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Blog-Parade: Selbständig im Netz

20.10.2007, geschrieben von , 3 Kommentare

Bei Yannick läuft gerade eine zum Thema Selbständigkeit durch das Internet. Als zumin­dest Teilbetroffener kann ich mir da die Teilnahme natür­lich nicht ent­ge­hen las­sen. Mein Tipp für alle, die im Analogien zur kali­for­ni­schen Goldgräberstimmung orten: lie­ber vor­her diver­si­fi­zie­ren als spä­ter blöd drein­schauen. Im Übri­gen wie gewünscht ein paar recht frei asso­zi­ierte Gedanken rund um die Goldgräberstimmung im .

Ich selbst ver­diene ein paar Euros mit mei­nem daten­schmutz Blog, Hauptziel ist aller­dings kei­nes­wegs, Einkommen zu gene­rie­ren: die­ses Blog ist mein per­sön­li­ches PR-Projekt-Querstrich-Forschungslabor — sozu­sa­gen zwei p*n*c Abteilungen in einem vir­tu­el­len Stockwerk zusam­men­ge­legt. Ich “lebe” (diese Formulierung ver­rät übri­gens eini­ges über die Prioritäten der west­li­chen ) in ers­ter Linie von Consulting und , bewege mich job­tech­nisch seit über 10 Jahren im Großraum , berate Firmen im Umgang mit Web 2.0, unter­richte an der Uni und betä­tige mich gele­gent­lich als freier Journalist in der Gonzo-Tradition Hunter S. Thompsons, Las Vegas hab ihn selig!

Von den Incomes einer Internetseite allein möchte ich nicht leben müs­sen: einer­seits ent­wi­ckelt sich der euro­päi­sche, spe­zi­ell der deutsch­spra­chige Online-Werbe Markt erst gerade zu einem trag­fä­hi­gen Nährboden auch für klei­nere und mitt­lere Seiten, und zwei­tens möchte ich kei­nes­wegs den ganze Tag vor mei­nem LCD-Screen sit­zen. Wer aber den­noch von der Vorstellung nicht mehr los­kommt, ein paar vir­tu­elle “Goldesel” im Netz zu füt­tern, sollte fol­gende Punkte beachten:

  1. Onlinemarketing ist zeit­auf­wen­dige Arbeit. Selbst Projekte wie das Million Dollar Wiki, die von außen wie Selbstläufer wir­ken mögen, erfor­dern kon­se­quente Vorbereitungen und inten­sive Betreuung.
  2. Das Netz funk­tio­niert nicht in Echtzeit. Prinzipiell natür­lich schon — aber wenn’s um gute Platzierung von Webseiten in Suchmaschinen und ähnli­che Faktoren geht, die für sta­bi­les Einkommen uner­läss­lich sind, dann braucht man neben jeder Menge Arbeit vor allem: Zeit. Eine Domain anstän­dig zu ran­ken, dau­ert gut und gerne ein gan­zes Jahr.
  3. Diversifizierung ist die Mutter des Bankkontos. Wer nur auf eine ein­zelne Seite oder ein ein­zi­ges Businessmodell setzt, könnte allzu schnell von geän­der­ten Marktbedingungen über­rollt wer­den. Spread your assets, sagt der Anlageberater: und für den zukünf­ti­gen Online-Millionär gilt genau dasselbe.

Von eige­nen Netzprojekte zu leben hat natür­lich rie­sige Vorteile: freie Zeiteinteilung, keine Chefs (statt­des­sen nur gele­gent­lich Ärger mit Google…) und jede Menge Raum für Kreativität. Aber die Konkurrenz schläft nicht, und Online– kos­tet Geld: wäh­rend die meis­ten klas­si­schen Werbemaßnahmen für kleine und mitt­lere Blogs sowohl unleist­bar als auch sinn­los sind, kom­men auf poten­ti­elle Jeremy Shoemakers eine Menge Kosten zu, denn eine fette Server-Infrastruktur, eige­nen Drucksorten, Konferenzbesuche etc. wol­len erst ein­mal refi­nan­ziert werden.

Kurzfristige Tricksereien haben auch im Netz nur in sehr ver­ein­zel­ten Fällen zum erhoff­ten Goldregen geführt. (Dass die dark side of nie­mals ihre Schäflein ins Trockene bringt, wär natür­lich eine grobe Vereinfachung unse­rer koch­kom­ple­xen Marketingwelt.) Aber Hartnäckigkeit zahlt sich ganz gewiss aus: wer auf län­gere Sicht mit ori­gi­nel­len Inhalten und Business-Ideen punk­tet, der wird frü­her oder spä­ter ganz gewiss mit Erfolg belohnt — den Weg dahin zu über­brü­cken, ist in der vir­tu­el­len Welt aller­dings kei­nes­wegs ein­fa­cher als in der analogen.

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