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HK Limited will mich! (ins Gefängnis bringen)

08.08.2007, geschrieben von , 3 Kommentare

dollar HK Limited will mich! (ins Gefängnis bringen)Oder: wie man über Nacht nicht reich wird. Da reden alle immer von der schlech­ten Arbeitsmarktlage, dabei müs­sen man­che Firmen sogar per auf Mitarbeitersuche gehen… so auch die HK Limited, die extrem ver­trau­ens­wür­dige Mails von Freenet Boxen schickt. Willkommener Anlass für ein paar gene­relle Worte zum Thema “tur­boschnell reich wer­den”, die ich schon län­ger mal los wer­den wollte, zumal sich die dies­be­züg­li­chen Spams in den letz­ten Sommerlochwochen mal wie­der häufen.

Was für ein Kompliment — wurde ich doch vom Personalleiter höchst­per­sön­lich ange­schrie­ben! Und das beste: es war­ten 500 bis 1.000 Euro pro Woche auf mich, bei einem Zeitaufwand von 2 – 8 Stunden! Alles, was ich dazu tun muss, ist Gelder unbe­kann­ter Herkunft durch mein Konto schleu­sen — die Firma betreibt sicher­lich im Gegensatzu allen ande­ren Dienstleistern über­haupt keine Geldwäscherei, son­dern… hm… tja, was eigent­lich? Das Mail wird da schon präziser:

Sie haben eine fle­xi­ble, inter­es­sante Arbeit , mit unter­schied­li­chen Tätigkeitsschwerpunkten und hohen Beförderungsmöglichkeiten

Alles völ­lig rich­tig, vor allem der letzte Teil: ich würde sogar mei­nen, dass die Beförderungschancen direkt ins Gefängnis immens hoch sind!

Nach der Bearbeitung Ihrer Bewerbung wird Ihnen im Falle einer Zusage Ihre Tätigkeit genau­es­tens erläu­tert, Sie wer­den mit unse­rer bekannt gemacht und es folgt in kürze der Arbeitsvertrag

Wenigstens eine ver­trau­en­er­we­ckende .ru Adresse… in wel­cher Sprache kommt eigent­lich der Arbeitsvertrag? Schon fas­zi­nie­rend, dass immer wie­der User auf der­lei Angebote rein­fal­len. Seit sich der Großteil der Menschheit von der noma­di­schen Lebensweise in volls­ter Konsequenz ver­ab­schie­det hat, büßte die Verlockung des schnel­len Geldes ohne eige­nen Aufwand anschei­nend nichts von ihren Reizen ein. Nicht nur Sex sells, die Vorstellung, mit 8 Stunden Arbeit im Monat 4.000 Euros zu ver­die­nen, funk­tio­niert ebenso gut.

In ganz Afrika dürfte nach den Spam-Mails der letz­ten Jahre zu urtei­len ja kein ein­zi­ger ver­mö­gen­der CEO mehr am Leben sein — alle ver­star­ben sie bei schreck­li­chen Autounfällen, Verwandte sind nicht aus­zu­ma­chen und nun sucht der “Nachlassverwalter” ver­zwei­felt nach einem euro­päi­schen Geschäftspartner, der ihm hel­fen soll, das Geld auf extrem ille­gale Weise außer Landes zu schaf­fen — mit die­ser Story in diver­sen Variationen gelang es der soge­nann­ten Nigeria Connection bis­lang nicht nur einen Dumbass um seine Ersparnisse zu brin­gen. Frei nach dem zuge­hö­ri­gen Paragraphen des nige­ria­ni­schen Gesetzbuchs nennt sich die­ser Vorschussbetrug übri­gens one-forty-niner (419er).

Doch beide Scams unter­schei­den sich übri­gens gra­vie­rend: wäh­rend die Geldwäscherpartie auf der Suche nach Ahnungslosen Kontoinhabern ist (bis die Polizei vor der Tür steht, sind die Gelder längst wei­ter­über­wie­sen) um in der Tat Finanztransaktionen abzu­wi­ckeln, geht’s bei der Nigeria-Connection darum, den wil­li­gen und vor allem gie­ri­gen “Geschäftspartner” zur Leistungs einer Vorauszahlung zu bewe­gen. Aber es muss ja nicht gleich um meh­rere Millionen gehen: seit ich mal ein über­zäh­li­ges Nokia-Handy auf ama­zon ver­kauft habe und dank eines per­fekt gefälsch­ten “Bitte-Artikel-verschicken” Mails um ein Haar selbst Opfer eines smart agie­ren­den Betrügers gewor­den wäre, bin ich ein gan­zes Stück skep­ti­scher: vor allem nach der Reaktion von ama­zon, die im wesent­li­chen aus einem vor­ge­fer­tig­ten Textblock mit dem Inhalt “Pass halt bes­ser auf!” bestand.

Wie auch immer: die Aussicht auf leicht­ver­diente Kohle ist anschei­nend wohl so ver­lo­ckend, dass man­che Zeitgenossen Hausverstand und gesetz­li­che Vorgaben gerne mal völ­lig außen vor las­sen. Der ein­zige legale Weg zu einem befrie­di­gen­den Einkommen führt über gute Ideen und vor allem Hartnäckigkeit: wer sein Ziel lange genug ver­folgt und sich von Rückschlägen nicht ent­mu­ti­gen lässt, der kommt auch ans Ziel.

Das gilt für –Entrepreneure ganz beson­ders, denn get-rich-quickly spielt’s online genauso wenig wie IRL. Dazu muss man weder rus­si­sche Geldwäscher noch nige­ria­ni­sche Vorschussbetrüger bemü­hen. Leute, lasst die Finger von allen SEO-Büchern und von “sen­sa­tio­nel­ler Blackhat” Software, die euch für den “gerin­gen” Preis von ein paar hun­dert Dollar reich machen wol­len. Warum sollte jemand, der das Geheimnis des mühe­lo­sen Geldverdienen ent­deckt, eigent­lich ein eBook schrei­ben? Eben. Kurz gesagt: lau­tet die Online-Währung — aus gutem Grund ver­kau­fen die Typen, die wirk­lich Plan haben (hi Jeremy), ihr Wissen nicht, son­dern schrei­ben frei zugäng­li­che Blogs.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 3 Kommentare zu "HK Limited will mich! (ins Gefängnis bringen)" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Patrick Identicon Icon

    :lol: Naja wer auf sowas rein­fällt, dem ist über­haupt nicht mehr zu hel­fen. Aber sol­che Mails habe ich ich bis jetzt noch nicht bekom­men. Ich soll immer nur Stehlampen, Stühle, Hocker und Viagra kaufen. :roll:

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  • sepp Identicon Icon

    Hallo ich finde es wirk­lich super däm­lich wenn man sol­che mails erhält.

    Eigentlich sollte man den Anbieter eines Mailproramms eine Verbraten bzw in die Pflicht neh­men wenn man seine E-mail Adresse nicht an irgend­wel­che Online Shops gege­ben hat — denn wo kön­nen diese Webspammer diese Mailadresse aus­le­sen wenn Sie nur ver­wen­det wird im Bekanntenkreis — gibt es hier irgend­wel­che Programme die per Zufallsgenerator dann emails z.B bei Freenet oder Yahoo auslesen ???

    Die ange­ge­bene Mailadresse in die­sem Beitrag ist nur eine Pseudoadresse und geht ins Nirwana. Somit bekomme ich wenigs­tens keine Spams von die­ser Seite.

    Danke und Gruss Sepp

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 9. August 2007 um 23:11

    Hi Sepp, keine Sorgen wegen die­ser Seite — WordPress schreibt die URLs extra nicht hin… die sieht man nur im Backend, Gott sei dank! Aber meine pri­märe e-Mailadresse (vor­name at nachname.net) hab ich seit über 10 Jahren, und damals stan­den zB die Admin-C Daten unver­schlüs­selt und für jeden Spammer aus­les­bar im inter­nic. Viele arbei­ten natür­lich auch mit Zufallsgeneratoren (was bei Catch-All Boxen beson­ders läs­tig ist). Ich hab die e-Mail Adresse gegen sons­tige Gewohnheit in den Beitrag rein­ge­schrie­ben, viel­leicht spam­men sich die Typen dann sel­ber zu :twisted:

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