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Blogistan Panoptikum Woche 41 2k7

21.10.2007, geschrieben von , Keine Kommentare

There’s no busi­ness like Blog Business, daher ser­viert der Wochenrückblick dies­mal gleich zu Beginn Interviews mit Onlinern im Tripelpack: Peer Wandiger hat mit Andreas Armbruster, Geschäftsführer des Linktrading-Marktplatzes Teliad, mit Remo Uherek, Mastermind von Trigami, und mit Yannick Eckl, Betreiber von Blogschrott, gespro­chen. Alle drei Texte finde ich aus­ge­spro­chen lesens­wert, und Yannick, von dem ich dem­nächst auch einen Gastbeitrag für daten­schmutz bekom­men, kann ich nur voll zustimmen:

Welche Voraussetzungen für einen erfolg­rei­chen Blog hältst du für am wichtigsten?

Das der Blogger er selbst bleibt; dass er Kritik an sich ran­lässt; dass er aus­dau­ernd über ein Thema berich­ten kann, ohne das ihm die Lust ver­geht. Das wären drei Punkte, wo ich sage, dass es ein abso­lu­tes “Muss” ist, diese “Kriterien” zu erfül­len. Im Endeffekt kommt es aber auch dar­auf an, wie man erfolg­reich für sich defi­niert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es doch sehr ver­schie­dene Definitionen von Erfolg geben kann, was natür­lich völ­lig okay ist. (Weiterer Punkt: Individualität — auch sehr wichtig!)

Wem gehört Infotainment?

Während sich die meis­ten deutsch­spra­chi­gen Blogs in allei­ni­ger Hand ihrer Schreiber befin­den, sieht’s bei den meis­ten Medien da schon längst ganz anders aus. Mediachannel hat ein deko­ra­ti­ves Schaubild zur us-amerikanischen Medienkonzentration zusam­men­ge­tra­gen, der Journalist und Optimist emp­fiehlt deut­schen Hobby-Medienökonomen zwei Broschüren des Medienwissenschaftlers Horst Röper, in denen die Inlands– und Auslandsbeteiligungsverhältnisse der gro­ßen Infotainment-Welt made in Germany auf­ge­drös­elt wer­den. [via Basic Thinking]

To tag or not to tag?

Robert Hartl hat anläss­lich der in WordPress 2.3 inte­grier­ten Tagging-Funktion eine umfang­rei­che und unbe­dingt lesens­werte Analyse zum Thema Pros und Kontras der belieb­ten Stichwörter ver­fasst. Sind Tags bei der Suchmaschinenindizierung eher hilf­reich oder erzeu­gen sie bloß dup­li­cate con­tent? Konkret geht’s dabei um die Frage, ob nofol­low bzw. noin­dex bei inter­nen über­haupt Sinn macht — eine Diskussion, die in der eng­lisch­spra­chi­gen Blogosphäre seit eini­gen Wochen bereits recht inten­siv geführt wird:

Im Übri­gen plä­diert Andreas, wenn ich es rich­tig im Kopf habe, dafür nur auf die Einzelartikel alles Gewicht zu set­zen, also alle Kategorien, tags etc. auf noin­dex, fol­low zu set­zen. Damit wären dop­pelte Inhalte soweit unpro­ble­ma­tisch und die eigent­li­chen Inhalte, die Artikel, hät­ten opti­male Power (Fokussierung). Allerdings geht der Long-Tail-Ansatz ver­lo­ren, damit für spe­zi­elle Nischenwörter zu ran­ken und Besucher zu erhalten.

Tja was nun? Kommt eben drauf an, auf wel­che Faktoren man mehr wert legt — ich würde mal vor­sich­tig mei­nen, dass bei eher gene­ri­schen Themen mit viel Konkurrenz Fokussierung mehr bringt als Tag-Landing Pages. Wer jedoch mit wenig umkämpf­ten Keywords als Tags arbei­tet, für den machen opti­mierte Stichwort-Landing Pages durch­aus Sinn. Ich hab hier auf daten­schmutz Tagging zum Glück schon lange, bevor ich mir über sol­che Faktoren Gedanken gemacht habe, ein­ge­setzt — wenn man sich mal an diese über­aus prak­ti­sche zweite Navigationsebene gewöhnt hat, mag man sie eigent­lich nicht mehr missen.

Steve Rubel pro­gnos­ti­ziert PPC Rückgang

Der ame­ri­ka­ni­sche Online– Guru pro­gnos­ti­ziert eine Gesundschrumpfung des Marktes: Zuerst starb Pay per View, nun ist PPC dran, meint Steve. Steigende Kosten, Misstrauen unde Co. wür­den auf län­gere Sicht zu einem Rückgang des Marktes füh­ren, so die Argumentation. Zahlen Werbetreibenden zukünf­tig nicht mehr für Clicks, son­dern für Actions? Ein Szenario, das mit­tel­fris­tig durch­wegs Realität wer­den könnte. Schlechte Zeiten also für alle, die exklu­siv auf Ads set­zen. Andererseits bin ich mir sicher, dass die –Experten im Hauptquartier von Big G schon längst an einem Pay-per-Action Modell arbei­ten. Da idR die Provisionen für Conversion aber viel höher sind als für Clicks, könnte die­ser Shift für den Longtail eher von Nachteil sein — aber Steve Rubel schreibt übers US-Internet, also keine Sorge: hier­zu­lande kommt gerade erst­mal der PPC-Stein ins Rollen…

tv-links.co.uk ent­wi­ckelte sich in den letz­ten Monaten zu einer der belieb­tes­ten –Seiten. Betrieben von einem 26jährigen Engländer stellte die Seite Links zu popu­lä­ren TV-Serien zur Verfügung, aller­dings ohne eigene Inhalte am Server zu hos­ten. Doch Verlinken schützt offen­bar vor Strafe nicht, denn wie Zeropaid berich­tet, [via Andi]

Sites such as TV Links con­tri­bute to and pro­fit from copy­right infrin­ge­ment by iden­ti­fy­ing, pos­ting, orga­ni­zing, and index­ing links to infrin­ging con­tent found on the inter­net that users can then view on demand by visit­ing these ille­gal sites,” said a spo­kes­man for Federation Against Copyright Theft (FACT) today.

Zweifellos bie­ten sich dem über­durch­schnitt­lich TV-Interessierten Zukunftsreisenden genü­gend Alternativen, bedenk­lich ist aller­dings gra­vie­rende Rechtsunsicherheit, die in wei­te­rer Folge ent­steht, wenn blo­ßes Verlinken straf­bar wird, denn:

The notion of making lin­king a crime is ridi­cu­lous and com­ple­tely out of line. How would any­body be able to dis­cuss con­tro­ver­sial sites or con­tent if they first had to ensure the lega­lity of the desti­na­tion? Would we have to make it so that links were sim­ply spel­led out and not HTML capable(www.tvlinks.co.uk vs TVLinks)? Maybe this is the ans­wer because I think then it could fall under the cate­gory of speech. Furthermore, it really shows that Google is get­ting away with bloody mur­der via sites like YouTube and Google Video.

Vor allem das Google Video und Youtube Argument erscheint in Zusammenhang mit der TV-Links Situation min­des­tens skur­ril: zwi­schen 70 und 80 Prozent der Inhalte gro­ßer Videoplattformen stam­men direkt von Fernsehstationen. Ein Prozess gegen die Big Players dürfte aber wesent­lich schwie­ri­ger zu füh­ren und vor allem zu gewin­nen sein als gegen Privatpersonen.

In die­sem Sinne: mögen Prozesse wel­cher Art auch immer allen LeserInnen erspart blei­ben — ich wün­sche einen schö­nen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

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