Die Bloggergemeinschaft im Osten
Dies ist ein Gastbeitrag von yoda, wir haben uns am vergangenen Barcamp in Wien non-virtuell kennen gelernt. Roman ist einer der Eckpfeiler der eidgenössischen Blog-Szene und sein Blog ist meines deutschsprachigen Favorites. Danke für deinen Beitrag!
Die bloggenden Menschen in Österreich nehme ich von der Schweiz aus nicht als getrennte oder hinter einer Grenze lebenden Menschen wahr. Im Gegenteil: Wir partizipieren am selben Netzwerk und schustern an ähnlichen Herausforderungen. Wie aber sieht es aus, wenn es sich um die Bildung einer gemeinsamen Plattform, einer Vereinigung von Bloggern dreht? Sind die Österreicher dann besser, effizienter, schneller, präziser oder einfach fescher?
Die Nähe zu Österreich
Als Ostschweizer bin ich es gewohnt, dass Österreich direkt vor den Füssen liegt. Im St. Galler Rheintal ist der wirtschaftliche Fokus von je her auf Österreich ausgerichtet, obschon viele Menschen von Vorarlberg als Grenzgänger in die Industrie ihrer Arbeit nachgingen. Das Vorarlberg ist nichts Fremdes für mich. Ich mag Österreich, ich mag die Landschaft, der spezielle Geruch, der in der Luft liegt. Frisch und zugleich ehrwürdig erfahren wirkt er. Je weiter man sich gen Osten bewegt, umso stärker nehme ich den Duft wahr. Ich mag auch die Menschen, die offener, herzlicher und vor allem hilfsbereiter sind als unsere Zürcher, denen es eines Tages in die Nasenlöcher regnen wird. Ich bin gerne zu Gast im Osten. Dort fühle ich mich wohl – trotz dem Euro, dessen gieriger Schlund die anmutig sanft wirkenden Schillinge in einem Bissen zermalmt hat.
Die Blogger im Osten
Und die bloggenden Österreicher? Gibt es die, sind sie da? Freilich! Und wie. Schon seit einiger Zeit lese ich gerne den Blog Schaffnerlos und besser gehts immer von Hannes, aber auch datenschmutz vom legendären Ritchie sowie seit einigen Tagen auch den maxischen wissen belastet – Blog. Sie sind also da und schreiben so, wie wir es hier tun.
Die Gemeinschaft
Zur Zeit versuchen die Menschen zu Österreich ihre Blogger zu vereinen. Hannes eröffnete dazu ein Portal namens Blögger, mit dem er versucht, die bloggenden Menschen zu organisieren. Am Barcamp in Wien haben wir dazu eine substantiell sehr gut geführte Diskussion erlebt. Das Für und Wider einer Gemeinschaft für Blogger, der Versuch, einen Haufen Individualisten zu vereinigen, die schier unlösbare Frage der Autorität, die man sich wünscht, sie aber nicht akzeptiert, wäre sie denn tatsächlich in Fleisch und Blut da. Was wird daraus?
Sie wird bestimmt kommen, die Plattform in Österreich. Etwas schneller ginge es, wenn die Blogger, welche eine Führungsrolle wahrnehmen, sich Hannes anschliessen und so gemeinsam vorleben würden, woran sie glauben: An eine Zukunft, in der die Freiheit der einzelnen Blogger gegeben ist – genau so wie heute – und in der durch die Gemeinschaft schwerwiegende Aufgaben gemeinsam gelöst würden. Auf jeden Fall beobachte ich mit Spannung das Geschehen in Österreich!
Bloggerkriege und Scharmützel
Ich nehme sie nicht wahr in Österreich, die Angriffe und Zurechtweisungen, die Vorbeter und Besserwisser unter den Bloggern. Das heisst nicht, dass sie nicht existieren. Aber ihre Auswirkungen, wenn sie denn welche hätten, greifen nicht bis hierher in die Schweiz. In Deutschland grassieren ja zur Zeit die Grabenkämpfe um den Kommerz oder eben um die jungfräuliche Reinlichkeit der Non-Profit-Blogger. Eine Diskussion, die wohl zum Findungsprozess der Szene gehört, die ich aber als absolut lächerlich einstufe. Da wird Moral vorgegaukelt, wo keine ist. Die Pharisäer hätten es nicht besser gekonnt. Nein, die österreichischen Blogger sind friedliche Gesellen.
Zusammenarbeit wünschenswert
Ich würde gerne etwas näher mit den Bloggern aus Österreich zusammenarbeiten. Bilateral tun wir das ja schon. Aber schön wäre eine Gemeinsamkeit auf einem höheren Level. Er muss ja nicht gleich institutionalisiert sein, aber auf Ebene BarCamp und weiteren Anlässen wünsche ich mir das. Wir sind ja hier bei uns auch noch immer am Werken an einer gemeinsamen Plattform. Unsere alten Dinosaurier-Blogger, die uns zurückhalten und von ihrer Position nicht abrücken wollen, fürchten in jener neuen Plattformen das Schwinden ihrer Macht, ihres Einflusses. Wir werden sie zurücklassen, die Dinos. Wir wissen alle, was mit ihnen passiert ist. Die Einen wurden zu Vögeln, die andern blieben in der Asche.
Deswegen wünsche ich mir eine Kooperation mit Österreich, um Visionen zu leben und um zu lernen, um Gemeinschaften zu bilden und um Spass zu haben. Zusammen bringen wir alle nötigen Ressourcen auf. Wir haben das Zeug zum Bloggen – jenseits der Mauern der Blogosphäre, mitten in der Gesellschaft.
Gastbloggen auf datenschmutz?
Ich freue mich immer über Gastbeiträge bloggender KollegInnen und/oder Einladungen zum Gastbloggen unter fremder Flagge. Die thematischen Grenzen sind dabei recht weit gesteckt – irgendwo im Großbereich Bloggen bis Popkultur sollten Gastbeiträge für datenschmutz angesiedelt sein. Wer Interesse an einer uni- oder bilateralen Gastblog-Action hat, schickt eine E-Mail an: datenschmutz [at] gmail [dot] com


PS: die blögger schmieden kräftig pläne….
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Österreich hat eine Bloggerszene? Eine ganze Szene? Erstaunlich. Und dank Roman erfährt man das nun auch endlich, was täten wir ohne Yoda.
Gut, einzelne Blogs, das wusste man. Datenschmutz.net ist eine anerkannte Größe im deutschsprachigen Raum, man mag zwar überrascht sein dass es ausgerechnet aus Ö kommt, aber gutes Werk mit entsprechender Reichweite ist es. Und sonst?
UNTERNEUNTUPFING Aktuell ist ein länderübergreifendes non-kommerzielles Satireprojekt für den karitativen Zweck, wenn es mal groß ist soll es eine Menge Gutes tun. Länderübergreifend bedeutet dass der ganze deutschsprachige Raum sich darin zuhause und dabei fühlen soll. In D und in der deutschsprachigen Schweiz wird es bereits flächendeckend gelesen, behauptet zumindest Google Analytics. Die Ö-GeoAnalyse sieht allerdings so aus als hätte Ö ein geografisches Profil wie Grönland. Österreich ein Land mit wenigen anerkannten großen Bloggern und dahinter Wüste? Internetmäßig ein DritteWeltLand?

Daher erlaube ich mir schon den Verdacht dass die Schweizer dzt nicht nur beim Fußball mit mindestens 3:1 vorne liegen…
Mit freundlichen Grüßen
aus Unterneuntupfing
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Das 3:1 der Schweiz habt ihr falsch verstanden…, wir Österreicher sind ja die Meister im “Tarnen und Täuschen”
Siehe das Spiel von gestern
3:2 gegen die Elfenbeinküste. Sieg!!
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Unterneuntupfing gefällt mir sehr gut… ist schon vorgemerkt auf meiner Liste asap vorzustellender Blogs
@Hannes: im Fußball trau ich unseren Leudden ja nicht allzuviel zu… aber was das Bloggen betrifft, werden wir evangelisieren auf Teufel komm raus (hehe, die Kombination gefällt mir). Aufzuholen haben wir da schon einiges. Anscheinend greift die Reblaus nicht im Netz
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mit österreichischen grüssen, best regards
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Lieber Hannes,
sieht man mal vom überregional anerkannten datenschmutz.net ab funktioniert das Tarnen und Täuschen leider superprächtig. Ö kommt in allen wesentlichen deutschsprachigen Plattformen nur marginal vor. Die Blögger.at Initiative ist eine prima Sache, allerdings sieht man sich mit der Zeit an der Startseite ein wenig ab und freut sich darauf dass dahinter etwas kommt
Lieber Ritchie,
Wäre zudem nicht nur eine Ehre für U9TA sondern für das karitative Projekt auch eine große Hilfe.
Danke
—
Allgemein:
Die Schweizer haben mit pligg.ch eine eigene kleine feine eidgenössische Social News Plattform die sehr wertvoll ist gute Kontakte zu knüpfen (aus Eigenerfahrung). Ich denke ein Austropligg als Katalysator der österreichischen Medienszene könnte auch ein mächtiger Impuls sein…
Schöner Gruß
Rick, Unterneuntupfing
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@Rick: Vorstellung folgt asap, und ansonsten hast du wohl (leider) ziemlich recht – aber das werden wir ändern! Pligg.ch kenn ich, ist wirklich eine feine Sache. Über sowas in der Art sollten wir hierzulande definitiv nachdenken.
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