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mp3-Kopierer sind keine Verbrecher und rauben nicht

03.08.2007, geschrieben von , 5 Kommentare

quisse.thumbnail mp3 Kopierer sind keine Verbrecher und rauben nichtBeim q/talk peer2peer Tauschbörsen am ver­gan­ge­nen Dienstag gab es einige inter­es­sante Details zu erfah­ren. Die zen­trale Frage lau­tete ja: sind Raubkopierer Verbrecher? Juristin Mag. Birke Schönknecht, Mitglied der Big Brother Jury und Rechtsberaterin der quint­es­senz hatte ein­deu­tige Antworten parat.

Die Höchststrafe für gewerbs­mä­ßi­ges Raubkopieren (über die Gewerbsmäßigkeit ent­schei­det dabei der Bezug eines regel­mä­ßi­gen Einkommens) beträgt 2 Jahre. In juris­ti­scher Terminologie sind aber nur jene Delikte Verbrechen, die mit einer Freiheitsstrafe von 3 oder mehr Jahren “dotiert” sind — alles andere heißt kor­rek­ter­weise eben nicht Verbrechen, son­dern Vergehen. Zum zwei­ten ent­hält der Tatbestand Raub not­wen­di­ger­weise die Anwendung von Gewalt, von einer zu spre­chen ist daher schlicht­weg Blödsinn. Mit ande­ren Worten: Musikkopierer sind weder Räuber noch Verbrecher.

Ebenfalls sehr inter­es­sant: der Download von geis­tig geschütz­tem Eigentum für pri­vate Zwecke ist zwar nicht legal, aber straf­frei. Das schützt zwar nicht vor zivil­recht­li­cher Verfolgung, wider­spricht aber doch ganz vehe­ment jenem mar­tia­li­schen Bild, das die Musikindustrie der­zeit gerne mit allem Nachdruck ver­brei­ten möchte. Im übri­gen erklärte Birke Schönknecht die aktu­elle Gesetzeslage und wies auf die Problematik von Clients hin: zwar führt der Download kei­nes­wegs ins Gefängnis, ist jedoch häu­fig mit einem gleich­zei­ti­gen Upload gekop­pelt: Clients wie e-mule oder Azureus geben bereits her­un­ter­ge­la­dene Teile von Dateien auto­ma­tisch zum Upload frei, sodass man not­wen­di­ger­weise nicht bloß her­un­ter­lädt, son­dern eben auch zum Anbieter wird — und genau damit macht man sich even­tu­ell strafbar.

Anhand eines öster­rei­chi­schen Gerichtsfalles aus dem Jahr 2001 erläu­terte Mag. Schönknecht die rea­len Konsequenzen: ein Jugendlicher hatte das damals aktu­elle Madonna-Album vor des­sen Erscheinungstermin in einer Newsgruppe ange­bo­ten — er wurde zu einer Geldstrafe von 60 Tagsätzen (rund 430 Euro) ver­ur­teilt sowie zur Über­nahme der Kosten für die Bekanntmachung des Urteils in einer ein­schlä­gi­gen Branchenzeitschrift. Fazit also: keine Madonna Alben in Newsgroups anbie­ten und das olle Geschwafel von den ver­bre­che­ri­schen Raubkopierern ein­fach nicht ernst nehmen.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 5 Kommentare zu "mp3-Kopierer sind keine Verbrecher und rauben nicht" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Goggi Identicon Icon

    5 6 gibt glaubs 11..
    Am bes­ten würde man jedem Download eine Rechenaufgabe vor­an­stel­len. So blöd wie wir User sind, wird die Runterholerei bestimmt ein­ge­dämmt.
    Anders lässt sich (ein­mal mehr) die Arroganz der Musikindustrie nicht ertra­gen. Inzwischen haben die Urheber-Gebühren auf alles durch­ge­setzt, ein­schliess­lich aller mög­li­chen Datenträger. Frage des­halb: Wie kann es sein, dass man eine Gebühr gesetz­lich ver­an­kert, auf etwas, das nach Meinung der Musikindustrie ille­gal ist?

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 3. August 2007 um 10:50

    Das ist für mich auch eine der größ­ten uner­klär­li­chen Schizophrenien die­ses “Business”…

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  • irina Identicon Icon
    irina sagte am 3. August 2007 um 12:51

    It’s so good to be on the safe side of the law :cool:

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  • Christian Schmidt Identicon Icon

    Naja ich denke die Musikindustrie kann sich eigent­lich freuen das es das Medium Internet gibt, klar vie­les wird ein­fach so gela­den aber vie­les wird halt auch mitt­ler­weile gekauft.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 4. August 2007 um 4:09

    Wenn die Musikindustrie ein wenig affir­ma­ti­ver an die Sache ran­ge­gan­gen wäre an die Thematik, könn­ten sich sogar die Majors inzwi­schen über einen flo­rie­ren­den, bezahl­ten Download-Markt freuen. Aber diese ganze Kopierschutz Fuck-Ups und “Verbrecher sind Raubkopierer” Kampagnen sind in jeg­li­cher Hinsicht bloß immens unpro­duk­tiv für alle Beteiligten.

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