datenschmutz - Social Marketing, Pro-Blogging und medien.kultur.technik
 
Gmündnerin am Friedhof. Verschlusskonstruktion Webermine.at wurde kürzlich einem Relaunch unterzogen. Max Kossatz sprach über Open Data. wbf-conference-14
datenschmutz RSS Feed
927 zufriedene Leser
RSS jetzt abonnieren
Twitter
38008 Followers
auf Twitter folgen
datenschmutz Adventkalender: jeden Tag 1 Stofftier zu gewinnen!

Ahnenforschung: woher kommt der Name Pettauer?

02.09.2007, geschrieben von , 1 Kommentar

Mit –Alerts alle News zum Stichwort “” zu tra­cken, fällt rela­tiv ein­fach — der Familienname ist nicht beson­ders häu­fig. Und da kei­ner mei­ner spo­ra­di­schen Namensvettern bloggt oder in sons­ti­ger Weise beson­ders aktiv im Internet unter­wegs ist, gehört mir die Startseite fast allein, bis auf einen –Artikel über den Ort Ptuj, der mir ges­tern ins Auge stach.

Ptuj (deutsch Pettau, lat. Poetovio) ist eine Stadtgemeinde in mit 18.134 Einwohnern (2002) und besteht aus den Katastralgemeinden Grajena, Grajenšcak, Kicar, Krcevina pri Vurbergu, Mestni vrh, Pacinje, Podvinci, Ptuj, Spodnji Velovlek und Spuhlja.

Die Gemeinde gehört zum slo­we­ni­schen Verwaltungsbezirk Maribor und liegt in der Region Å tajer­ska (Untersteiermark) an der Drau, 25 km drau­ab­wärts von Marburg — ich hätte also wäh­rend mei­ner Jugend in Lienz mit einem Schlauchboot theo­re­tisch jeder­zeit bis nach Ptuj fah­ren kön­nen elk Ahnenforschung: woher kommt der Name Pettauer? Von dort lei­tet sich näm­lich der Name her, denn Pettau ist die deut­sche Bezeichnung des Unterortes, der lange Zeit zur Untersteiermark gehörte und eine wech­sel­volle poli­ti­sche Geschichte hat. Laut Wikipedia leb­ten in der Gegend bereits in der Jungsteinzeit die ers­ten Blogger Bewohner dort, im sym­bol­träch­ti­gen Jahr 69 nach Christi Geburt rief man Vespasian hier zum römi­schen Kaiser aus. Die fol­gende beein­druckte die durch­wegs orgi­en­ge­wohn­ten Römer offen­sicht­lich so sehr, dass Trajan der Siedlung das Stadtrecht ver­lieh — was zu wirt­schaft­li­cher und admi­nis­tra­ti­ver Blüte führte, bis, wie üblich in sol­chen Fällen, die Hunnen ein­fie­len und plün­der­ten. Als das klein­wüch­sige und unfreund­li­che Reitervolk schließ­lich wei­ter­zog, besie­del­ten die Slawen das Gebiet, wel­ches unter Fürst Pribina Teil des Frankenreiches und spä­ter Teil des Erzbistums wurde. Von 1500 bis 1919 schließ­lich gehörte Ptuj zur : also kein Wunder, dass sich in über 400 Jahren die Vorliebe für Kernöl in der gene­ti­schen Disposition fest ver­an­kert hat.

Naturkatastrophen und unge­be­tene Gäste soll­ten den kome­ten­haf­ten Aufstieg der Stadt jedoch ein zwei­tes Mal zunichte machen, denn bei den Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich kam es zu gra­vie­ren­den Zerstörungen. Den fina­len Kinnhaken erhielt Ptuj jedoch von der Schienentechnologie: als am Ende des 19. Jahrhunderts die Südbahn zwi­schen Wien und Triest in Betrieb ging, führte die Strecke über Maribor, Pettau blieb ohne Förderung und schrumpfte vor sich hin. Vielleicht ahnte die Bevölkerung damals bereits, dass die Wirren der euro­päi­schen Geschichte wei­tere Umstrukturierungen in petto hatten:

Beim Zerfall –Ungarns 1918/19 wurde das Gebiet von Pettau von der neu gegrün­de­ten Republik Deutschösterreich bean­sprucht, es kam aber ohne Abstimmung zu Jugoslawien. Die ursprüng­lich deutsch­spra­chige Bevölkerung Pettaus (1910 in der Altstadt 86%) ver­rin­gerte sich durch die Slawisierungspolitik der Zwischenkriegszeit bereits beträcht­lich. Die umlie­gen­den Dörfer spra­chen schon vor 1919 fast aus­schließ­lich Slowenisch.

1941 wie­derum begann die Phase der reichs­deut­schen Besatzung, und die Nazis ent­eig­ne­ten und depor­tier­ten einen gro­ßen Teil der slo­we­ni­schen Bevölkerung. Im Rahmen eines zwi­schen Mussolini und Hitler 1939 geschlos­se­nen Abkommens wur­den ihrer­seits ver­trie­bene Deutsche aus Südtirol ange­sie­delt, die dann erneut 1945 zusam­men mit den ver­blie­be­nen deut­schen Pettauern ver­trie­ben wur­den und zum Teil nach Öster­reich, zum Teil nach Amerika emi­grier­ten. Die Eltern mei­nes Vaters gehör­ten zu die­sen zuletzt ver­trie­be­nen “Ureinwohnern” von Ptuj; somit sind neben mei­nen groß­vä­ter­li­chen Südtirol– und groß­müt­ter­li­chen Lienz-Roots also auch slo­we­ni­sche und stei­ri­sche Anteile im Mix, ganz zu schwei­gen von ent­fern­ten Verwandten in Kärnten. Bei Gelegenheit werd ich Ptuj mal besu­chen, scheint ein net­tes Ziel für einen Motorradausflug zu sein.

Keine ähnli­chen Beiträge.


Bisher haben meine Lieblingsleser 1 Kommentar zu "Ahnenforschung: woher kommt der Name Pettauer?" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • C Identicon Icon

    bin mal zufäl­lig über die namens­wur­zeln von “stra­che” gestolp­tert: kommt vom sla­wi­schen “stra­cho­mir”, des­sen wort­be­deu­tung irgendwo zwi­schen “furcht” und “schre­cken” liegt. wie bezeichnend!

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

Kommentar schreiben

:frog: :frog2: :frog3: :frog5: :frog6: :dirtfrog: :frog4: :frog4o: :frog7: :artfrog: :darkfrog: :elkfrog: :frogface: :frogonleaf: :leefrog: :littlefrog: :princefrog: :coolfrog: :coolfrogjump: :mrt: :smoking666: :borg: :ninja: :satan: :saint: :elvis: :king: :pimp: :pirat: :mrdj: :elk: :cool: :geek: :weird: :mad: :sad: :-? :shock: :anonym: :angel: :kiss: :love2: :coffee2: :white2: :dog: :cat: :ccocktail: :beer: :thumbdown: :thumbup:

0 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • Ping me, please! Einfach /trackback/ an die URL anhängen.
?
datenschmutz.tribe
         Login | Registrieren
via RSS Feed datenschmutz RSS Feed
als Newsletter
aweber
AlbanianArabicBasqueBelarusianBulgarianCatalanChinese (Simplified)CroatianCzechDanishDutchEnglishFrenchGermanItalianPortugueseRussianSpanish
datenschmutz q+a
Stellen Sie mir Ihre Frage zu Social Marketing, Blogging und Co. — ich ant­worte dem­nächst hier am Blog.
Neueste Beiträge