auf eine Alternative für die Kartendarstellung, und zwar GeoURL:

- als erstes die eigenen Koordinaten besorgen.
Entweder mit einem GPS vor der Haustür oder mit Multimap.com
- dann die Daten bei GeoURL eintragen
und schon kann man die eingetragenen Blogs in seiner Nähe aufrufen.

Und Franz ist inzwischen Fan von Clicky - vor allem die Echtzeit-Statistik ist ein Bonus, mit dem Analytics nicht aufwarten kann. Eine umfangreiche Liste mit weiteren (teils kostenpflichtigen) Statistiktools für alle, die jeden Teilaspekt ihres Blogs genau im Auge behalten wollten, hat ReadWriteWeb zusammengestellt.

Piraten an Bord! Das Chart-Update.

Dass die Blogpiraten vor nichts halt machen, lässt das Establishment spätestens seit dem Launch der deutschen piraten blogcharts vor Furcht erzittern. Mittlerweile hat Technorati ein paar weitere Reaktionen gefunden... und wir brüten weiter piratenhafte Rankings aus und haben auch ansonsten noch so einige Spielchen mit dem Wäbsweinul vor!

Und andere Teufeleien... doch davon nächste Woche mehr. Nur soviel sei verraten: man kann nie genug Rankings haben, denn auch 1000 Reporter kochen nur mit Wasser. 1000 Piraten aber kochen mit Rum - mehr soll einstweilen nicht verraten werden. Freetagger Philipp wird jedenfalls zukünftig öfter mal bei uns vorbeisegeln (das zahlt sich übrigens aus - wir haben noch einige Updates in petto...), Herr Hollemann findet die Diskussion genau wie wir durchwegs erheiternd, der Navigator macht's kurz und bündig, monochrom hätte daran nicht gedacht und Xsized freut sich über den 1. Platz.

Blögtail statt Longtail: Comdao lädt zur Vernetzung

5. September 2007
20:00bis23:00

bloeggerBlögger.at, eine Initiative von Comdao, soll nach dem Willen der Initiatoren die Vernetzung der österreichischen Blogosphäre vorantreiben. Und zwar durchaus nicht nur im Web, sondern auch in der Welt 2.0. Der erste Streich besteht in der Organisation eines Treffens in Wien.

Ich glaub ja nicht an Ländergrenzen quer durch Blogistan; die Sprache ist das entscheidende Kriterium. Zwischen .de, .at und .ch zu differenzieren macht imho wenig Sinn: lokalbezogene Infos sind ein Sonderfall, aber hier auf datenschmutz zum Beispiel hab ich wesentlich mehr deutsche als österreichische Leser. Eines allerdings würd ich jederzeit unterschreiben: die Blogger können sich nicht wie Münchhausen weiland selbst, sehr wohl aber gegenseitig an den Haaren des jeweils anderen aus dem Sumpf der Mainstream-Bedeutungslosigkeit herausziehen. Sprich: Blogs leben nun mal von Vernetzung, und Ideen lassen sich zwar auch über Instant Messenger wälzen, aber das gute alte Face-to-Face Schwätzchen hat eben auch so seine Qualitäten. Und so liest sich die Missionsbeschreibung:

Ein unkomplizierter Treffpunkt für Blogger, Blog-Leser und Interessierte, angehende Blogger und klassische Medienleute. Ziel ist die Schaffung eines unkomplizierten Raumes zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch, für Networking und Ideensuche.

Die facts:

  • Blogtail *Vienna #1
  • bandini's Cocktailbar, Mahlerstraße 9, 1010 Wien
  • 5. September 2007, ab 20:00 Uhr

Speziell für unseren Blogtail gibt es einen gleichnamigen Blogtail Cocktail zum Sonderpreis von 5 Euro :)

Na denn - prost! Ich weiß noch nicht, ob ich am 5. September in Wien bin, aber falls ja, dann werd ich auf jeden Fall vorbeischauen; es könnte durchaus voll werden, denn Hannes hat eine Menge Einladungen verschickt.

Das älteste Affiliateprogramm der Welt

Auf Shoemoney gibt's einen großartigen Beitrag über Marketing im ältesten Gewerbe der Welt, der einmal mehr deutlich zeigt: Profitable -Businesses funktionieren auch nicht anders als die tradionelle Offline-Verdienerei, im Warenkorb liegen allerdings zunehmend mehr virtuelle Güter.

So ein Gepräch mit dem Taxifahrer in Las Vegas kann ganz schön aufschlussreich sein:

The last time I was in Vegas I was chatting with this cab driver and I was asking him how much they get for taking people to the strip clubs. He was telling us that he gets about $60 PER PERSON on average. He also said it was seasonal and the price fluctuated. He also went on to say that when a new club opens up they will pay as much as $100 a person and that will force the other clubs to pay higher to keep people coming in.

Außerdem exisitiert in der Nähe von Vegas eine Institution mit dem recht selbsterklärenden Namen Bunny Ranch, und man muss nicht Hugh Hefner heißen, um dort ein paar Stunden zu verbringen, aber über eine gut gefüllte Geldtasche sollte schon verfügen, dann freut sich auch der Chauffeur:

"We get 30% of whatever the person spends while at the ranch and we get comped free drinks while we wait", the cabby told us. I asked him about other kickbacks and he said just about every hooker had a kickback system setup with cab drivers. Basically the cabby would get a kickback for recommending a certain hooker.

Zu Recht fühlt sich Jeremy dabei an die Welt des Online-Affiliatemarketing erinnert: auch hier sind sowohl fixe Payouts als auch prozentuelle Beteiligungen an der Tagesordnung - genau wie saisonale Schwankungen. Jetzt kennen wir als endlich das Business-Modell Vorbild aller Marketing-Beteiligungmodell.

medien.kultur.technik: Medienforschung und Web 2.0

Nach mehreren Jahren der Fachtutorientätigkeit halte ich im kommenden Wintersemester meine erste Lehrveranstaltung als Univ. Lektor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft Wien, wo ich derzeit auch mein Doktorat schreibe. In der AT-KFOR (Arbeitstechniken Kommunikationsforschung) stehen jene Soft Skills im Vordergrund, die ein Medienforscher in der täglichen Kommunikationspraxis benötigt.

Es geht also um die Konzeption von Vorträgen, um Visualisierung, Rhetorik und Gruppenkommunikation, oder, wie ich es im Vorlesungsverzeichnis formuliert habe:

Die AT-KFOR fungiert einerseits als theoretische Grundlagenschulung zum Thema und andererseits als "Experimentallabor", in dem die Präsentation selbst im Vordergrund steht: in ausgiebigen Feedbackrunden und Reflexionsgesprächen sollen die TeilnehmerInnen ihre Stärken und Schwächen kennen lernen und ihre Präsentationstechnik verbessern. Oder, um mit Heinz von Förster zu sprechen: wir konstruieren selbstbezügliche Regelkreise und beobachten deren nicht-trivialen Output.

Am Wiener Publizistikinstitut existieren seit Jahren zwei Vorlesungsverzeichnisse, einerseits das offizielle, andererseits das sogenannte "Krivo", kurz für "kritisches Vorlesungsverzeichnis". Ersteres ist Sache des Instituts, um zweiteres kümmert sich die Studienrichtungsvertretung. Die Vortragenden werden von der Studienrichtungsvertretung (der ich in grauer Vorzeit auch angehört habe) aufgefordert, kurze Kommentare zu verschiedenen Aspekten der Kommunikationswissenschaft zu schreiben - ich habe mir in ganz komprimierter Form Gedanken gemacht zum das Thema "Web 2.0 und Kommunikationswissenschaft" - denn das McLuhan'sche immersive Mittendrin wird immer deutlicher und zu einer Konstante, die in unserer Wissenschaft permanent mitreflektiert werden muss. Meiner p.t. Leserschaft möchte ich den betreffenden selbstverständlich nicht vorenthalten:

Web 2.0 und Medienforschung: medien.kultur.technik

Web 2.0 lautet ein dieser Tage häufig zitiertes Schlagwort. Im Glanz neuer Medienformate und wirtschaftlicher Erfolgsstorys wie FlickR, myspace und youtube scheinen amerikanische Corporations mit klaren Gewinnmaximierungszielen jenes Mitmach-Internet etabliert zu haben, von dem die Medientheoretiker Anfang der 90er Jahre auf Konferenzen schwärmten.

Während Werbung und PR mit Höchstgeschwindigkeit auf veränderte Nutzungsgewohnheiten reagierten, hat die Kommunikationswissenschaft bislang erst zögerlich von neuen Tools Gebrauch gemacht: die medieninhärente, bei jedem Web-Server standardmäßig mitlaufende genaue Auswertung aller Besucher, ihrer Herkunft, ihrer Aufenthaltszeit etc. müsste doch das Herz eines jeden quantitativen Sozialforscher sofort höher schlagen lassen: zum ersten Mal in der Geschichte liefert ein neues Medium alle quantitativen Nutzungsdaten nahezu frei Haus mit - Grundgesamtheit statt Stichprobe, Google Analytics statt Teletest. Doch so auskunftsfreudig sich die neuen Medien in punkto Quantität geben, so wenig verraten sie zum jetzigen Zeitpunkt über die tiefgreifenden qualitativen Veränderungen im Mediensystem, die auf mittelfristige Sicht durch many-to-many Architekturen alle Bereiche erfassen. Die weit offenen Mitgestaltungsmöglichkeiten und das Paradigma des Do-it-yourself Web verändern nicht nur die ökonomischen Rahmenbedingungen medialer Produktion - sie verdeutlich McLuhans Paradigma von einer Medienwissenschaft, deren Forschungsfeld zugleich ihr Werkzeugset ist.

deutsche piraten blogcharts: die Fortsetzung

Jener Artikel, der nun den schönen Titel Max Kossatz und Ritchie Pettauer kopieren Design von deutscheblogcharts.de trägt, hieß vor wenigen Stunden noch Warnung vor Max Kossatz und Ritchie Pettauer, wie der Permalink verrät. Jan versteht trotzdem noch immer nicht, worin eigentlich die Pointe begraben liegt. Aber kein Wunder - so viel aufopferungsvolle Sicht kann schon mal den Blick für die vielbeschworene Demokratisierung trüben. im übrigen an Frank Helmschrott, den Mitbegründer des deutschen Blog Schwanzvergleichs, für seinen Beitrag:

Jens Schröder macht sich mit den originalen DBCs eine Arbeit, die ich mir offen gesagt schon lange nicht mehr gemacht hätte. Die Aussage die dahinter steckt wurde zahlreich in Frage gestellt und letztlich vermittelt sie ein Bild der sog. deutschen Blogosphäre, dem sie teilweise selbst nicht gerecht wird. Was für ein Blog ist schon besser oder beliebter als ein anderer? Wenn nur eingehende "echte" Links eine Rolle spielen, wie wichtig sind dann noch Leser oder der Grund warum sie den Blog lesen? Um ganz ehrlich zu sein brauchen wir keine der Toplisten so wirklich.

Da kann ich nur zustimmen, und die Aggregationsfunktionen von Dirk Olbertz' Blogscout sind extrem gut durchdacht und kommen meiner Vorstellung von Blog-Aggregation um Meilen näher als irgendwelche oberlehrerhaften Listen. Und zugegeben: die Layout-Ähnlichkeit bzw. Mimikry ist eine der ältesten Taktiken zur Generierung von Aufmerksamkeit; natürlich können wir auch gaaaanz anders. Aber, wie Max bereits geschrieben hat:

die sogenannte blogsphaere (die, laut technorati eine miniszene ist, so gibt es nur rund 300 blogs mit "viel authority" (wenn man diese "kennzahl" jetzt hernimmt) bei technorati auf deutsch, da muss man rund 120 zeitungen, etc. abziehen, das ist ech wenig fuer rund 100 Millionen menschen) muss endlich begreifen das es keinen sinn mehr macht nur die ganze zeit ueber sich selber zu referenzieren.

hier sind neue ideen gefragt um den naechsten schub einzuleiten, deswegen nochmals fuer diesen beitrag! lauyout und design spielen bei solchen problemen, genauso wie beleidigungen und warnungen, keine rolle.

warnung

Aber nicht genug mit der Umbenennung: Michael, der Autor, schließt auch gleich noch zugehörigen Diskussionthread mit den knappen Worten:

Max/Ritchie: Da es nun wohl doch von Euch eingesehen wurde, dass nicht nur bloß eine Word-Tabelle kopiert wurde, und Ihr das Design angepasst habt, habe ich nun den oben stehenden Artikel aktualisiert und die Warnung aufgehoben.
Außerdem schließe ich damit auch die Diskussionen hier.

Gar nix haben wir eingesehen! Es ging von Anfang nie um das Layout, obwohl sich die Mimikry als wesentlich probateres Mittel zum Generieren von Aufmerksamkeit erwiesen hat als erwartet. Nun gut, wir haben die Farben invertiert und die Schriftart geändert, den schließlich macht sich auch die Piratenflagge weiß auf schwarz besser. Damit wäre der Vorwurf des Designklaus "aus der Welt geschafft", was immer das heißen mag, aber wie Cordobo völlig richtig schrieb:

Hmm, ich habs als Parodie gesehen. Und ich glaube als solche war die Seite auch gedacht, wenn man sich die FAQ ansieht.

A propos Warnungen - dieser Screenshot bekommt einen Ehrenplatz auf meiner Festplatte: die erste Manifestation des verbreiteten Piratenschreckens! Sogar auf Rivva haben wir bereits eine umfassende Kollektion bekommen! Und der Upload-Podcast, den ich hier an dieser Stelle gerne remixed hätte, darf leider nicht veröffentlicht werden, wie Jan mitteilte. Naja, was soll's -he's kickin' it old school, aber ich hätte "ich find's eine Frechheit!" zu gern mit ein paar Breakbeats unterlegt. Der Herr Blogpimp wundert sich ebenso wie wir über die "transparenten Filtermechanismen" des "Originals":

Und noch was ist mir aufgefallen, bei den Piraten tauchen Blogs mit teilweise über 2000 Backlinks laut Technorati auf, die in den deutschen Blogcharts gar nicht vertreten sind. Und das, obwohl sie offensichtlich keine Templates, Plugins oder ähnliches anbieten. Da fragt sich der brave Blogbetreiber, wie denn die Filter der Deutschen Blocharts programmiert sind, und wen man verlinken muss, damit die Filter einen mögen?

Michael kopiert ebenfalls oberdreist das Layout mit seinen Smiley Blogcharts. Das fand ich zuerst überhaupt nicht okay, aber dann musste ich wieder an Nikos Präsentation auf diesem Designkongress vor Jahren denken - also letztendlich haben wir's doch noch geschafft, Webpublishing via Word zum Trend zu adeln!

smiliecharts

Naja, jedenfalls sollte man Diskussion nicht an dem Punkt schließen, wo sie beginnt, interessant zu werden... die deutsche Blogosphäre wird sich wie weiland Münchhausen an den eigenen Haaren immer weiter nach oben ziehen! In diesem Sinne: auf das neue Design der deutschen piraten blogcharts!

Blogvorstellungen: NanoPub und Lisa Neun

Mit diesem Beitrag starte ich eine neue Serie - in wöchentlichem Abstand werde ich jeweils am Montag ein bis drei Blogs hier vorstellen. Auf die Idee gebracht hat mich Max' Kommentar zum Thema Blogvernetzung, ausgelöst durch unsere Blogcharts-Parodie. Den Auftakt machen NanoPub und Lisa Neun.

Max Argumentation hat ja einiges für sich; zu den 2k ist's dennoch ein weiter Weg, aber irgendwo muss man ja jenseits von karnevalistischen Blogketten mal anfangen:

vielleicht kann man das ganze mal als anregung nehmen neu zu denken, mehr miteinander zu machen und nicht immer jeder gegen jeden spielen (wo dann immer gleich der moralische zeigefinger kommt).
wieso gibt es genug englische blogs die 7000 authority haben aber nur ganz wenig deutsche mit 2000 (wenn man schon sowas als "vergleich" her nimmt)?

In diesem Sinne - viel Spaß mit den Blogvorstellungen; wer hier gerne was über sein eigenes Weblog lesen möchte, die oder der hinterlasse einen Kommentar. Aber bei sovielen Mikropublishern wird mir der Stoff schon nicht so schnell ausgehen :mrgreen:

NanoPub. Die Nanopublishing-Bar

Das Mission-Statement, zu finden im About-Bereich, ist bei NanoPub klar formuliert:

Die Informationen im NanoPub sollen eher dem "kleinen" Blogger, den "kleinen" Blognetzwerken helfen, die keine Hemmungen haben, durch die Inhalte, die sie produzieren, auch Werbeeinnahmen zu produzieren.
Außerdem sind wir hier in der Nanopublishing-Bar. Es darf diskutiert und sich ausgetauscht werden, Neuigkeiten werden verbreitet, man trifft Freunde und lernt neue kennen. Und ab und an gibt's vielleicht auch mal einen Show-Act ;-)

Betrieben wird Nanopub von Jan Tißler, der auch für's Upload Magazin verantwortlich zeichnet, gegründet hat das Projekt Marcus Puchmeyer im August 2006. Leser sind ausdrücklich aufgefordert mit zu machen, denn NanoPub ist ein Teamblog und lebt von der Abwexlung. Von wem welcher Beitrag stammt, ist allerdings nicht klar - bei einem solchen Teamprojekt wäre die Anzeige des Autorennamens, die bei Ein-Personen-Blogs natürlich völlig sinnlos ist, durchaus praktisch. Ich bin erst vor kurzem auf die Seite gestoßen - was NanoPub.de von all den anderen Blog-Ratgeber Blogs abhebt, ist der erfrischende, witzige Schreibstil. Potentielle Feedreader sollten mit 2-5 Beiträgen pro Woche rechnen.

NanoPub

 

Lisa Neun

fernseherDie meisten BloggerInnen (including me) beschränken ihre publizistische Tätigkeit auf das Texten und streuen ab und an ein Foto ein. Nicht so Lisa Neun: die gebürtige Wienerin, die mittlerweile in Erlangen lebt, erlebte die typische Superhelden-Kindheit:

In jungen Jahren verletzte Sie sich an einer radioaktiv verseuchten Füllfeder und verwandelt sich seitdem regelmäßig in Toon Girl. Mit Ihrer Tooncam fotografiert sie Ihre Erlebnisse.

Mit der Tooncam, Sie ahnen es bereits, sind Lisas meiner bescheidenen Meinung nach grandiose Comic Strips gemeint. Ich bin vor einigen Monaten durch einen typischen Internet-Zufall auf das Blog gestoßen und delektiere mich seither regelmäßig an den farbenfrohen Figuren im unverkennbaren Lisa-Stil. Da wird auch mal die Dachrinne zur Bühne... es könnte ja sein, dass Lisa ihre Zeichnung offline malt und einscannt, aber ich vermute ja fast, dass ein Graphiktablett zum Einsatz kommt - aber wie auch immer: ich hab meine Lieblings-Blog-Cartoonistin gefunden. Nebenstehend eine ihrer Interpretationen zum ewigen Mann/Frau Beziehungsdrama.

Lisa Neun

Blogistan Panoptikum Woche 34 2k7

20. August 2007bis26. August 2007

Warnung an alle, die ihr Blog nur sich selbst und Blutsbrüder/-schwestern schreiben: irgendwie geriet diese Ausgabe ein wenig seo-lastig. Aber kein Wunder, bei so tollen neuen Tools wie dem Keyword Finder. Andererseits lauern im Netz auch viele Gefahren, unter anderem Captain Jean Lafitte - vor ihm und seinem Kumpan Max warnt Michi eindringlich. Mehr zur Affäre, welche die deutsch-österreichischen Beziehungen bereits nachdrücklich zu belasten beginnt, in der aktuellen Ausgabe des Upload-Magazin Podcasts.

Wann wird Linktausch exzessiv?

Wohl kaum ein Thema erregte die p.t. SEO-Blogosphäre in den letzten Wochen so sehr wie Gugls Backlink-Policy Update. Hieß es dort doch vor kurzer Zeit noch:

Examples of link schemes can include:
Link exchange and reciprocal links schemes ("Link to me and I'll link to you.")

Nun hat Big G anscheinend eingesehen, dass das direkte Verbot jeglichen Linktausches wohl doch ein wenig weit greift - und der AGB-Texter durfte exzessivst nachbessern:

Examples of link schemes can include:
Excessive reciprocal links or excessive link exchanging ("Link to me and I'll link to you.")

Wann der Exzess beginnt, bleibt einstweilen offen. Die österreichischen Politiker, die sich Gedanken über das Problem der "Komatrinkerei" machen, könnten da sicherlich so einige zur Diskussion beitragen. [via Internetmarketing-News.de]

Zeit für einen WordPress-Krimi

Wenn das eigenen Blog aus dem Google-Index verschwindet, dann hat der Webmaster entweder zuviel Blackhat betrieben oder in sonstiger Weise den Webmaster Guidelines zuwider gehandelt. Oder er wurde, wie im Fall von Justinsomnia, Opfer eines sehr üblen Hacks, der ohne konkrete Verdachtsmomente sehr lange unbemerkt bleiben kann. Genau genommen handelt es sich um eine Code Injection ins Template, die allen Searchbots Spam-Seiten vorsetzt - klischeehafter Weise scheint ein Russe Urheber des Ärgernisses zu sein:

Continuing down through the search results we find his latest website, www.vadiaz.com with a resume up-to-date as of September 2006, describing him as working for a company called "SEM Professional" in Israel. Apparently he worked for Microsoft from 2003-2006 just before deciding to engage in criminal activities. Ironic.

So denn: immer wieder mal ftp- und andere Passwörter ändern und unbedingt am Ball bleiben mit WordPress Updates...

O'Reilly broschiert das Web Zweinull

Ja klar, natürlich ist massig Eigen(verlags)Werbung mit drin, aber trotzdem lohnt sich ein Durchstöbern O'Reillys neuer Web 2.0 Broschüre, wie auch Webthreads und Thomas befinden:

Natürlich ist in dieser Broschüre auch viel Werbung für eigene Bücher zu finden.

Sicher gute Werbung für kostenpflichtige Bücher des Verlags, aber dennoch ein interessanter Überblick über das Web 2.0.

Da schließ ich mich an - wer lieber im Browser liest, für den gibt's auch eine Online-Version. Im Übrigen bleibt mir nur, Ihnen einen wunderschönen Restsonntag zu wünschen, ich zieh mich jetzt erst mal auf die Kommandobrücke zurück und schmiede neue Piratenpläne, denn ein Platz in den

37 BloggerInnen zeigten ihre Welt

Leons Blogprojekt Zeig uns deine Welt ist zu Ende. Dass Francis, der ja auf den Kapverden wohnt, mit seinem Fensterblick auf's Meer den Preis für den schönsten Arbeitsplatz gewonnen hat, verwundert bei dieser Aussicht keineswegs. Da kann mein gehörnter Monitor wirklich nicht mithalten...

Wer besonders viel oder wenig aufräumt, bleibt ebenfalls kein Geheimnis mehr, und eines hat der Karneval deutlich gezeigt: so unterschiedlich wie Themen und journalistisches Selbstverständnis sind die Arbeitsplätze der deutschsprachigen Blogger. Für Statistikfreunde hier der quantitative Outcome:

37 Blogger haben mitgemacht und den interessierten Besuchern einen Blick auf ihren Schreibtisch/Arbeitsplatz gewährt. Die Texte, die zu den Bildern geschrieben wurden füllen 942 Zeilen, bzw. 21 Seiten. Es wurden 7,650 Worte geschrieben und insgesamt 41,140 Zeichen getippt.

Nähere Details gibt's auf den Seiten der einzelnen TeilnehmerInnen:

d.kay – Musik kommt nicht von außen

dkayWährend für viele Hobby-DJs Drumandbass nicht mehr als eine flüchtige Affäre bleibt, geht die mittlerweile zehnjährige Beziehung des Wiener Produzenten und DJs d.kay wesentlich tiefer: rechtzeitig zum Dekaden-Jubiläum veröffentlichte der einzige Full-Time Breakbeat Producer dieses Landes sein Debut-Soloalbum "Individual Soul" - der richtige Anlass für eine Titelstory in the gap, die ich für die aktuelle Ausgabe geschrieben habe. Und weil das Internet im Gegensatz zu Print keine Zeichenbeschränkung kennt, gibt's hier die Vollversion der im Heft leicht gekürzten Geschichte des Wiener Breakbeat Producers. Aber damit nicht genug der digitalen Vorzüge: David hat mir die unten eingebauten Snippets zur Verfügung gestellt - und die sagen mehr als tausend Worte. Hier erstmal ein Snippet aus meiner Lieblingsnummer, dem Opener des Albums - Golden Hands:

Musikvideo: Adobe Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Piratendaten: die etwas anderen deutschen Blogcharts

Actio und Reactio: man könnte meinen, die deutschen piraten blogcharts seien eine Reaktion auf Jensens manuelle Filterung. Damit läge man gar nicht mal sooo falsch; in erster Linie geht's uns allerdings um die gute alte Relativitätstheorie. Nein, nicht e=mc2. Sondern: jede Wertung ist relativ.

Jens dürfte sich schon ein klein wenig geärgert haben, lässt sein Sprachductus vermuten:

...zeigt der Versuch der "deutschen piraten blogcharts" (Deppen-Leerzeichen stammt nicht von mir) vor allem eins...

...Jener Herr Kossatz, der sich gern auch als Geschäftsführer, Gesellschafter und Entrepreneur bezeichnet,...

...Grund genug für Herrn Kossatz, mit meinem Layout und zweifelhafter Domain eigene "blogcharts" zu bauen. Ob auch noch Herr "Datenschmutz" mit dabei ist, oder ob seine Ankündigung von neulich noch eine weitere tolle Liste ans Tageslicht bringt - ich bin gespannt....

Die Spannung sinkt - denn der Herr datenschmutz - genauer gesagt: der Herr Captain Lafitte - ist mit an Bord, was wir alle hier mehr oder weniger freiwillig miterleben, ist der neueste Streich der Social Media Piraten. Diesen subversiven Ernstvögeln ist bekanntlich nix heilig außer ihrer Buddel voll Rum. Den Vorwurf der dreisten Kopie allerdings verstehe ich nicht ganz: worin genau liegt bei einer schwarz-auf-weiß Liste mit 1 Pixel Rand rund herum die Einzigartigkeit? Oder haben diese Schelme womöglich absichtlich ein wenig Verwexlungsgefahr eingebaut? Genau wird man es wohl nie erfahren, fest steht nur: die deutschen piraten blogcharts werden täglich frühmorgens (während der Hundswache) neu erstellt, alles Weitere wissen die FAQs.

Am schnellsten hat uns Yoda's Blog entdeckt, der aber bekanntlich ja auch über entsprechende Force-Talents verfügt. Außerdem hab ich gerade gelesen, dass der Autor eine Reise zum Barcamp Wien plant - ich freu mich schon drauf, einen meiner all-time Lieblingsblogger mal persönlich kennen zu lernen. @Yoda: biete mich gern an für eine Stadtführung, ich bin als gebürtiger Tiroler zwar selbst nur "Zuagraster", aber nach 10 Jahren Wien kann ich zumindest den 1. vom 21. Bezirk unterscheiden. Meistens.

Die Webjunkies fühlen sich einerseits in den Kindergarten versetzt, ehren uns aber andererseits durch den uns unterstellen Einfluss auf :

Da braucht sich im Endeffekt auch niemand wundern, warum die deutsche Blogosphäre nicht wirklich ernst genommen wird. Vor allem weil die Gründung einer zweiten Liste im krassen Gegensatz zur der allseits beliebten Aussage: "Ich blogge eh nur für mich!" steht. Das kann ja so nicht stimmen, wenn alle Welt geil darauf ist, doch in irgendeiner aufzutauchen.

Zweiteres allerdings ist eine unzulässige Unterstellung, der ich vehementest widersprechen möchte: wir haben seinerzeit weder the gap noch medianexus.net gegründet, um unsere eigenen Texte zu lesen. Ich arbeite auch nicht als Journalist, um mir ein paar Belegexemplare ins Regal zu stellen. Und ich blogge für die Leser. Für Rum und Ähre. Nicht für mich selbst!!! Bloggen is' ja kein Computerspiel... Vollkommen richtig dagegen liegt der Blogclub mit seiner Vermutung:

Dies ist offensichtlich passiert, weil nicht alle BlogOwner mit der Wertung, welche Jens über die Technorati-Daten stülpt, einverstanden sind. Mit der Piraten-Site der deutschen Blogcharts will man wohl ein Gegengewicht legen.

Und gegen die Zusammenfassung der Ereignisse auf Dimension2k kann ich auch wenig einwenden:

...allerdings zeigt die gesamte Diskussion doch recht gut, das ein System, in welchem man Popularität aufgrund von Verlinkungen aufbaut nicht funktionieren kann, ohne das man A oder B benachteiligt. Von daher haben eigentlich beide Systeme ihre Daseinsberechtigung, sofern die der jeweiligen Liste zugrunde liegende Filterung ersichtlich und für alle klar verständlich ist.

Die Prinzess dagegen weiß noch nicht so ganz, was sie von der Sache halten soll:

Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, ob mich das nun freut oder nicht und wie ich die Aktion zu werten habe.

Freu dich! Besser zwei Chartplatzierungen als nur eine - und wer weiß, vielleicht lösen wir einen ganz neuen Trend in aus: weblogcharting. Man könnte ja ein WordPress Plugin schreiben, das es jedem Blogautor ermöglicht, seine eigenen Charts online zu stellen. Mit Datenabfrage von Technorati oder komplett arbiträr. In diesem Sinne hoffen wir alten Seebären, dass unserer Liste noch viele weitere Charts folgen werden! Wir sehen uns auf:

deutsche piraten blogcharts

q/talk: Im Netz der Finanz-Phisher

28. August 2007
20:00bis22:00

quintessenzNein, das wird kein Ablästern über zu hohe Bankkonto-Gebühren und absurde Kundenbindungsstrategien; es geht schlicht um die Ankündigung des dritten q/uintessenz Fachvortrags im MQ Wien: Ing. Wolfgang Trexler, Produktmanager Online Banking bei BA-CA, spricht über das Thema "Wege und Strategien, wie man sein eigenes Geld schützen kann".

Datum: Dienstag, 28. August 2007, 20.00 (Einlass ab 19.00)
Ort: MQ Wien, Electric Avenue, quartier21, QDK Vortragsraum [Übersichtsplan]

Gemeint sind damit keineswegs konsumtechnische Sparmaßnahmen, sondern die Prävention gegen die Gefahren diverser Phishingmails - eine Spezies, die neben Viagra-Fachverkäufern und Penisverlängerungen immer mehr Raum in Postfächer einnimmt. Gerade heute Morgen hab ich wieder eine fake PayPal-E-Mail bekommen: mein Konto sei aufgrund einer gestoppten Zahlung gesperrt und ich müsse mich einloggen, um das Problem zu beheben. Ziemlich gut gefälscht, echter Absender und alles: bloß der Link zum Login führte natürlich nicht auf die Original PayPal-Seite, sondern auf die präparierte Page der Fischer. Wer hier seine echten pp-Daten eingibt, der dürfte in Kürze ein leeres Konto vorfinden. Und sollte es doch mal passieren: sofort Passwort ändern und PayPal bzw. Ihre Bank verständigen!

Dieses Szenario illustriert ein weiteres Problem: so gut wie alle sensiblen Dienstleistungen (Finanzen, persönliche Daten) müssen mit ihren Kunden via E-Mail kommunizieren. Starke Verschlüsselung bzw. Authentifizierung sind weit davon entfernt, sich auf breiter Basis durch zu setzen. Und das gute alte E-Mail Protokoll stammt schlicht aus einer Zeit, in der Absenderfälschung kein Thema war. Nun betonen zwar die meisten Firmen, dass sie niemals Passwörter direkt via E-Mail einfordern - aber Phishing Mails wie die oben beschriebenen werden in der Zukunft noch viele, viele Online-Diebstähle ermöglichen. Derzeit liegt das gesamte Risiko beim Anwender, der immer ganz genau darauf achten sollte, ob er sein Passwort auch gerade bei der Original-URL eingibt! Solange im geschäftlichen E-Mail Verkehr auf Authentifizierung verzichtet wird, bleibt das Problem bestehen, dessen Facetten der kommende q/talk beleuchtet:

Ein internationales Netzwerk versucht mit großem Aufwand die Naivität
und Unbekümmertheit der Internetnutzer für ihre dunklen Machenschaften auszunutzen. Durch Phishing-Attacken, Trojaner und Key-Logger versuchen sie an unser Geld zu gelangen.
Im Zuge dieses Vortrages wird Ing. Wolfgang Trexler über die realen Gefahren und Hintergründe informieren. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen zum Thema in angenehmer Atmosphäre diskutiert werden.

Phishing ist übrigens ein Kunstwort aus "Password" und "fishing" und steht für das "Fischen" von Passwörtern; dabei versuchen Betrüger mittels Tarnung und Täuschung an Ihre Zugangsdaten (z.B. PayPal) zu gelangen.

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