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Pagegangster: PDFs stilvoll und teuer präsentieren

17.09.2007, geschrieben von , 1 Kommentar
disclaimer Pagegangster: PDFs stilvoll und teuer präsentieren Hinweis: Dies ist ein von
tri­gami ver­mit­tel­ter Auftrag.

Mit Pagegangster las­sen sich PDF-Dateien online ins –Format kon­ver­tie­ren — inklu­sive beim Umblättern. Der Flashplayer stellt die Inhalte der hoch­ge­la­de­nen Datei als digi­tale Buchsimulation dar, gehos­tet wer­den die fer­ti­gen eBooks beim Anbieter. Das soll Printdesignern die naht­lose Portierung ihrer fer­tig gelay­ou­te­ten Druckwerke ins Internet ermög­li­chen.

pagegangster Pagegangster: PDFs stilvoll und teuer präsentierenIm Zeitalter des mobi­len Büros wan­dern immer mehr frü­here Offline-Applikationen ins Netz ab. Ob Google Office, Webmail oder Adressverwaltung: die Verlagerung des Datenspeichers auf zen­trale Server erlaubt den Zugriff von über­all und erleich­tert die Synchronisation mit ver­schie­de­nen mobi­len Headsets. Diverse Seiten bie­ten Online-Conversion Tools an, die etwa - oder Bilddateien in ver­schie­dene Formate trans­ko­die­ren, doch Pagegangster fällt in eine völ­lig andere Kategorie: hier geht’s nicht darum, PDFs am lau­fen­den Band zu kon­ver­tie­ren, son­dern um die die stil­volle Präsentation ein­zel­ner E-Publikationen.

Das Hochladen der fer­tig vor­be­rei­te­ten PDF-Datei ist der ein­zige Arbeitsschritt, alles andere erle­digt das Konvertierungsscript. Der “Player” beherrscht ver­schie­dene Eingabevarianten, erlaubt das Durchsuchen des Inhalts ebenso wie das sei­ten­weise Blättern oder das direkte Anwählen durch Eingabe der Seitennummer. Ein “Share with your fri­ends” Mailer, eine Druckfunktion und eher ent­behr­li­che Umblätter-Geräusche kom­plet­tie­ren den Funktionsumfang. Die Sprache des Players lässt sich umschalten.

Die kon­ver­tierte Datei steht dem Kunden nicht als Download zur Verfügung, son­dern bleibt per­ma­nent am Pagegangster-Server gehos­tet und kann via iframe oder Pop-Up in eigene Seiten ein­ge­bun­den wer­den, zum Download ange­bo­ten wird das ursprüng­li­che PDF. Die Konvertierung als sol­che ist gra­tis — direkt nach der Umwandlung der betref­fen­den Datei erhält der Uploader via Passwort Zugriff auf das Resultat. Sieben Tage lang bleibt Zeit, zu bezah­len, andern­falls wird die kon­ver­tierte Datei wie­der vom Server gelöscht. Auf die Gratis-Version hat über­dies nur der Autor mit Passwort Zugriff — erst nach der Bezahlung lässt sich die Seite frei einbinden.

Die Preisgestaltung

pg2.thumbnail Pagegangster: PDFs stilvoll und teuer präsentieren
So nett das Resultat auf den ers­ten Blick auch wirkt: der Preis von 199$ für ein Jahr und 9,99$ für jedes Folgemonat ab dem zwei­ten Jahr ist schlicht­weg astro­no­misch, dafür bekommt man anderswo pro­blem­los einen gan­zen Shared Server. Konfigurieren lässt sich noch dazu rein gar nichts, der Player sieht immer gleich aus — das mini­miert natür­lich Bedienungsschwierigkeiten, lässt aber kei­ner­lei Spielraum für eigene Gestaltung. Eine Firma, die ihren Geschäftsbericht auf­wän­dig online prä­sen­tie­ren wird, wird mehr Wert auf die eige­nen CI als auf aus­ge­fal­lene 3D-Effekte beim Umblättern legen. Die Tatsache, dass sich die Flash-Dateien ledig­lich über unge­liebte iframes oder noch läs­ti­gere Pop-Ups ein­bin­den las­sen, ist eben­falls kaum zu ver­schmer­zen — ein object-Einbindungscode fehlt. Weder die Permalink noch Dateiname zur jewei­li­gen Publikation sind frei kon­fi­gu­rier­bar, noch lässt sich irgend­et­was — mit Ausnahme der PDF-Datei selbst natür­lich — anpas­sen. Pagegangster hat sich mit der wenig vom Inhalt ablen­ken­den grau-in-grau Gestaltung zwei­fel­los eine gra­fisch ganz nette Variante über­legt, PDFs zur Verfügung zu stel­len, doch wer im Jahr dafür pro 200 Dollar hin­le­gen soll, ist mir schleierhaft.

Beispiel einer PDF-Datei

In der Trigami-Auftragsbeschreibung wurde darum geben, eine Beispielsdatei ein­zu­bin­den — das funk­tio­niert aller­dings nur mit bezahl­ten und frei­ge­schal­te­nen Werken und wäre somit um eine ganze Latte teu­rer als meine Bezahlung für die­sen Text. Ich habe natür­lich eine Datei kon­ver­tiert, doch um die anschauen zu kön­nen, muss man sich ein­log­gen — zumin­dest habe ich keine Möglichkeit gefun­den, eine Test-Datei ohne Passwort öffent­lich einzubinden.

Username: rit­chie
Password: 8447
http://www.pagegangster.com/shop/publications/view/1646/

Weiter Beispiele sind hier und hier zu fin­den. Um das Prinzip des Viewers zu ver­ste­hen, muss man kurz durch ein eBook navi­gie­ren — das 3D bezieht sich eben nur aufs Umblättern, die Seitendarstellung ist — nett for­mu­liert — kon­ven­tio­nell. Oder eben ein­fach so, wie sie sich seit eini­gen Jährchen bewährt hat. Dass man beim Lesen eines Buches aller­dings immer dezi­diert Umblättern und inner­halb der Einzelseiten Scrollen muss, macht wenig Freude — Userinterfaces sind bis zu einem gewis­sen Grad immer Geschmackssache, aber ich finde Standard-PDF-Files ganz ein­fach beque­mer zum lesen, weil man von Seite zu Seite scrol­len kann. Außerdem indi­zie­ren alle wich­ti­gen Suchmaschinen PDF-Dateien — über die –tech­ni­schen Aspekte des Players habe ich auf der Homepage kei­ner­lei Informationen gefun­den. Auf der alten Homepage der däni­schen Firma aller­dings war zu lesen, dass zumin­dest Links ein­ge­bun­den wer­den kön­nen — eigent­lich ein abso­lu­tes Muss, des­sen Erwähnung mich doch ver­blüfft hat, zumal das PDF-Format ohne­hin beherrscht.

Die AGBs sind ellen­lang; ich bin kein Rechtsexperte, aber ich sehe wenig Grund, warum man seine eige­nen Texte bei einem Fremdanbieter hos­ten sollte, der einen sol­chen Passus formuliert:

In con­nec­tion with the use of the free ser­vice, PG Publications reser­ves the right to make chan­ges and addi­ti­ons to the uploa­ded publi­ca­ti­ons. The publi­ca­ti­ons can be dele­ted and chan­ged at PG Publications’ dis­cre­tion. The cust­o­mer has no rights to the publi­ca­tion its­elf once it is uploa­ded and PG Publications dis­claims any responsi­bi­lity in rela­tion to the con­tent and posi­tion of uploa­ded publications.

Schon klar, dass man sich schad­los hal­ten will — aber warum “the right to make chan­ges and additions”?

Fazit: Prinzipiell nette Idee, aber allen­falls als Technologiestudie zu gebrau­chen: um rasch Verbreitung zu fin­den, sollte Pagegangster die kon­ver­tier­ten Publikationen sofort zugäng­lich machen, Werbung in den Player ein­bin­den und eine wer­be­freie “Pro Version” gegen Entgelt anbie­ten — und bei die­ser Gelegenheit auch gleich an der Personalisierung des Players arbei­ten. Ein ver­än­der­ba­res Farbschema, wähl­bare Schriftarten und die Einbindung eines Logos wären ein sinn­vol­ler Anfang. Nette allein ist zu wenig — spe­zi­ell, wenn die Preisgestaltung alles andere als spar­sam aus­fällt. Der Player ver­mit­telt ein wenig mehr “Zeitschriften-Feeling” als der Adobe-Reader, aber Scrollen ist und bleibt onscreen ein­fach prak­ti­scher als Umblättern.

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