datenschmutz - Social Marketing, Pro-Blogging und medien.kultur.technik
 
img_4559.jpg Youtube Kinoabend Wintereinbruch in Lienz, 2008 Almcamp 2009 digitalks2.jpg
datenschmutz RSS Feed
873 zufriedene Leser
RSS jetzt abonnieren
Twitter
38010 Followers
auf Twitter folgen
datenschmutz Adventkalender: jeden Tag 1 Stofftier zu gewinnen!

Cannabis — eine Pflanze mit vielen Talenten

14.09.2007, geschrieben von , 7 Kommentare
disclaimer Cannabis   eine Pflanze mit vielen Talenten Hinweis: Dies ist ein von
tri­gami ver­mit­tel­ter Auftrag.

hanf2 Cannabis   eine Pflanze mit vielen TalentenDen ver­schie­de­nen Anwendungsmöglichkeiten einer äußerst viel­sei­ti­gen Pflanze wid­met sich das Hanf Blog. Ob –Kosmetik, Hanfkleidung, in der Industrie oder als Rohstoff für Kosmetikprodukte: die hohe ökolo­gi­sche Verträglichkeit einer unter­schätz­ten Pflanze ver­dient einen genaue­ren Blick — denn ent­puppt sich als wah­res Multitalent, das von der Papierfaser übers Speiseöl bis hin zum Baumaterial ökolo­gisch ver­träg­li­che und hoch­wer­tige Rohstoffe lie­fert.

Ich habe das Vergnügen, im Auftrag des genannte Blogs der wer­ten Leserschaft eine Reihe — wie ich finde — aus­ge­spro­chen span­nen­der Fakten über Cannabis Sativa nahe zu brin­gen — doch worum geht’s in die­ser trigami-Rezension eigent­lich überhaupt?

Faserhanf oder auch Nutzhanf trägt den latei­ni­schen Namen Cannabis sativa: Diese Hanfart hat eine Wachstumsdauer von einem Jahr und sie kann bis zu 7 Meter hoch wer­den. Cannabis sativa besitzt eine aus­ge­prägte Faserbildung, jedoch nur eine geringe Quantität an Harz. Der Name “sativa” bedeu­tet “nütz­lich”, also “nütz­li­cher Hanf”.

Die bewusst­seins­er­wei­ternde “Nützlichkeit” der Pflanze schät­zen nicht nur Hippies und –Touristen, doch die poli­ti­sche Debatte um eine Pflanze, die nach Meinung zahl­rei­cher Forscher umfas­sen­den Einsatz in der Medizin fin­den könnte, ten­diert dazu, die ökolo­gi­sche Gesamtbilanz eines äußerst viel­sei­ti­gen Gewächses zu über­schat­ten. In die­sem habe ich mich sehr dar­über gefreut, dass der Auftraggeber in die­sem Fall kein Produkt bewer­ben will, son­dern eine Image-Kampagne für eine schwer unter­schätzte Pflanze bucht. Im Zuge der Recherche bin ich auf Fakten gesto­ßen, die in Zeiten drän­gen­der Energiefragen und anhal­ten­der Klimaerwärmung unbe­dingt Gehör fin­den soll­ten: aber lesen Sie selbst, warum Cannabis Sativa zu Recht als eier­le­gende Wollmilchpflanze bezeich­net wer­den darf…

Multitalent Hanf

hanf1 Cannabis   eine Pflanze mit vielen TalentenHanf bil­det extrem zähe und reiß­feste Fasern — aus genau die­sem Grund wird die Pflanze seit Jahrhunderten für die Herstellung von Seilen ver­wen­det. Gegenüber Sisal und Baumwolle wei­sen die Fasern einen enor­men Vorteil auf: sie sind äußerst resis­tent gegen Feuchtigkeit. Dichtet man einen trop­fen­den Wasserhahn mit einem Baumwollfaden ab, löst sich die­ser nach weni­gen Tagen bedingt durch die Nässe auf, der Hanffaden dage­gen nimmt bis zu 30 Prozent sei­nes Eigengewichts an Wasser auf und bleibt den­noch form­sta­bil. Exakt diese Eigenschaft ist mit dafür ver­ant­wort­lich, dass Christoph Columbus und Co. Amerikas Küsten erreich­ten: denn ein­zig und allein Segeltuch aus Hanffasern war damals in der Lage, den anspruchs­vol­len kli­ma­ti­schen Bedingungen der Weltmeere dau­er­haft zu trotzen!

Diese hohe Nässeabsorption macht Hanf in vie­len Gegenden die­ser Erde zu einem äußerst belieb­ten Rohstoff für die Herstellung “kli­maak­ti­ver” Kleidung: Schweiß wird sehr effi­zi­ent auf­ge­nom­men und an die Oberfläche der Kleidung trans­por­tiert — eine hoch­will­kom­mene Eigenschaft bei Kleidungsstücken, die man an hei­ße­ren Tagen direkt auf der Haut trägt. Ein wei­te­rer Vorteil: sol­che Kleidungsstücke sind voll­kom­men mot­ten­si­cher, da Hanffasern kei­ner­lei Eiweißbestandteile enthalten.

Man kann die Fasern natür­lich auch wesent­lich dün­ner aus­wal­zen: Hanfpapier ist im Vergleich zu her­kömm­li­chen Schreibunterlagen aus Zellulose genauso wie die Seile sehr reiß­fest und erweist sich in der Herstellung beson­ders im Hinblick auf die Schonung der Wälder als wirt­schaft­lich will­kom­mene Alternative zur Zellulose, genügt dabei aber selbst höchs­ten Qualitätsansprüchen.

Der gesund­heits­be­wusste Gourmet hat sein Hanföl ohne­hin im Kühlschrank ste­hen, denn die­ses bie­tet eine opti­male Kombination an unge­sät­tig­ten Fettsäuren, wobei die hohe Konzentration an Gamma-Linol Säuren eine beson­ders posi­tive Auswirkung gegen Neurodermitis und andere Hautkrankheiten haben — zwei­fel­los ein Mitgrund, warum Hanfextrakte zuneh­mend Verwendung in Kosmetika finden.

Als Fan der Zotter Hanf-Schokolade weiß ich durch­aus um die Gourmet-Qualitäten der gerös­te­ten Samen, dass Hanf aller­dings auch eine Alternative zum Biodiesel-Lieferanten Raps dar­stellt, war mit neu. Im Zuge der Recherchen für die­sen Beitrag habe ich auf legalisieren.at das fol­gende ein­drucks­volle Rechenbeispiel gefunden:

30 Millionen Hektar Anbaufläche ste­hen nach Angaben der EG im euro­päi­schen Raum auf still­ge­leg­ten Äckern für nach­wach­sende Rohstoffe zur Verfügung. Würden nur 6 Millionen Hektar, das wäre gerade ein Fünftel die­ser nicht mehr genutz­ten Fläche, im nächs­ten Jahr mit Hanf bestellt, könn­ten nach hun­dert Tagen von die­sen Feldern geern­tet werden:

24 Millionen Tonnen . Das wäre eine Energie, die den­sel­ben Brennwert hat wie Heizöl oder Diesel, aber im Unterschied zu den fos­si­len Brennstoffen die CO2 –Bilanz nicht belas­tet. Der ganze Dieselverbrauch der BRD (1989 waren es 17 Millionen Tonnen) wäre mit die­ser Ernte zu decken. Der der­zeit bei uns als Öllie­fe­rant favo­ri­sie­rende Raps bringt nicht nur weni­ger als die Hälfte der Hanferträge, er ist dar­über hin­aus im Anbau arbeits­in­ten­si­ver, braucht große Mengen Pflanzenschutzmittel und laugt die Böden aus. Außerdem ist der nach der Ölge­win­nung nur noch zum Verbrennen geeig­net. Hanf hin­ge­gen bringt nicht nur die dop­pelte Menge , son­dern nach der Ölge­win­nung fie­len wei­ter­hin an: Lebensmittel, Viehfutter, natür­li­ches Antibiotikum, Fasern für die Textilindustrie (dioxin­frei), Papier, Baumaterial.

Cannabis anbauen

Der Anbau von Hanf ist eine äußerst wirt­schaft­li­che Angelegenheit, deren Vorteile sich ins­be­son­dere erschlie­ßen, wenn man die gesamte Ökobi­lanz in Betracht zieht: im Gegensatz zu den meis­ten mono­kul­tu­rel­len Nutzpflanzen ist Hanf nicht auf soge­nann­ten “Beikrautbekämpfung” ange­wie­sen, ver­langt also keine Monokulturen: trotz­dem lie­gen die Erträge im Vergleich zu Flachs um das bis zu zwei­ein­halb­fa­che höher, der Ölan­teil in der Pflanz ist dop­pelt so hoch wie bei Raps.

hanf3 Cannabis   eine Pflanze mit vielen TalentenNoch posi­ti­ver zuguns­ten des Multitalents fällt die Vergleichsbilanz beim Papier aus: ein Hektar Anbaufläche ergibt über 2 Tonnen Zellulose, wäh­rend ein Hektar Wald ledig­lich eine halbe Tonne lie­fert. Zusätzlich müs­sen bei der Bleichung des so gewon­nen Papiers wesent­lich weni­ger Bleichmittel zum Einsatz kom­men, um den­sel­ben Reinheitsgrad zu errei­chen, da Holz dop­pelt so viel “stö­ren­des” Lignin ent­hält. Hanf lässt sich zudem im mit­tel­eu­ro­päi­schen Klima pro­blem­los anzu­bauen und ist hier seit Jahrtausenden hei­misch. Die Pflanze wächst in 100 Tagen bis zu vier Meter hoch und ver­bes­sert dabei die Böden für nach­fol­gende Kulturfrüchte — ein Multitalent also, das in Zeiten ökolo­gi­scher Rückbesinnung ein viel­d­i­men­sio­na­les Nutzungsszenario erlaubt.

Fazit: Die nahezu uni­ver­selle Einsetzbarkeit von Hanf bei der gleich­zei­tig hoch­gra­dig erfreu­li­chen Ökobi­lanz der Pflanze müsste in den nächs­ten Jahren zu einer weit stär­ke­ren Nutzung als der­zeit üblich füh­ren. Es bleibt zu hof­fen, dass eine immer wie­der popu­lis­ti­sche geschürte Drogendebatte nicht dazu führt, eine unse­rer wert­volls­ten Kulturpflanzen in ein unver­dient schie­fes Licht zu rücken! Denn wel­che andere Pflanze lie­fert schon Kleidung, Nahrung, Öl, Papier, Baustoffe — und, wie die Niederlande seit Jahren vor­ma­chen, bei ent­spre­chen­dem poli­ti­schen Willen eine sozial ver­träg­li­che Entspannung, der viele Experten ein weit gerin­ge­res Gefährdungspotential zuschrei­ben als König Alkohol?

Weitere Informationen: Hanf.org — das Hanfblog

Keine ähnli­chen Beiträge.


Bisher haben meine Lieblingsleser 7 Kommentare zu "Cannabis — eine Pflanze mit vielen Talenten" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
Kommentar schreiben

:frog: :frog2: :frog3: :frog5: :frog6: :dirtfrog: :frog4: :frog4o: :frog7: :artfrog: :darkfrog: :elkfrog: :frogface: :frogonleaf: :leefrog: :littlefrog: :princefrog: :coolfrog: :coolfrogjump: :mrt: :smoking666: :borg: :ninja: :satan: :saint: :elvis: :king: :pimp: :pirat: :mrdj: :elk: :cool: :geek: :weird: :mad: :sad: :-? :shock: :anonym: :angel: :kiss: :love2: :coffee2: :white2: :dog: :cat: :ccocktail: :beer: :thumbdown: :thumbup:

0 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • Ping me, please! Einfach /trackback/ an die URL anhängen.
?
datenschmutz.tribe
         Login | Registrieren
via RSS Feed datenschmutz RSS Feed
als Newsletter
aweber
AlbanianArabicBasqueBelarusianBulgarianCatalanChinese (Simplified)CroatianCzechDanishDutchEnglishFrenchGermanItalianPortugueseRussianSpanish
datenschmutz q+a
Stellen Sie mir Ihre Frage zu Social Marketing, Blogging und Co. — ich ant­worte dem­nächst hier am Blog.
Neueste Beiträge