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Akuma — mp3s ohne Einschränkungen

09.09.2007, geschrieben von , 4 Kommentare

akuma Akuma   mp3s ohne EinschränkungenKann ein Online-Musikanbieter pro­fi­ta­bel funk­tio­nie­ren, ohne auf ner­vige Kopierschutztechnologien zu set­zen? Diese Frage hat die Major Industrie in den letz­ten Jahren in einer immens kun­de­n­un­freund­li­chen Weise beant­wor­tet. Der Online-Musikdienst Akuma macht’s bes­ser und setzt auf unver­schlüs­selte –Files in hoher Qualität sowie auf Crowdsourcing bei Bewertung und Empfehlungen.

Um die volle Funktionalität der Seite nut­zen zu kön­nen, ist ein Login unbe­dingt erfor­der­lich — man kann sich zwar als Gast durchs Repertoire kli­cken, aller­dings bleibt dann die Vorhörfunktion ver­wehrt, und die ist eine der Stärken Akumas: jeder ein­zelne Track steht zur Verfügung, und zwar in sehr pas­sa­bler Qualität: so muss nie­mand die sprich­wört­li­che Katze im Sack kau­fen. Alle Files wer­den als unge­schützte mp3s ver­kauft, ein Drittel des Repertoires ent­hält Wasserzeichen, die von uner­laub­ter Weitergaben abhal­ten sol­len. Das Recht auf Privatkopie dürfte, zumin­dest laut mei­nen juris­ti­schen Kenntnissen, in .at davon unbe­nom­men blei­ben. Auch in Deutschland ist nach mei­nem Wissensstand ledig­lich die Über­win­dung tech­ni­scher Kopierhürden ver­bo­ten, nicht jedoch die pri­vate Weitergabe an sich. Verhindern sol­len die Wasserzeichen in ers­ter Linie also die Verbreitung via peer2peer Tauschsysteme á la e-mule.

Repertoire und Genres

Wie erwähnt setzt Akuma stark auf Social Media — bei der Genre– offen­ba­ren sich aller­dings schnell die Schwächen des Crowdsourcing: dass bei “Digital Hardcore” ein Sampler mit US-Billboard-Charts auf­taucht, hat einen gewis­sen Charme, ist der erfolg­rei­chen Suche aller­dings ebenso wenig behilf­lich wie der Tag “Drum and Bass”, wel­cher alles mög­li­che, nur keine Breaks auf 180 zu Tage för­dert. Zum Glück muss man sich aber nicht auf die Schlagwortwolke ver­las­sen, eine alpha­be­ti­sche Auflistung aller Künstler, Labels und Alben sowie ein redak­tio­nell gepfleg­ter Genrebaum bie­ten struk­tu­rier­tere Zugänge. Und wer bereits ganz genau weiß, was will, wird mit der fle­xi­blen und gut durch­dach­ten Ajax-Suche schnell fün­dig, so denn sein Objekt der Begierde im Repertoire ver­tre­ten ist. Mit ande­ren Worten: alles gibt’s nir­gendwo, aber die Chancen, fün­dig zu wer­den, ste­hen bei Akuma auf­grund der mitt­ler­weile sehr umfang­rei­chen Labelpartner-Liste nicht schlecht, sofern der gesuchte Artist bei einem Independent-Label veröffentlicht.

Angebot und Preise

600.000 Songs umfasst die Datenbank der­zeit, eine Million sol­len es bis Ende des Jahres wer­den. Über­all kann rein­ge­hört wer­den, Länge und Bitrate ste­hen in der Beschreibung. Wie im unten ste­hen­den zu lesen ist, plant die Geschäftsführung eine gra­vie­rende Erweiterung des Systems: zukünf­tig sol­len auch Independent-Musiker direkt ihre Tracks ver­kau­fen kön­nen, also ganz ohne Labelvertrag einen Vertriebskanal fin­den. Das könnte die Attraktivität der Plattform gehö­rig pus­hen — und das alte Problem der Qualitätskontrolle lässt sich ver­mut­lich sehr gut durch Userfeedback in den Griff bekommen.

akumastart Akuma   mp3s ohne Einschränkungen

Die Preise ein­zel­ner Songs pen­deln zwi­schen 89 Cent und knapp über einen Euro, Alben kos­ten rund 10 Euro. Bei EPs stimmt aller­dings die Summenberechnung nicht: so kos­tet jeder der 5 Songs von Jan Delays “Vergiftet EP” EUR 1,09 — doch für die kom­plette Scheiben wer­den EUR 9,49 fäl­lig — so ver­hält sich’s beim Großteil der EPs, also bes­ser ein­zeln kaufen.

Userinteraktion, tech­ni­sche Umsetzung

Akuma unter­schei­det sich von ande­ren Musikdiensten, weil es inter­ak­tiv ist. Nutzer kön­nen Songs anhö­ren, tag­gen, bewer­ten, rezen­sie­ren und kommentieren.

So der Claim der Plattform — umge­setzt wurde er durch Integration des bereits erwähn­ten Tagging, durch umfas­sende Kommentar– und Bewertungsfunktionen und schließ­lich durch die Integration der Empfehlungen und Verknüpfungsrelationen von einem, der’s wis­sen muss: last.fm lie­fert die Daten für die gute alte “das könnte dir auch gefal­len” Funktion.

Im Userprofil fin­den sich neben den Stammdaten und Über­sicht über bis­he­rige Käufe auch ein Gästebuch, die obli­ga­to­ri­sche Merkliste, eine Freudesverwaltung, ein Private Messaging System sowie ein Covergenerator für her­un­ter­ge­la­dene Alben:

akuma userprofil Akuma   mp3s ohne Einschränkungen

Die Optik ist stets eine Geschmacksfrage, tech­nisch hat Akuma das Pflichtenheft sau­ber abge­ar­bei­tet: über­sicht­li­che Bedienung ohne unnö­ti­gen Schnickschnack und sinn­vol­ler Einsatz von Ajax sor­gen für flotte Bedienung — aber genug der Theorie, wie sieht’s aus mit dem…

Einkaufserlebnis. Ein Erfahrungsbericht.

Als DJ noxu­kao lege im Kreise der gaposlovakia-Banditen schon längst nur mehr digi­tal auf — den Großteil der Tracks, die ich spiele, digi­ta­liere (Vertipper, aber ein guter!) digi­ta­li­siere ich selbst von Rezensionsalben, die über the gap bekomme, die rest­li­chen Nummern krieg ich teil­weise direkt von den Produzenten, teil­weise bediene ich mich bei Free Labels. Diverse Kopierschutzsysteme haben mich bis­her vom Online-Kauf recht effek­tiv abge­hal­ten — diese Trigami-Rezension ist ein will­kom­me­ner Anlass, für einen klei­nen Praxistest der Plattform.

Wer ein­kau­fen will, muss zuerst Guthaben auf­la­den. Bezahlt wird via , Clickandbuy oder durch eine Online-Überweisung. Die so erwor­be­nen Credits kön­nen anschlie­ßend für ein­zel­nen Nummern oder kom­plette Alben ver­wen­det werden:

akuma paypal Akuma   mp3s ohne Einschränkungen

Ich habe mal test­weise 10 Euro auf­ge­la­den — einen Warenkorb mit fünf Tracks zusam­men zu stel­len, die mich inter­es­sie­ren, war eine Sache von fünf Minuten — dank der umfas­sen­den Verlinkung und der prak­ti­schen Vorhörfunktion han­telt man sich mit einer sym­pa­thi­schen Portion Zufallsfaktor durch das Repertoire.

akuma warenkorb Akuma   mp3s ohne Einschränkungen

Nach dem Abschließen des Bestellvorgangs wird man wei­ter­ge­lei­tet zur Download-Seite, wo die Tracks bereit­ste­hen. Der Download kann dabei sofort oder zu einem belie­bi­gen Zeitpunkt erfol­gen, die Geschwindigkeit der Server lässt nichts zu wün­schen übrig. Ein erfreu­li­ches Shopping-Erlebnis: so macht Online-Musikkauf-Spaß: ohne pro­prie­täre Codecs, ohne Bindung an bestimmte Hardware — Akuma hat den Praxistest bestanden.

Sascha Hottes über Akuma

Sascha Hottes ist der Geschäftsführer von Netzwelt.de und Akuma. Via E-Mail hat er einige Fragen zu Akuma selbst beant­wor­tet. Weitere News zu aktu­el­len Entwicklungen fin­den Interessierte auch im akuma Entwicklerblog.

daten­schmutz: Die Motivation für Akuma waren Diskussionen über Online-Musik auf Netzwelt. Daraus ent­stand das Akuma-Projekt. Welches Features hal­ten Sie für die drei wichtigsten?

Sascha Hottes: Ganz klar im Vordergrund stand bei uns das MP3-Format: Kompatibles Musikformat ohne () in hoher Qualität (bis zu 320 kBit/s Bitrate). Genauso wich­tig war uns eine Kompatibilität zu allen Browsern und Betriebssystemen. Und als dritt­wich­tigs­ten Punkt erach­ten wir die Möglichkeit einen Shop als Kunde mitzugestalten.

?: Wie sehen Ihre bis­he­ri­gen Erfahrungen mit Genres aus? Gibt es bei den Usern klare Präferenzen für bestimmte Richtungen?

!: Ja und Nein. Am meis­ten wird sicher aus dem Bereich Dance/Electronic her­un­ter­ge­la­den, das hat damit zu tun, dass wir hier am meis­ten Vertriebspartner haben. Interessant ist, dass immer mal wie­der kleine Nischen wie Filmmusik oder Country auf­blit­zen und im Verhältnis zu den eigent­li­chen Charts sehr viele Downloads haben.

?: Wie beliebt ist Ihr Angebot an –mp3s?

!: Die Gratis-MP3 wer­den rege genutzt. Geschenke wer­den immer gerne ange­nom­men. Da die heu­ti­gen DSL-Geschwindigkeiten das auch schnell run­ter­la­den las­sen, hören die meis­ten Nutzer gerne mal rein.

?: Wie sind die Reaktionen der User auf die Wasserzeichen-Technologie?

!: Dazu muss man sagen: Nur rund ein Drittel unse­rer Titel sind mit Wasserzeichen ver­se­hen, die meis­ten neuen Titel gar nicht. Bisher habe ich keine nega­ti­ven Meldungen bekom­men. Sicher fragt mal der ein oder andere, was wir da eigent­lich spei­chern. Dann beant­wor­ten wir das, etwa im Entwicklerblog. Ansonsten ist es aus unse­rer Sicht ein fai­rer Schritt. Im Gegensatz zum DRM das im Prinzip unter­stellt, dass jeder Nutzer erst ein­mal ille­gal han­delt und des­halb beschränkt wer­den muss, ver­trauen wir und unsere Labelpartner dem Kunden, bis wir das Gegenteil bewei­sen kön­nen. Klagen gab es übri­gens noch keine, das ist nach so vie­len Monaten sicher ein Erfolg und trägt dazu bei, dass skep­ti­sche Labels umden­ken werden.

?: Wie sehen die zukünf­ti­gen Pläne für die Weiterentwicklung von Akuma aus?

!: Der Fokus lag in den letz­ten Monaten auf den Katalogausbau. Da haben wir mitt­ler­weile Routine drin. Sicher wer­den wir noch den oder ande­ren Major auf unsere Plattform inte­grie­ren. In den nächs­ten Wochen wol­len wir uns aber auf die Community als sol­ches kon­zen­trie­ren und hier wei­tere Funktionen ein­füh­ren. Zudem wol­len wir enger mit Künstlern ohne Vertrag arbei­ten. Dazu aber dann mehr, wenn es soweit ist.

Fazit: Akuma ist ein ernst gemein­ter und mei­ner Ansicht nach gut kon­zi­pier­ter Versuch, im schwie­ri­gen Businessfeld Online-Musik ein Produkt zu ent­wer­fen, das User-Convenience und faire Preise ver­bin­det. Dank Einzeltitelverkauf und Vorhörfunktion lässt sich hier um wenig Geld eine völ­lig legale Musikbibliothek zusam­menkli­cken. Gratisdownloads und umfang­rei­che Social Funktionen run­den das Portfolio ab. Auf der Wunschliste ste­hen natür­lich die per­ma­nente Erweiterung des Repertoires und ein ver­zweig­te­rer, redak­tio­nell gepfleg­ter Genre-Baum mit Subgenres, denn die Tagwolke ent­spricht der­zeit eher einer Random-Navigation.

akuma — Online Musikdienst

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Bisher haben meine Lieblingsleser 4 Kommentare zu "Akuma — mp3s ohne Einschränkungen" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Heinrich Identicon Icon

    Blöde Frage: Besteht dein Blog aus einer Trigami-Partnerschaft oder gibt es Bonusmeilen bei der Lufthansa? *scherz*

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 10. September 2007 um 8:43

    Nein, es gibt Bonusmeilen bei der DDSG :mrgreen:
    Noch drei Reviews, und ich fahr mit dem Boot bis Bratislava :grin:

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  • forskythe Identicon Icon
    forskythe sagte am 10. September 2007 um 22:29

    Der Service sieht auf den ers­ten und zwei­ten Blick ziem­lich okay aus, werd mir dort dem­nächst auch mal ein paar neue tracks für on the road che­cken. Nur das tagging-system bringt wirk­lich keine beson­ders brauch­ba­ren ergeb­nisse, wie du eh geschrie­ben hast.

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  • Kodi Identicon Icon

    AKUMA ist genau wie alle ande­ren ein­fach nur teuer.…

    Ich wills ja nicht umsonst aber ich find die Preise “Hammer” des­halb hol ich mir meine Musik lie­ber bei www.flatster.com denn das kann man als Student wenigs­tens bezah­len — auch alles ohne DRM — alles ohne nut­zungs­ein­schrän­kun­gen — und was ich gehört hab, beh­late ich auch aund darf es auf jeden Player kopieren…Flatster macht ein­fach Sinn…

    Gruß

    Kodi

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