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Pagegangster: PDFs stilvoll und teuer präsentieren

Dies ist ein von trigami vermittelter Auftrag Hinweis: Dies ist ein von
trigami vermittelter Auftrag.

Mit Pagegangster lassen sich PDF-Dateien online ins Flash-Format konvertieren - inklusive 3D Animation beim Umblättern. Der Flashplayer stellt die Inhalte der hochgeladenen Datei als digitale Buchsimulation dar, gehostet werden die fertigen eBooks beim Anbieter. Das soll Printdesignern die nahtlose Portierung ihrer fertig gelayouteten Druckwerke ins Internet ermöglichen.

pagegangsterIm Zeitalter des mobilen Büros wandern immer mehr frühere Offline-Applikationen ins Netz ab. Ob Google Office, Webmail oder Adressverwaltung: die Verlagerung des Datenspeichers auf zentrale Server erlaubt den Zugriff von überall und erleichtert die Synchronisation mit verschiedenen mobilen Headsets. Diverse Seiten bieten Online-Conversion Tools an, die etwa Grafik- oder Bilddateien in verschiedene Formate transkodieren, doch Pagegangster fällt in eine völlig andere Kategorie: hier geht's nicht darum, PDFs am laufenden Band zu konvertieren, sondern um die die stilvolle Präsentation einzelner E-Publikationen.

Das Hochladen der fertig vorbereiteten PDF-Datei ist der einzige Arbeitsschritt, alles andere erledigt das Konvertierungsscript. Der "Player" beherrscht verschiedene Eingabevarianten, erlaubt das Durchsuchen des Inhalts ebenso wie das seitenweise Blättern oder das direkte Anwählen durch Eingabe der Seitennummer. Ein "Share with your friends" Mailer, eine Druckfunktion und eher entbehrliche Umblätter-Geräusche komplettieren den Funktionsumfang. Die Sprache des Players lässt sich umschalten.

Die konvertierte Datei steht dem Kunden nicht als Download zur Verfügung, sondern bleibt permanent am Pagegangster-Server gehostet und kann via iframe oder Pop-Up in eigene Seiten eingebunden werden, zum Download angeboten wird das ursprüngliche PDF. Die Konvertierung als solche ist gratis - direkt nach der Umwandlung der betreffenden Datei erhält der Uploader via Passwort Zugriff auf das Resultat. Sieben Tage lang bleibt Zeit, zu bezahlen, andernfalls wird die konvertierte Datei wieder vom Server gelöscht. Auf die Gratis-Version hat überdies nur der Autor mit Passwort Zugriff - erst nach der Bezahlung lässt sich die Seite frei einbinden.

Die Preisgestaltung

pagegangster
So nett das Resultat auf den ersten Blick auch wirkt: der Preis von 199$ für ein Jahr und 9,99$ für jedes Folgemonat ab dem zweiten Jahr ist schlichtweg astronomisch, dafür bekommt man anderswo problemlos einen ganzen Shared Server. Konfigurieren lässt sich noch dazu rein gar nichts, der Player sieht immer gleich aus - das minimiert natürlich Bedienungsschwierigkeiten, lässt aber keinerlei Spielraum für eigene Gestaltung. Eine Firma, die ihren Geschäftsbericht aufwändig online präsentieren wird, wird mehr Wert auf die eigenen CI als auf ausgefallene 3D-Effekte beim Umblättern legen. Die Tatsache, dass sich die Flash-Dateien lediglich über ungeliebte iframes oder noch lästigere Pop-Ups einbinden lassen, ist ebenfalls kaum zu verschmerzen - ein object-Einbindungscode fehlt. Weder die Permalink noch Dateiname zur jeweiligen Publikation sind frei konfigurierbar, noch lässt sich irgendetwas - mit Ausnahme der PDF-Datei selbst natürlich - anpassen. Pagegangster hat sich mit der wenig vom Inhalt ablenkenden grau-in-grau Gestaltung zweifellos eine grafisch ganz nette Variante überlegt, PDFs zur Verfügung zu stellen, doch wer im Jahr dafür pro eBook 200 Dollar hinlegen soll, ist mir schleierhaft.

Beispiel einer PDF-Datei

In der Trigami-Auftragsbeschreibung wurde darum geben, eine Beispielsdatei einzubinden - das funktioniert allerdings nur mit bezahlten und freigeschaltenen Werken und wäre somit um eine ganze Latte teurer als meine Bezahlung für diesen Text. Ich habe natürlich eine Datei konvertiert, doch um die anschauen zu können, muss man sich einloggen - zumindest habe ich keine Möglichkeit gefunden, eine Test-Datei ohne Passwort öffentlich einzubinden.

Username: ritchie
Password: 8447
http://www.pagegangster.com/shop/publications/view/1646/

Weiter Beispiele sind hier und hier zu finden. Um das Prinzip des Viewers zu verstehen, muss man kurz durch ein eBook navigieren - das 3D bezieht sich eben nur aufs Umblättern, die Seitendarstellung ist - nett formuliert - konventionell. Oder eben einfach so, wie sie sich seit einigen Jährchen bewährt hat. Dass man beim Lesen eines Buches allerdings immer dezidiert Umblättern und innerhalb der Einzelseiten Scrollen muss, macht wenig Freude - Userinterfaces sind bis zu einem gewissen Grad immer Geschmackssache, aber ich finde Standard-PDF-Files ganz einfach bequemer zum lesen, weil man von Seite zu Seite scrollen kann. Außerdem indizieren alle wichtigen Suchmaschinen PDF-Dateien - über die SEO-technischen Aspekte des Players habe ich auf der Homepage keinerlei Informationen gefunden. Auf der alten Homepage der dänischen Firma allerdings war zu lesen, dass zumindest Links eingebunden werden können - eigentlich ein absolutes Muss, dessen Erwähnung mich doch verblüfft hat, zumal das PDF-Format ohnehin Hyperlinks beherrscht.

Die AGBs sind ellenlang; ich bin kein Rechtsexperte, aber ich sehe wenig Grund, warum man seine eigenen Texte bei einem Fremdanbieter hosten sollte, der einen solchen Passus formuliert:

In connection with the use of the free service, PG Publications reserves the right to make changes and additions to the uploaded publications. The publications can be deleted and changed at PG Publications' discretion. The customer has no rights to the publication itself once it is uploaded and PG Publications disclaims any responsibility in relation to the content and position of uploaded publications.

Schon klar, dass man sich schadlos halten will - aber warum "the right to make changes and additions"?

Fazit: Prinzipiell nette Idee, aber allenfalls als Technologiestudie zu gebrauchen: um rasch Verbreitung zu finden, sollte Pagegangster die konvertierten Publikationen sofort zugänglich machen, Werbung in den Player einbinden und eine werbefreie "Pro Version" gegen Entgelt anbieten - und bei dieser Gelegenheit auch gleich an der Personalisierung des Players arbeiten. Ein veränderbares Farbschema, wählbare Schriftarten und die Einbindung eines Logos wären ein sinnvoller Anfang. Nette Optik allein ist zu wenig - speziell, wenn die Preisgestaltung alles andere als sparsam ausfällt. Der Player vermittelt ein wenig mehr "Zeitschriften-Feeling" als der Adobe-Reader, aber Scrollen ist und bleibt onscreen einfach praktischer als Umblättern.

 

1 Kommentar zu „Pagegangster: PDFs stilvoll und teuer präsentieren“

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