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CD-Review: Dub Spencer and Trance Hill — Return of the Supercops

23.10.2007, geschrieben von , 1 Kommentar

supercops.thumbnail CD Review: Dub Spencer and Trance Hill   Return of the SupercopsAlpenländlichkeit scheint beflü­gelnde Wirkung auf –Heads aus­zu­üben. Wie ließe sich auch sonst erklä­ren, dass nach Dubblestandarts fan­tas­ti­schem Immigration Dub nun Schweizer Delay-Haudegen der Welt hoch­pro­zen­tig gelun­gene Interpretationen ihres per­sön­li­chen ver­hall­ten Schalluniversums schen­ken? Enter Dub Spencer and Trance Hill.

Psychedelische LSD-Seligkeit der 60er Jahre ist Kleinkinderkram im Vergleich zu den Outer Spaces, die Professor Lee “Scratch” Perry auf der Suche nach immer neuen Dimensionstoren durch­schrit­ten hat. Dub is the new Multiverse, im Taschenformat aber prak­tisch zusam­men­falt­bar auf zwei bis drei Dimensionen, was im Rave-Kontext auch immer mehr historie-ungeschulten Dubsteppern auf skur­rile Weise bewusst wird. Traditionsbewusst dage­gen zele­brie­ren die Supercops das gesamte Spektrum vom Pappkameraden bis zur viel­hän­di­gen Bassline-Gottheit mit tau­send Fingern in tau­send Ohren. Aus der Mitte ent­springt viel­leicht eine Trance, aber die hat mit Großhallenraves nicht mal den Mutterinstinkt gemein­sam, also keine Angst vor Mash Ups: Dub come save you all.

Seit dem Vorjahresdebut “Nitro” gab’s einige Umbesetzungen, die per­so­nel­len Diskontinuitäten spie­geln sich im Sound der Band aber kei­nes­wegs wie­der: Die Supercops set­zen die mit Country– und Rockreferenzen gespickte Reise durch das sound­tech­ni­sche Vermächtnis von Tubby, Perry und Co. naht­los fort und ver­zich­ten dem grö­ße­ren Dub-Ganzen zuliebe völ­lig auf Sunshine-Reggae-selige Anbiederungstaktik. Reinkipp– statt Hitpotential sozu­sa­gen. Das Echo trifft dich gewiss, mit ande­ren Worten und in aller Deutlichkeit: groß­ar­ti­ges Album, wobei der Künstlername in die Irre füh­ren könnte: nie­mand braucht Angst vor Trance-Beats zu haben, alle 11 Nummer set­zen auf gemäch­li­ches Dubtempo und mas­sive Basslines, die ein soli­des Fundament für die klei­nen Lustigkeiten in den höhe­ren Frequenzbereichen bilden.

Es bro­delt, zischt und rum­melt so aus­ge­wo­gen, dass man sich gleich beim ers­ten Anhören mit­ten ins Zentrum der gigan­ti­schen Boxen aus dem Foto auf der CD-Rückseite wünscht. Wer Dub mag, kann hier nix falsch machen. Spätestens ab dem drit­ten Track “Nano Dub” zollt das Hi-Fi-verwöhnte Ohr der sound­tech­ni­schen Seite der Produktion Respekt: die Wärmflasche unterm Synthesizer hat wie­der mal Wunder bewirkt.

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