datenschmutz - Social Marketing, Pro-Blogging und medien.kultur.technik
 
bcvie09-44_0 Youtube Kinoabend Foyer der WKO, Wiedner Hauptstraße Unser designated driver beim Spionieren. Twestival Wien
datenschmutz RSS Feed
873 zufriedene Leser
RSS jetzt abonnieren
Twitter
38011 Followers
auf Twitter folgen
datenschmutz Adventkalender: jeden Tag 1 Stofftier zu gewinnen!

medien.kultur.technik: Medienforschung und Web 2.0

28.08.2007, geschrieben von , 6 Kommentare

Nach meh­re­ren Jahren der Fachtutorientätigkeit halte ich im kom­men­den Wintersemester meine erste Lehrveranstaltung als Univ. Lektor am Institut für Publizistik– und Kommunikationswissenschaft Wien, wo ich der­zeit auch mein Doktorat schreibe. In der AT-KFOR (Arbeitstechniken Kommunikationsforschung) ste­hen jene Soft Skills im Vordergrund, die ein Medienforscher in der täg­li­chen Kommunikationspraxis benötigt.

Es geht also um die Konzeption von Vorträgen, um , Rhetorik und Gruppenkommunikation, oder, wie ich es im Vorlesungsverzeichnis for­mu­liert habe:

Die AT-KFOR fun­giert einer­seits als theo­re­ti­sche Grundlagenschulung zum Thema und ande­rer­seits als “Experimentallabor”, in dem die Präsentation selbst im Vordergrund steht: in aus­gie­bi­gen Feedbackrunden und Reflexionsgesprächen sol­len die TeilnehmerInnen ihre Stärken und Schwächen ken­nen ler­nen und ihre Präsentationstechnik ver­bes­sern. Oder, um mit Heinz von Förster zu spre­chen: wir kon­stru­ie­ren selbst­be­züg­li­che Regelkreise und beob­ach­ten deren nicht-trivialen Output.

Am Wiener Publizistikinstitut exis­tie­ren seit Jahren zwei Vorlesungsverzeichnisse, einer­seits das offi­zi­elle, ande­rer­seits das soge­nannte “Krivo”, kurz für “kri­ti­sches Vorlesungsverzeichnis”. Ersteres ist Sache des Instituts, um zwei­te­res küm­mert sich die Studienrichtungsvertretung. Die Vortragenden wer­den von der Studienrichtungsvertretung (der ich in grauer Vorzeit auch ange­hört habe) auf­ge­for­dert, kurze Kommentare zu ver­schie­de­nen Aspekten der Kommunikationswissenschaft zu schrei­ben — ich habe mir in ganz kom­pri­mier­ter Form Gedanken gemacht zum das Thema “ und Kommunikationswissenschaft” — denn das McLuhan’sche immer­sive Mittendrin wird immer deut­li­cher und zu einer Konstante, die in unse­rer Wissenschaft per­ma­nent mit­re­flek­tiert wer­den muss. Meiner p.t. daten­schmutz Leserschaft möchte ich den betref­fen­den selbst­ver­ständ­lich nicht vorenthalten:

Web 2.0 und Medienforschung: medien..tech­nik

Web 2.0 lau­tet ein die­ser Tage häu­fig zitier­tes Schlagwort. Im Glanz neuer Medienformate und wirt­schaft­li­cher Erfolgsstorys wie FlickR, mys­pace und youtube schei­nen ame­ri­ka­ni­sche Corporations mit kla­ren Gewinnmaximierungszielen jenes Mitmach– eta­bliert zu haben, von dem die Medientheoretiker Anfang der 90er Jahre auf Konferenzen schwärmten.

Während Werbung und PR mit Höchstgeschwindigkeit auf ver­än­derte Nutzungsgewohnheiten rea­gier­ten, hat die Kommunikationswissenschaft bis­lang erst zöger­lich von neuen Tools Gebrauch gemacht: die medi­en­in­hä­rente, bei jedem Web-Server stan­dard­mä­ßig mit­lau­fende genaue aller Besucher, ihrer Herkunft, ihrer Aufenthaltszeit etc. müsste doch das Herz eines jeden quan­ti­ta­ti­ven Sozialforscher sofort höher schla­gen las­sen: zum ers­ten Mal in der Geschichte lie­fert ein neues Medium alle quan­ti­ta­ti­ven Nutzungsdaten nahezu frei Haus mit — Grundgesamtheit statt Stichprobe, Google Analytics statt Teletest. Doch so aus­kunfts­freu­dig sich die neuen Medien in punkto Quantität geben, so wenig ver­ra­ten sie zum jet­zi­gen Zeitpunkt über die tief­grei­fen­den qua­li­ta­ti­ven Veränderungen im Mediensystem, die auf mit­tel­fris­tige Sicht durch many-to-many Architekturen alle Bereiche erfas­sen. Die weit offe­nen Mitgestaltungsmöglichkeiten und das Paradigma des Do-it-yourself Web ver­än­dern nicht nur die ökono­mi­schen Rahmenbedingungen media­ler Produktion — sie ver­deut­lich McLuhans Paradigma von einer Medienwissenschaft, deren Forschungsfeld zugleich ihr Werkzeugset ist.

Keine ähnli­chen Beiträge.


Bisher haben meine Lieblingsleser 6 Kommentare zu "medien.kultur.technik: Medienforschung und Web 2.0" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Chris Identicon Icon

    ach, 9:30 — 12:30 an einem wochen­tag? was sind denn das für zei­ten! ich hätte gerne an dei­ner lv teil­ge­nom­men. lei­der ist es auf der publzis­tik schwer, abends lvs zu besuchen …

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 28. August 2007 um 18:42

    Halb neu wär hart für mich… aber halb zehn find ich gut. Da sind alle noch fresh und energiegeladen :mrgreen:

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Savin Identicon Icon
    Savin sagte am 28. August 2007 um 22:44

    Nojo, das mit dem “ener­gie­ge­la­den” ist so eine Sache… ist wohl stark abhän­gig von der Exzessivität der Party am Vortag :cool:

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Chris Identicon Icon

    aber hallo! ich hab mich offen­bar miss­ver­ständ­lich aus­ge­drückt:
    auch wenn ich gerne am vor­abend von uni-veranstaltungen auf festln gehe … das pro­blem ist ein ande­res: unter tags muss ich arbei­ten. und da hat man’s auf der publi­zis­tik ein­fach schwer, lvs zu besu­chen. ich wün­sche mir mehr lvs am abend oder wochenend-blocks.
    da müsste ich mich wahr­schein­lich eher an die strv wen­den ;) der ich auch in grauer vor­zeit mal nahe stand — wer weiß, viel­leicht ken­nen wir uns sogar von damals, ritchie?

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 29. August 2007 um 9:38

    Ja, stimmt; da sind wir uns sogar sicher über den Weg gelau­fen, unsere Studienzeiten haben sich ziem­lich über­schnit­ten, ich hab 95 mit PKW begon­nen und hatte Anfang 2k Diplomprüfung. Du kennst also den legen­dä­ren Strv-Shop am Kutschkermarkt auch noch :mrgreen:

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • ccm Identicon Icon

    Ich muss sagen, dass ich doch immer gern auf die Aktivitäten der “Wiener Schule” sehe, wenn ich so, unter Vernachlässigung des bereits besetz­ten Begriffs, die wis­sen­schaft­li­che Arbeit an Medien-bezogen Themen im Raum nen­nen darf. Als Weimarer (nicht zu ver­wech­seln mit Weimeraner) habe ich zwar nicht zu kla­gen, aber ver­lo­ckend sieht es schon aus, das Angebot in Wien.

    Die Ankündigung klingt recht nach Kittler-Schule im Sinne der Konzentration auf die Technizität der Medien, aller­dings wohl eher publi­zis­tisch angehaucht?

    Grüße.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

Kommentar schreiben

:frog: :frog2: :frog3: :frog5: :frog6: :dirtfrog: :frog4: :frog4o: :frog7: :artfrog: :darkfrog: :elkfrog: :frogface: :frogonleaf: :leefrog: :littlefrog: :princefrog: :coolfrog: :coolfrogjump: :mrt: :smoking666: :borg: :ninja: :satan: :saint: :elvis: :king: :pimp: :pirat: :mrdj: :elk: :cool: :geek: :weird: :mad: :sad: :-? :shock: :anonym: :angel: :kiss: :love2: :coffee2: :white2: :dog: :cat: :ccocktail: :beer: :thumbdown: :thumbup:

1 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • datenschmutz.net (19. September 2007)
    Publizistik Wien: Auswahlverfahren wegen hoher Anmeldezahlen... Die Publizistik Wien sieht sich kommenden Studienjahr aufgrund der hohen Anmeldezahlen gezwungen, ein Aufnahmeverfahren zur Reduzierung der Studierendenzahlen einzusetzen. ......
  • Ping me, please! Einfach /trackback/ an die URL anhängen.
?
datenschmutz.tribe
         Login | Registrieren
via RSS Feed datenschmutz RSS Feed
als Newsletter
aweber
AlbanianArabicBasqueBelarusianBulgarianCatalanChinese (Simplified)CroatianCzechDanishDutchEnglishFrenchGermanItalianPortugueseRussianSpanish
datenschmutz q+a
Stellen Sie mir Ihre Frage zu Social Marketing, Blogging und Co. — ich ant­worte dem­nächst hier am Blog.
Neueste Beiträge