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Akuma – mp3s ohne Einschränkungen

AkumaKann ein Online-Musikanbieter profitabel funktionieren, ohne auf nervige Kopierschutztechnologien zu setzen? Diese Frage hat die Major Industrie in den letzten Jahren in einer immens kundenunfreundlichen Weise beantwortet. Der Online-Musikdienst Akuma macht’s besser und setzt auf unverschlüsselte -Files in hoher Qualität sowie auf Crowdsourcing bei Bewertung und Empfehlungen.

Um die volle Funktionalität der Seite nutzen zu können, ist ein Login unbedingt erforderlich – man kann sich zwar als Gast durchs Repertoire klicken, allerdings bleibt dann die Vorhörfunktion verwehrt, und die ist eine der Stärken Akumas: jeder einzelne Track steht zur Verfügung, und zwar in sehr passabler Qualität: so muss niemand die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen. Alle Files werden als ungeschützte mp3s verkauft, ein Drittel des Repertoires enthält Wasserzeichen, die von unerlaubter Weitergaben abhalten sollen. Das Recht auf Privatkopie dürfte, zumindest laut meinen juristischen Kenntnissen, in .at davon unbenommen bleiben. Auch in Deutschland ist nach meinem Wissensstand lediglich die Überwindung technischer Kopierhürden verboten, nicht jedoch die private Weitergabe an sich. Verhindern sollen die Wasserzeichen in erster Linie also die Verbreitung via peer2peer Tauschsysteme á la e-mule.

Repertoire und Genres

Wie erwähnt setzt Akuma stark auf Social Media – bei der Genre- offenbaren sich allerdings schnell die Schwächen des Crowdsourcing: dass bei “Digital Hardcore” ein Sampler mit US-Billboard-Charts auftaucht, hat einen gewissen Charme, ist der erfolgreichen Suche allerdings ebenso wenig behilflich wie der Tag “Drum and Bass”, welcher alles mögliche, nur keine Breaks auf 180 zu Tage fördert. Zum Glück muss man sich aber nicht auf die Schlagwortwolke verlassen, eine alphabetische Auflistung aller Künstler, Labels und Alben sowie ein redaktionell gepflegter Genrebaum bieten strukturiertere Zugänge. Und wer bereits ganz genau weiß, was will, wird mit der flexiblen und gut durchdachten Ajax-Suche schnell fündig, so denn sein Objekt der Begierde im Repertoire vertreten ist. Mit anderen Worten: alles gibt’s nirgendwo, aber die Chancen, fündig zu werden, stehen bei Akuma aufgrund der mittlerweile sehr umfangreichen Labelpartner-Liste nicht schlecht, sofern der gesuchte Artist bei einem Independent-Label veröffentlicht.

Angebot und Preise

600.000 Songs umfasst die Datenbank derzeit, eine Million sollen es bis Ende des Jahres werden. Überall kann reingehört werden, Länge und Bitrate stehen in der Beschreibung. Wie im unten stehenden zu lesen ist, plant die Geschäftsführung eine gravierende Erweiterung des Systems: zukünftig sollen auch Independent-Musiker direkt ihre Tracks verkaufen können, also ganz ohne Labelvertrag einen Vertriebskanal finden. Das könnte die Attraktivität der Plattform gehörig pushen – und das alte Problem der Qualitätskontrolle lässt sich vermutlich sehr gut durch Userfeedback in den Griff bekommen.

startseite

Die Preise einzelner Songs pendeln zwischen 89 Cent und knapp über einen Euro, Alben kosten rund 10 Euro. Bei EPs stimmt allerdings die Summenberechnung nicht: so kostet jeder der 5 Songs von Jan Delays “Vergiftet EP” EUR 1,09 – doch für die komplette Scheiben werden EUR 9,49 fällig – so verhält sich’s beim Großteil der EPs, also besser einzeln kaufen.

Userinteraktion, technische Umsetzung

Akuma unterscheidet sich von anderen Musikdiensten, weil es interaktiv ist. Nutzer können Songs anhören, taggen, bewerten, rezensieren und kommentieren.

So der Claim der Plattform – umgesetzt wurde er durch Integration des bereits erwähnten Tagging, durch umfassende Kommentar- und Bewertungsfunktionen und schließlich durch die Integration der Empfehlungen und Verknüpfungsrelationen von einem, der’s wissen muss: last.fm liefert die Daten für die gute alte “das könnte dir auch gefallen” Funktion.

Im Userprofil finden sich neben den Stammdaten und Übersicht über bisherige Käufe auch ein Gästebuch, die obligatorische Merkliste, eine Freudesverwaltung, ein Private Messaging System sowie ein Covergenerator für heruntergeladene Alben:

userprofil

Die Optik ist stets eine Geschmacksfrage, technisch hat Akuma das Pflichtenheft sauber abgearbeitet: übersichtliche Bedienung ohne unnötigen Schnickschnack und sinnvoller Einsatz von Ajax sorgen für flotte Bedienung – aber genug der Theorie, wie sieht’s aus mit dem…

Einkaufserlebnis. Ein Erfahrungsbericht.

Als DJ noxukao lege im Kreise der gaposlovakia-Banditen schon längst nur mehr digital auf – den Großteil der Tracks, die ich spiele, digitaliere (Vertipper, aber ein guter!) digitalisiere ich selbst von Rezensionsalben, die über the gap bekomme, die restlichen Nummern krieg ich teilweise direkt von den Produzenten, teilweise bediene ich mich bei Free Labels. Diverse Kopierschutzsysteme haben mich bisher vom Online-Kauf recht effektiv abgehalten – diese Trigami-Rezension ist ein willkommener Anlass, für einen kleinen Praxistest der Plattform.

Wer einkaufen will, muss zuerst Guthaben aufladen. Bezahlt wird via , Clickandbuy oder durch eine Online-Überweisung. Die so erworbenen Credits können anschließend für einzelnen Nummern oder komplette Alben verwendet werden:

bezahlung

Ich habe mal testweise 10 Euro aufgeladen – einen Warenkorb mit fünf Tracks zusammen zu stellen, die mich interessieren, war eine Sache von fünf Minuten – dank der umfassenden Verlinkung und der praktischen Vorhörfunktion hantelt man sich mit einer sympathischen Portion Zufallsfaktor durch das Repertoire.

warenkorb

Nach dem Abschließen des Bestellvorgangs wird man weitergeleitet zur Download-Seite, wo die Tracks bereitstehen. Der Download kann dabei sofort oder zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen, die Geschwindigkeit der Server lässt nichts zu wünschen übrig. Ein erfreuliches Shopping-Erlebnis: so macht Online-Musikkauf-Spaß: ohne proprietäre Codecs, ohne Bindung an bestimmte Hardware – Akuma hat den Praxistest bestanden.

Sascha Hottes über Akuma

Sascha Hottes ist der Geschäftsführer von Netzwelt.de und Akuma. Via E-Mail hat er einige Fragen zu Akuma selbst beantwortet. Weitere News zu aktuellen Entwicklungen finden Interessierte auch im akuma Entwicklerblog.

datenschmutz: Die Motivation für Akuma waren Diskussionen über Online-Musik auf Netzwelt. Daraus entstand das Akuma-Projekt. Welches Features halten Sie für die drei wichtigsten?

Sascha Hottes: Ganz klar im Vordergrund stand bei uns das -Format: Kompatibles Musikformat ohne () in hoher Qualität (bis zu 320 kBit/s Bitrate). Genauso wichtig war uns eine Kompatibilität zu allen Browsern und Betriebssystemen. Und als drittwichtigsten Punkt erachten wir die Möglichkeit einen Shop als Kunde mitzugestalten.

?: Wie sehen Ihre bisherigen Erfahrungen mit Genres aus? Gibt es bei den Usern klare Präferenzen für bestimmte Richtungen?

!: Ja und Nein. Am meisten wird sicher aus dem Bereich Dance/Electronic heruntergeladen, das hat damit zu tun, dass wir hier am meisten Vertriebspartner haben. Interessant ist, dass immer mal wieder kleine Nischen wie Filmmusik oder Country aufblitzen und im Verhältnis zu den eigentlichen Charts sehr viele Downloads haben.

?: Wie beliebt ist Ihr Angebot an -mp3s?

!: Die - werden rege genutzt. Geschenke werden immer gerne angenommen. Da die heutigen DSL-Geschwindigkeiten das auch schnell runterladen lassen, hören die meisten Nutzer gerne mal rein.

?: Wie sind die Reaktionen der User auf die Wasserzeichen-Technologie?

!: Dazu muss man sagen: Nur rund ein Drittel unserer Titel sind mit Wasserzeichen versehen, die meisten neuen Titel gar nicht. Bisher habe ich keine negativen Meldungen bekommen. Sicher fragt mal der ein oder andere, was wir da eigentlich speichern. Dann beantworten wir das, etwa im Entwicklerblog. Ansonsten ist es aus unserer Sicht ein fairer Schritt. Im Gegensatz zum das im Prinzip unterstellt, dass jeder Nutzer erst einmal illegal handelt und deshalb beschränkt werden muss, vertrauen wir und unsere Labelpartner dem Kunden, bis wir das Gegenteil beweisen können. Klagen gab es übrigens noch keine, das ist nach so vielen Monaten sicher ein Erfolg und trägt dazu bei, dass skeptische Labels umdenken werden.

?: Wie sehen die zukünftigen Pläne für die Weiterentwicklung von Akuma aus?

!: Der Fokus lag in den letzten Monaten auf den Katalogausbau. Da haben wir mittlerweile Routine drin. Sicher werden wir noch den oder anderen Major auf unsere Plattform integrieren. In den nächsten Wochen wollen wir uns aber auf die Community als solches konzentrieren und hier weitere Funktionen einführen. Zudem wollen wir enger mit Künstlern ohne Vertrag arbeiten. Dazu aber dann mehr, wenn es soweit ist.

Fazit: Akuma ist ein ernst gemeinter und meiner Ansicht nach gut konzipierter Versuch, im schwierigen Businessfeld Online-Musik ein Produkt zu entwerfen, das User-Convenience und faire Preise verbindet. Dank Einzeltitelverkauf und Vorhörfunktion lässt sich hier um wenig Geld eine völlig legale Musikbibliothek zusammenklicken. Gratisdownloads und umfangreiche Social Funktionen runden das Portfolio ab. Auf der Wunschliste stehen natürlich die permanente Erweiterung des Repertoires und ein verzweigterer, redaktionell gepflegter Genre-Baum mit Subgenres, denn die Tagwolke entspricht derzeit eher einer Random-Navigation.

akuma – Online Musikdienst

5 Kommentare zu „Akuma – mp3s ohne Einschränkungen“

  • Blöde Frage: Besteht dein Blog aus einer Trigami-Partnerschaft oder gibt es Bonusmeilen bei der Lufthansa? *scherz*

    direkt antworten

  • Nein, es gibt Bonusmeilen bei der DDSG :mrgreen:
    Noch drei Reviews, und ich fahr mit dem Boot bis Bratislava :grin:

    direkt antworten

  • forskythe sagte am 10. September 2007 um 22:29

    Der Service sieht auf den ersten und zweiten Blick ziemlich okay aus, werd mir dort demnächst auch mal ein paar neue tracks für on the road checken. Nur das tagging-system bringt wirklich keine besonders brauchbaren ergebnisse, wie du eh geschrieben hast.

    direkt antworten

  • AKUMA ist genau wie alle anderen einfach nur teuer….

    Ich wills ja nicht umsonst aber ich find die Preise “Hammer” deshalb hol ich mir meine Musik lieber bei www.flatster.com denn das kann man als Student wenigstens bezahlen – auch alles ohne DRM – alles ohne nutzungseinschränkungen – und was ich gehört hab, behlate ich auch aund darf es auf jeden Player kopieren…Flatster macht einfach Sinn…

    Gruß

    Kodi

    direkt antworten

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