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Nochmal Technorati-Blogkette: die Reaktionen

19.08.2007, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 4 Kommentare

Unsere som­mer­li­che Technorati-Favorite Aktion hat weit wei­tere Kreise gezo­gen als ange­nom­men — ein herz­li­ches “Vergelt’s ” an die­ser Stelle allen BloggerInnen, die nichts mit frei­wil­li­ger Selbstbeschränkung anzu­fan­gen wis­sen. Ich habe eini­ges an Feedback bekom­men, das an die­ser Stelle noch­mal zur Diskussion gestellt wer­den soll.

Eine Woche in den dbc

Jens, der alte , fin­det unsere Piraterie gar nicht lustig:

Der ein­zige Sinn der Aktion ist es, im Technorati-Ranking sowohl bei den Links als auch den Favoriten zu stei­gen. Man mag das als “lus­tig” emp­fin­den — für mich ist es das nicht. Durch sol­che Aktionen wird nichts ande­res getan als die Grundprinzipien, mit denen Suchmaschinen arbei­ten, anzu­grei­fen. Sie ver­fäl­schen Suchmaschinenergebnisse und füh­ren irgend­wann dazu, dass Suchmaschinen über­haupt nicht mehr zu gebrau­chen sind.

Zum ers­ten Satz: gut erkannt! Zweifellos haben wir nicht die Absicht, unser t-Ranking zu ver­schlech­tern. Lustig find ich’s auch nur bedingt, eher wich­tig. That’s what hackers and pira­tes do: Grundprinzipien angrei­fen. Die Weiterentwicklung der SMs antrei­ben :-)

Ich hab’s schon mal geschrie­ben und kann mich an die­ser Stelle nur wie­der­ho­len: frei­wil­lige Unterwerfung unter Algorithmen muss nicht sein, unbe­zahlte brave Mitarbeit am Businessplan von Suchmaschinen eben­falls nicht. Wer als Micro-Publisher die Spielregeln der Big Players ein­hal­ten will, dem steht das frei… dar­aus einen Regelkanon für “Bloggen an sich” abzu­lei­ten, finde ich ein­fach nur skur­ril. Longtail hin oder her, die Möglichkeiten, zu gene­rie­ren, sind für Blogger viel gerin­ger als für pro­fes­sio­nelle Medienkonzerne. Ein biss­chen Nachbarschaftshilfe macht hoch­gra­dig Sinn, und ich freue mich, dass so viele blog­gende KollegInnen das genauso sehen.

Und weil ich mich die eine Woche auf Platz 79 so hei­misch gefühlt hab, bauen wir übri­gens gerade unsere eige­nen Blogcharts: glei­ches Prinzip, alle de-sprachigen Blogs aus Technorati; bloß ohne mensch­li­chen Filter. Die Filterung kommt mir näm­lich arbi­trär spa­nisch vor.

Das ist ja kein Karneval hier

Ich habe die Initiative zur Rettung aus­ster­ben­der Favorite-Gattungen unter “wei­tere Blogaktionen” auch bei Blogparade.de ein­ge­tra­gen und dar­auf­hin fol­gen­des Mail von Michael Wöhrer bekom­men, des­sen Blog ich sehr schätze (und natür­lich sein Simple Tagging Plugin):

Hallo Ritchie,

danke für Deinen Beitrag auf Blog-Parade.de. Allerdings kön­nen wir keine Aktionen unter­stüt­zen, die pri­mär dazu die­nen, mehr Incoming Links fürs Blog zu bekom­men und/oder bes­sere Ränge bei Diensten wie Technorati zu erhal­ten. Dies geht völ­lig am Sinn und Zweck vor allem bei Blog-Paraden bzw. –Karnevals vor­bei: tolle, inter­es­sante Artikel von Blogger für die Leser.
Viele nut­zen übri­gens Technorati dazu, inter­es­sante Blogs zu fin­den, die auf­grund ihrer Texte einen guten Technorati-Rang erzie­len. Leider machen Aktionen wie eben die “Technorati-Blogkette” auch dies zunichte.

Grüße,
Michael Wöhrer

Für die tol­len, inter­es­san­ten Beiträge bräuchte man frei­lich erst gar kei­nen Karneval; man müsste sich über­haupt nicht unter­ein­an­der ver­lin­ken, Gugl wird’s schon rich­ten… nein, glaub ich eigent­lich nicht. An Reverse Engineering aber schon, doch ich ver­stehe die Position von Michael gut. B-P Soll ja nicht zu einer –Seite “ver­kom­men”…

Automatisiert favo­ri­sie­ren

Es gäbe theo­re­tisch ein läs­si­ges Progrämmchen bei InternetDuctTape: Technorati Favorite your Fans dient dazu, alle User, die das eige­nen Blog favo­ri­siert haben, auto­ma­tisch zurück-zu-faven:

If someone has gone to the trou­ble of adding you to their favo­ri­tes, this pro­gram will return the favor, wit­hout requi­ring you to go through all of the people who have favo­ri­ted you and try­ing to find the ones you haven’t favo­ri­ted back. This is some­thing people alre­ady do, and this pro­gram is inten­ded to save them time by auto­ma­ting the process.

Klingt prak­tisch, also hab ich die Software run­ter­ge­la­den; das Programm läuft ohne Installation, stürzt aller­dings bloß ab. Der Version-Check sagt, dass meine Version nicht mehr funk­tio­niert, aller­dings han­delt sich’s um den aktu­el­len Download von der Seite des Autors. Keine Ahnung, ob Technorati das API geän­dert hat oder ob die Software ein­fach buggy ist — schade jeden­falls, wäre wirk­lich praktisch.

Das S-O-S Blog hebt eben­falls den mah­nen­den Zeigefinger:

Jungs und Mädels, das ist kein wit­zi­ger Linkbait, das ist ein Pyramidenspiel, das ist grenz­wer­tig, das ist ein offe­ner Regelverstoß, das ver­saut die Qualität der Technorati und Maßeinheiten und ist damit eine Provokation für beide Firmen.

Okay… auch eine Meinung. Zwar ver­stehe ich sowohl unter “Pyramidenspiel” als auch unter “grenz­wer­tig” was ande­res… Freestyle Medienexperiment würd ich’s nen­nen statt grenz­wer­ti­ges Pyramidenspiel — wie immer alles eine Frage des Labels.

Sistrix beschlägt die­selbe Kerbe:

Infopirat ruft in einem Posting dazu auf, sich gegen­sei­tig zu ver­lin­ken, um den Technorati-Rang sowie die Zahl der Backlinks zu stei­gern. Teilgenommen hat bereits eine statt­li­che Anzahl von Blogs, dar­un­ter auch einige, denen ich eigent­lich zuge­traut hätte, die Reichweite ihrer Handlung aus –Sicht ein­zu­schät­zen. Ist mitt­ler­weile nicht schon kom­pli­ziert genug? Gibt es nicht bereits genug, unge­wollte Stolperfallen als dass man sich diese jetzt sel­ber bauen muss?

what? Niemand hat dazu auf­ge­ru­fen, sich gegen­sei­tig zu ver­lin­ken. Es ging um t-Faves… aber egal. Hauptsache, gleich mal Francis bas­hen und behaup­ten, er wär aus tech­no­rati gekickt wor­den. Soviel vor­aus­ei­len­der Gehorsam macht mir viel mehr Angst als ein mög­li­cher –Malus. Ich schreib mein Blog nun mal nicht für Big G (auch wenn die flei­ßig mitlesen).

Baynado hat übri­gens den betref­fen­den Beitrag kom­men­tiert; bes­ser kann man’s imho nicht for­mu­lie­ren, daher er erlaube ich mir aus­nahms­weise ein Fullquote:

Hallo Johannes, auch ich bin ein Teilnehmer der Infopirat Aktion. Mir ist schon klar, dass eine Verlinkung mit der Absicht Suchergebnisse mani­pu­lie­ren zu wol­len nicht kon­form ist. Ich habe bei der Aktion trotz­dem mit gemacht. Warum? Mir ist egal was von sol­chen Aktion hält. Diese Aktion zielt ein­zig und allein auf Technorati ab, wenn der Algo so schlecht ist das zu erken­nen, ist das deren Problem.
Solche Aktionen sind für die US-Blogosphäre nor­mal und auch vor­her gab es hier den einen oder ande­ren Blogkarneval. Die Politik von ist nicht mehr die es mal war. Wenn ich an das Linkkauf Verbot denke, wird mir schlecht. Damit wol­len die doch nur ihr quasi Monopol fes­ti­gen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob solch eine “AGB” wett­be­werbs­wid­rig ist in Deutschland (UWG). Aber alle und Webmaster hal­ten brav den Mund und kuschen. Ist ja auch klar die Hand, die einen füt­tert schlägt man nicht.
In ein paar Jahren, wenn die so wei­ter­geht und wir alle die Rechnung für die vie­len “kos­ten­lo­sen” Dienste prä­sen­tiert bekom­men, ist das Geschrei groß.

Word!

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