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Wächst Shoemoney oder dem DMOZ eine lange Nase?

dmozVor einigen Tagen sorgte Jeremy Shoemaker auf seinem Blog mit einem Beitrag über das für Aufsehen. Unter dem Titel DMOZ Extortion für einigen Wirbel - unterstellt er dem Säulenheiligen aller Social Bookmarking Sites doch immerhin korrupte Strukturen:

A while back I got a email from a guy claiming to be a saying that I had to pay him $5,000.00 or he would have my site: .com removed from the .

Dass mit dem in der Tat nicht alles zum Besten steht, sollte mittlerweile ausreichend bekannt sein. Welche Priorität das Projekt im Betreiber-Haus AOL genießt, zeigen die "rasante" technische Weiterentwicklung und das "wunderschöne" Logo. Aber denn dennoch zehrt das von seinem einstigen Status - so schreibt das Querdenker-Blog:

Eine Listung ist durchaus eine sehr wichtige Basis für ein gutes , auch wenn die Meinungen darüber auseinandergehen. Aber habt ihr schon mal versucht, eure Seite dort unterzubringen, sprich einzutragen? Das die Kategorien von Moderatoren, bzw. den sog. Editoren betreut werden, mag ja noch eine gute Sache sein. Aber nach welchen Kriterien arbeiten diese Personen wirklich??

Lange Reaktionszeiten, Editoren, die in Foren lang und breit erklären, warum sie zwei Jahren brauchen für einen simplen Freischaltungs-Mausklicken statt diesen einfach auszuführen... we know. Der praktische Gebrauchswert des moderierten Verzeichnisses liegt in seiner API-Funktion: und Co. "vertrauen" Seiten, die dort vertreten sind, mit anderen Worten: -technisch ist so ein -Eintrag nach wie vor von hohem Wert. Modern Street formuliert das so:

The point is, is the directory. And getting into is like the Holy Grail for many webmasters. Being listed in gives bragging rights, and a strong PageRank endorsement, practically for life. That's the ideal, not quite the reality for many though.

Darin liegt also der "Wert" eines solchen Eintrags, und Gerüchte über "korrupte" Editoren tauchten immer wieder mal auf. Nun gehöre ich selbst zum Kreis der kleinen Kategorielakaien und kümmere mich im deutschsprachigen um Design Blogs. Zwar habe ich bislang noch keine 5.000 Dollar-Angebote bekommen und auch keine Sperrdrohbriefe verschickt. Aber wie auch immer: mein Editorenstatus gibt mir Zugriff auf die internen -Foren, und dort wird der -Artikel heftigst diskutiert. Tenor: alles erlogen und erstunken, einem Linkbaiter wie Shoemaker, der diesen Disclaimer verwendet, dürfe man sowieso nichts glauben. Arg, dachte ich mir - hat's Jeremy nötig, eine solche Story zu erfinden, um Wind zu generieren? Abgesehen davon, dass ich einen Disclaimer, der dazu auffordert, das eigene Hirn einzuschalten, sehr sympathisch finde, glaube ich das eigentlich nicht. Allerdings war ich dann doch sehr überrascht, als im verlautbart wurde, die ganze Story müsse einfach erfunden sein, denn Shoemoneys Blog sei nie im gelistet gewesen. Einige regten sogar eine Klage an - obwohl der Artikel vorsichtig formuliert ist (from a guy claiming to be an ).

Anschließend postete der Kreateur des Skandälchens einen Link zur Wayback-Machine, der beweisen soll, das dot com dort sehr wohl gelistet war. Leider hat ist just der fragliche Eintrag in der Wayback-Machine nicht erreichbar und ich kann den betreffenden Link nicht überprüfen - was jegliche Beurteilung in den Bereich der Spekulation verweist. Alles in allem jedenfalls eine hochgradig skurrile Geschichte...

 

12 Kommentare zu „Wächst Shoemoney oder dem DMOZ eine lange Nase?“

  • Alex Identicon Icon

    Dank des Verlusts alter Daten ist es ja gerade derzeit einfacher aufgenommen zu werden als lange Zeit zuvor. Nichts desto trotz kann ich mir gut vorstellen dass es unter den vielen Editoren auch einige schwarze Schafe gibt, weshalb man aber nicht das Dmoz an sich verteufeln sollte.

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  • André Identicon Icon

    Digital-Steinzeitlich mutet das System wirklich an. Ich habe öfters den Verdacht gehabt, dass manche Editoren, dies als privates Marketingtool verwenden um Ihre eigenen Seiten in den Rankings zu pushen.

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  • Stefan Fischerländer Identicon Icon

    Als mein schönes altes SuchmaschinenTricks-Forum noch lief, war das ODP resp. DMOZ einer der besten Auslöser für heftige Streitereien. Und es gab mehr als nur einmal Hinweise darauf, dass Meta-Editoren nicht nur an der Qualität des Verzeichnisses interessiert waren - ums mal vorsichtig zu formulieren.
    Aber auch die inhaltliche Qualität der Arbeit war IMHO eher fragwürdig: Oder wie soll man das sonst beschreiben, wenn ein Meta-Editor eine dringend nötige Überarbeitung einer Kategorie durch einen Editor wieder rückgängig macht, ohne den eigentlich zuständigen Editor zu informieren, noch auf seine Anfragen zu antworten?
    Ich habe mich jedenfalls seither vom ODP zurückgezogen. Meine Erfahrungen liegen nun schon gut sieben Jahre zurück, deshalb mag das heute anders sein; aber ich sehe keinen Anlass, mich dem ODP wieder zu nähern. Das was ich so höre und lese, überzeugt mich nicht, dass sich dort vieles gebessert hätte.

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  • Freak Identicon Icon

    Bei mir geht die Seite.
    Ich habe gerade mal die Seite vom 27.Mai 2007 bei archive.org angeschaut und da war kein Shoemoney zu sehen. Also wird er wohl gelogen haben und das ganze ist als Linkbait anzusehen. Allerdings ein ziemlich mieser.

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  • Daniel Identicon Icon

    Linkbait oder nicht. Da inzwischen ja ein immer längerer Rückstau bei der Aufnahme von Seiten ins ODP entstanden ist, zeigt sich, dass es auch ohne einen solchen Eintrag geht. Ich habe bislang jedenfalls noch keines meiner Projekte ins ODP reinbekommen. Dem Ranking tuts allerdings keinen Abbruch. Ebenso geht es etlichen anderen Webmastern, was beweist, wie wenig ein ODP-Eintrag heute noch bedeutet.

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  • ritchie Identicon Icon

    Prinzipiell hast du recht, das ODP ist ein Relikt aus dem Web 1.0... und ein Eintrag sicher nicht "notwendig", aber auch nicht von Nachteil; halt ein kleiner Bestandteil im SEO-Reigen.

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  • Markus Identicon Icon

    Ich sehe das ähnlich. Man kann sich mit einer Seite mal anmelden, schaden kanns sicher nicht aber wenn aus dem Eintrag nichts wird ist es mittlerweile auch meiner Meinung nach kein Beinbruch.

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    ritchie Identicon Icon

    Nein, und wenn das so weiter geht, dann wird ein Eintrag eines schönen Tages noch kontraproduktiv sein :mrgreen:

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  • tom Identicon Icon

    Tcha, man munkelt das sich Editoren auch Konkurenten vom Hals halten. Ich kann nur sagen das ich a: versuche bessere Seiten zu bauen als meine Mitbewerber und b: es trotzdem nicht geschafft habe auch nur ansatzweise eine Seite da zu listen. Deshalb c: dieses Ding von DMoz wird sich früher oder später selbst killen deshalb verzichte ich in Zukunft völlig darauf... DMoz= :mrgreen:

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    ritchie Identicon Icon

    Irgendwie rennt das ganze schon auf eine recht anachronistische Weise. Verzichten würde ich aber allein schon aufgrund der Datenübernahme durch Yahoo und Google nicht drauf.

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  • tom Identicon Icon

    :evil: Wenn du eh nicht reingelassen wirst? Da tummelt sich so ein Schrott und ich kriege zu keiner Seite da eine rein...

    direkt antworten

  • css server Identicon Icon

    das ist bestimmt nur ein faker, der ein wenig geld abgreifen wollte.

    direkt antworten

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1 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • Ist das Social Web am Ende? » Selbständig im Netz (25. September 2007)
    [...] manche DMOZ-Editoren “kreativ” werden zu lassen. So wurde der bekannte amerikanische Blogger Shoemoney letztens erpresst (so behauptet er jedenfalls). Er sollte 5.000 Dollar zahlen, sonst fliegt er aus dem DMOZ raus. [...]
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